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BÖRSE TO GO - Bayer, Lufthansa und der GfK-Index

Börsen leiden unter Gewinnmitnahmen

 

Gewinnmitnahmen setzen sich im asiatischen Handel fort. Die Börse konnte gestern den positiven Tagesauftakt nicht halten und litt unter starken Gewinnmitnahmen. Der DAX sank um -3,43 % auf 12.093,94 Punkte und auch der DAX-Future gibt heute früh weiter ab. Das Minus lag vorbörslich im asiatischen Handel bei mehr als -0,4 %.

Die Wall Street zog die Stimmung runter. Die Anleger sehen mit Sorge auf die steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA, die gestern den bisher höchsten gemessenen Tageszuwachs erreichte. Gleichzeitig kündigte das Weiße Haus an, dass die Bundeszuschüsse für Corona-Tests gestrichen werden sollen, um die Zahl der Tests zu reduzieren. 

 

DAX

 

Während der Präsenzbörse rutschten alle US-Benchmarks tief ins Minus, konnten aber deutlich über den Tagestiefs schließen. Die Nasdaq hielt sich mit einem Verlust von „nur“ -2,19 % auf 9.909,17 Punkte am besten. Der Russell 2000 Index, der den US-Mittelstand abbildet, verlor mit -2,79 % auf 1.399,22 Punkten am stärksten. Alle US-Futures erlitten im asiatischen Handel weitere Verluste. 

Australien und Japan folgen den Vorgaben der Wall Street. Beide Aktienmärkte verlieren heute während der Präsenzbörse deutlich. Der S&P / ASX 200 Index sinkt um mehr als -1,2 % und der Nikkei 225 Index um mehr als -1,3 %. Alle chinesischen Benchmarks halten sich dagegen im Plus. Der China A50 Index führt den Markt mit einem Plus von mehr als 0,5 % an.

 

Thiele stimmt Rettungspaket zu

 

Erleichterung bei Lufthansa. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärte der Lufthansa-Großaktionär am Vorabend der außerordentlichen Hauptversammlung, dass er der Beschlussvorlage zustimmen wird. Thiele hatte sich am Montag bereits in Berlin mit Finanzminister Scholz und Lufthansa-Chef Spohr zu einem Gespräch getroffen. Seitdem kursierten zahlreiche Gerüchte und Spekulationen darüber, wie Thiele am heutigen Donnerstag abstimmen wird. Die Börse hatte damit begonnen einzupreisen, dass Thiele gegen das Rettungspaket stimmen wird und die Lufthansa in ein Schutzschirmverfahren führt. Entsprechend erleichtert reagierte der Lufthansa-Kurs gestern Abend mit einem Kurssprung auf 11 Euro. 

Der Vorstand der Lufthansa erzielte obendrein kurz vor der Hauptversammlung eine Einigung mit UFO. Die Verhandlungen mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft führte zu einer Kündigungsschutzgarantie für vier Jahre. Im Gegenzug erklärte sich die Gewerkschaft bereit, zahlreiche Eingeständnisse zu akzeptieren, wie eine geringere betriebliche Altersvorsorge, die Streichung von Gehaltserhöhungen und flexiblere Arbeitszeiten. Notwendige Reduzierungen von Kabinenpersonal sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. 

 

Bayer erzielt ersten Vergleich 

 

Der Chemiekonzern kämpft in den USA gegen eine Flut von Klagen. Im Mittelpunkt steht das Unkrautvernichtungsmittel Roundup der Firma Monsanto, die Bayer für 63 Mrd. Dollar in 2018 übernommen hatte. Bis zur Übernahme durch Bayer waren Klagen bezüglich der Gesundheitsschädlichkeit von Roundup regelmäßig von den Gerichten abgeschmettert worden. Nachdem Bayer in die Verantwortung getreten ist, hat sich eine sechsstellige Zahl von Klägern gemeldet, die durch Roundup geschädigt worden sein sollen. Einen ersten Vergleich mit 75% der 125.000 Klägern konnte Bayer nun erzielen und zahlt dafür 10,9 Mrd. Dollar. 

Weitere Fälle stehen noch aus. Drei Klagen durchlaufen den normalen Prozess. Hier kann es zu sehr unterschiedlichen und im Zweifel auch kostspieligen Urteilen kommen. Darüber hinaus gibt es noch Sammelklagen, die etwa gut 31.000 Kläger umfassen, die ebenfalls noch verglichen werden müssen. Da Bayer das Produkt jedoch weiterverkauft, bleibt es fraglich, ob die Zukunft nicht noch weitere Klagewellen bringen wird. Der erste Vergleich sorgte dafür, dass die Aktien von Bayer vorbörslich auf 75,60 Euro (+0,89 %) steigen. 

 

Erholung beim GfK Index erwartet

 

Vorbörslich bekommen wir um 08:00 Uhr den GfK Konsumklimaindex für Deutschland. Für den Monat Juli wird ein Indexstand von -12,0 Punkten erwartet. Die Monate Mai und Juni wiesen Allzeittiefs für den Index mit Ständen von -23,4 und -18,9 Punkten aus. 

In den USA werden um 14:30 Uhr eine Reihe von wichtigen Daten veröffentlicht. Zum einen bekommen wir die finalen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt des 1. Quartals. Es ist die 2. Revision der Zahlen und die Prognose lautet, dass das BIP um -5,0 % geschrumpft ist. Zusätzlich erwarten wir für den Monat die Auftragseingänge für langlebige Güter. Im Vergleich zum April sollen die Auftragseingänge um 10,9 % gestiegen sein. 

Ebenfalls um 14:30 Uhr werden die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben. Nach 1,508 Mio. Anträgen auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche werden nun 1,3 Mio. Anträge für die letzten sieben Tage erwartet. 

 

25.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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