als .pdf Datei herunterladen

UniCredit steigt zum größten Aktionär der Commerzbank auf und erhöht damit den Druck im Übernahmekampf deutlich

UniCredit will von der Commerzbank offensichtlich nicht ablassen

NTG24 - UniCredit steigt zum größten Aktionär der Commerzbank auf und erhöht damit den Druck im Übernahmekampf deutlich

 

Gegen die Übernahmepläne von UniCredit verteidige sich die Commerzbank vor allem mit Maßnahmen, um den eigenen Aktienkurs immer weiter zu steigern. Zu diesem Zweck gab es etwa großzügige Geschenke an die Aktionäre. Die Taktik schien bislang aufzugehen, denn zeitweise sagte UniCredit-Chef Andrea Orcel, dass die Bewertung des Frankfurter Geldhauses nicht länger attraktiv sei. Doch aufgegeben wurden die Übernahmepläne ganz offensichtlich noch lange nicht.

Anzeige:

Werbebanner EMH PM TradeBereits vor einigen Monaten sicherte sich UniCredit Zugriff auf bis zu 29 Prozent der Anteilsscheine der Commerzbank (DE000CBK1001). Zehn Prozent davon lagen in Form von tatsächlichen Anteilsscheinen vor. Weitere 19 Prozent standen über Derivate zur Verfügung. Nun wurde der Anteil deutlich aufgestockt, nachdem sowohl EZB als auch Fed und Bundeskartellamt ihren Segen erteilt haben. UniCredit hält nun 20 Prozent an Anteilsscheinen und Stimmrechten und steigt damit zum größten Einzelaktionär noch vor der Bundesregierung auf.

 

 

 

Auch die restlichen neun Prozent sollen gezogen werden, ließ UniCredit in einer Pressemitteilung verlauten. Einen konkreten Zeitraum dafür nannte die italienische Bank allerdings nicht. In Finanzkreisen wird die Aufstockung als Druckmittel verstanden, um sowohl die Bundesregierung als auch das Commerzbank-Management zu Gesprächen zu bewegen. Eine Reaktion aus Frankfurt liegt jedoch noch nicht vor und die weitere Entwicklung steht noch immer in den Sternen.

 

Die Commerzbank stellt Forderungen

 

Als Voraussetzung für direkte Gespräche nennt Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp ein umfangreiches Konzept zur künftigen Struktur, welches UniCredit im Voraus vorlegen soll. Enthalten darin sollen Preisvorstellungen sowie Details zu weiteren grundlegenden Themen sein. Dies jedoch passt UniCredit nicht in den Kram, da es nach Ansicht des Instituts einem Übernahmeangebot gleichkäme. Derweil stößt man auch in Berlin eher auf kühle Ablehnung. Schon die Ampel-Regierung stand den Übernahmeplänen kritisch gegenüber, bei der neuen Bundesregierung scheint das nicht anders zu sein.

Anzeige:

Banner Zürcher Goldbrief

 

Andre Orcel verschickte kürzlich Briefe unter anderem an Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil. Beide sprechen sich jedoch dafür aus, dass die Commerzbank ihre Eigenständigkeit behalten solle. Versprechen aus Italien, durch die Übernahme einen neuen europäischen Champion zu schaffen und am Filialnetz festzuhalten, treffen weitgehend auf taube Ohren. Das ist nicht unwichtig, da Andrea Orcel versprach, eine Übernahme nicht gegen den Willen der Politik durchpeitschen zu wollen.

Damit scheint die Angelegenheit eigentlich schon gegessen zu sein, doch die Aufstockung spricht eher nicht dafür, dass UniCredit das Vorhaben schon aufgegeben hätte. Auf das Wort von Orcel verlässt sich in Berlin ohnehin kaum jemand. Der UniCredit-Chef wird von manchem Politiker als „unberechenbar“ beschrieben, was durchaus auf manche Entscheidung der letzten Monate zutrifft. Orcel selbst steht allerdings auch unter Druck, da er den eigenen Aktionären Übernahmen versprochen hat, bisher aber noch nichts vorweisen kann.

 

Die Anleger frohlocken

 

Weiterhin scheinen die Anteilseigner die größten Profiteure des Übernahmepokers zu sein. Die Commerzbank-Aktie reagierte ausgesprochen freundlich auf die jüngste Wendung und schoss am Dienstag um 4,8 Prozent bis auf 29,97 Euro in die Höhe. Zeitweise konnte bei 30,06 Euro ein frisches 52-Wochen-Hoch auf die Beine gestellt werden. Der Preis steigt damit weiter und mancher Anleger glaubt fest daran, dass UniCredit noch einmal nachlegen wird. Andere hoffen auf weitere Aktienrückkäufe seitens der Commerzbank, was den Kurs ebenfalls steigern würde.

Die Strategie dahinter ist nachvollziehbar, aber nicht ungefährlich. Sollte UniCredit sich doch noch zurückziehen, worauf das Commerzbank-Management im Rahmen seiner Möglichkeiten hinarbeitet, könnten sich viele Fantasien in Luft auflösen und die Commerzbank-Aktie würde wohl herbe Korrekturen verzeichnen. Zwar spielen auch fundamentale Entwicklungen beim Aufwärtstrend eine Rolle. Sie erklären aber nicht allein Aufschläge von mehr als 90 Prozent seit Jahresbeginn. Die Bullen spielen ein nicht ungefährliches Spiel.

Anzeige:

Banner Zürcher Börsenbriefe Sonderaktion 4

 

Commerzbank AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Commerzbank AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Commerzbank AG - hier weiterlesen...

 

09.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)