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BÖRSE TO GO - Intel, Roche und Twitter

Enttäuschende Wirtschafts- und Unternehmensdaten

 

Der Handel am Freitag beginnt mit Verlusten. Während des asiatischen Handels bewegen sich der DAX-Futures und die US-Futures geschlossen im Minus. Der DAX-Future wird mehr als -0,3 % tiefer gesehen, während der Nasdaq-Futures mehr als -0,4 % schwächer gepreist wird. Der Handel schließt damit nahtlos an den schwachen Handelsausgang vom Donnerstag an. 

Der deutsche Aktienmarkt hatte den Handel am Donnerstag leicht im Minus beendet. Die anfänglichen Gewinne vom Vormittag konnten nicht gehalten werden, nachdem einige wichtige Unternehmen, wie Roche, enttäuschende Zahlen vorlegten und die US-Arbeitsmarktdaten überraschend eine erneute Zunahme an Arbeitslosen signalisierten. Der DAX ging nahezu unverändert bei 13.103,39 Punkten aus dem Handel. Der TecDAX verlor mit -0,54 % auf 3.154,59 Punkte am stärksten unter den Leitindizes. 

Wien schloss nahe der Tagestiefs. Der ATX gab überdurchschnittlich stark um -1,18 % auf 2.296,87 Punkte ab. Die Benchmark wurde von den Aktien der Telekom Austria und Immofinanz nach unten geführt. 

Die Wall Street gab am Donnerstag auf ganzer Breite nach. Der S&P 500 Index sank um -1,23 % auf 3.235,66 Punkte. Der Nasdaq Composite Index gab sogar -2,29 % auf 10.461,42 Punkte ab. Einzig und allein der Russell 2000 Index konnte nahezu unverändert bei 1.490,31 Punkten aus dem Handel gehen. 

 

Roche enttäuscht die Anleger

 

Die Aktien von Roche verloren am Donnerstag -3,7 %. Angesichts der hohen Nachfrage nach Coronavirus-Tests hatte sich die Börse auf ein sehr gutes Halbjahr eingestellt, doch der Pharmakonzern wies einen Umsatzrückgang um -4 % auf 29,3 Mrd. Franken aus. Der Gewinn fiel um -5 % auf 8,5 Mrd. Franken. Roche betonte, dass man durch die Corona-Krise sowohl gewinnen konnte, aber auch verloren hat. Denn die Fokussierung in den Arztpraxen und Krankenhäusern auf die Viruserkrankung hat gleichzeitig dazu geführt, dass die Behandlung vieler anderer Krankheiten in den Hintergrund rutschte, was dem Absatz bei Roche geschadet hat. Das Unternehmen rechnet für das 2. Halbjahr mit einer Normalisierung der Aktivitäten im Gesundheitssystem. 

 

Roche

 

Intel bricht nachbörslich ein

 

Intel enttäuschte die Wall Street mit der Verschiebung der 7-Nanometer Technologie um ein Jahr. Schon die aktuelle 10-Nanometer Technologie hatte eine Verspätung von drei Jahren, womit die gestrige Verschiebung in ein bekanntes Schema gefallen ist. Der Sprung von 10 auf 7-Nanometer ist wichtig, da Intel dadurch mehr Leistung auf gleicher Fläche erzeugen kann, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit und Preissetzungskraft beeinflusst. 

Die Analystenkonferenz mit CEO Bob Swan artete in ein IR-Desaster aus. Swan besprach mehr als eine Stunde lang, dass Intel darüber nachdenkt, die Produktion von Chips an Zulieferer auszulagern. Er legte jedoch keinen konkreten Plan auf den Tisch, sondern blieb vage in seinen Aussagen, obwohl gerade die Produktion zum Herzstück der Arbeit von Intel zählt. Die Wall Street zeigte sich sehr verunsichert. Die Aktien von Intel fielen nachbörslich um 6,40 US-Dollar (-10,60 %) auf 54,00 US-Dollar.

 

Twitter leidet unter Werbe-Boykott

 

Twitter verzeichnete im 2. Quartal einen Umsatzumbruch um -19 %, trotz hoher Benutzeraktivitäten. Die Zahl der täglichen Benutzer stieg im Jahresvergleich um 34 % auf 186 Mio. Benutzer. Ein Rekordniveau für Twitter. Es war das zweite Quartal in Folge mit Rekordzuwächsen bei den Benutzern. Beim Umsatz (683,4 Mio. Dollar) und Ergebnis (-1,39 US-Dollar / Aktie) verfehlte das Unternehmen jedoch die Erwartungen der Wall Street, nachdem wichtige Kunden ihre Budgets aus den sozialen Kanälen abgezogen hatten. Twitter schloss im regulären Handel bei 38,44 US-Dollar mit einem Plus von 4,06 %. Nachbörslich ging es nur leicht um -0,36 % auf 38,30 US-Dollar nach unten. 

 

Schlechte US-Arbeitsmarktdaten

 

Entgegen den Prognosen stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 23. Juli zum ersten Mal seit dem 02. April an, anstatt zu fallen. Erwartet wurde, dass die Erstanträge leicht von 1,307 Mio. auf 1,300 Mio. Anträge gefallen sind. Der Anstieg ist ein weiteres Warnsignal, das die Erholung der US-Wirtschaft negativ beeinflusst wird, durch den jüngsten starken Anstieg von Neuinfektionen, was erneut zu einer Welle von Geschäftsschließungen geführt hat. 

Der heutige Freitag steht dagegen ganz im Zeichen der Einkaufsmanagerindizes. Zahlreiche Länder werden heute die vorläufigen Juli-Zahlen der Einkaufsmanagerindizes für den Bereich Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe vorstellen. Dazu zählen neben Deutschland unter anderem auch Australien, Frankreich, Großbritannien, die Euro-Zone und die USA. 

Mit hoher Spannung werden die Einkaufsmanagerindizes aus den USA erwartet. Die letzten Daten für Juni zeigten sowohl beim Index für Dienstleistungen als auch beim Index für das verarbeitende Gewerbe einen Stand von weniger als 50. Die Prognosen für beide Indizes gehen für heute von vorläufigen Zahlen aus, die beide über 50 liegen. Der Unterschied ist entscheidend, da die Einkaufsmanagerindizes Frühindikatoren für die Konjunktur sind und ein Index-Stand von mehr als 50 Punkten eine Expansion der Geschäftstätigkeit signalisiert, während ein Stand von weniger als 50 Punkten eine Kontraktion ankündigt. 

 

24.07.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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