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Covestro: Geschäftsturnaround plus Übernahmephantasie

Aktie weiterhin kaufenswert

 

Seit dem gestrigen nachbörslichen Handel verzeichnet die Aktie des international führenden Kunststoffherstellers COVESTRO (DE0006062144) starke Kursausschläge nach beiden Seiten, nachdem der Nachrichtendienst BLOOMBERG die Meldung herausgab, das New Yorker Private Equity-Haus Apollo Global Management könne Interesse an einer Übernahme der ehemaligen Bayer-Tochter haben.

Hierzu habe Apollo den Vorstand von Covestro bereits schon vor Wochen kontaktiert und in diesem Zusammenhang auch ihre bereits konkrete Akquisitionserfahrung in diesem Sektor durch die zurückliegende Übernahme des gleichfalls weltweit sehr prominenten niederländischen Kunststoffproduzenten LYONDELLBASELL INDUSTRIES betont.

Die Aktie von COVESTRO schoss daraufhin bis zu gestrigen Handelsschluss auf Tradegate (22 Uhr) gewaltig um + 14,2 % nach oben.

Heute tritt hingegen eine starke Ernüchterung mit einem Aktienkursabschlag um aktuell - 4,5 % auf derzeitigen Kurs von 47,75 EUR ein, nachdem Covestro diese Bloomberg-Meldung postwendend dementierte, indem bekanntgegeben wurde, man befinde sich aktuell in keinen Übernahmegesprächen mit Apollo Global Management, stünde jedoch regelmäßig mit verschiedenen Marktteilnehmern in einem Dialog über mögliche geschäftsstrategische Opportunitäten.

 

Aktienchart: COVESTRO

 

 

Angesichts der ausgeprägten konjunkturellen Geschäftszyklizität und auch gerade deshalb im breiten Basischemie-Segment zuletzt weltweit gesehenen zunehmenden Konsolidierungstendenzen würden wir künftig am Markt nach dem jetzigen angeblichen Apollo-Vorstoß auch weiterhin eine berechtigter Weise stark fortbestehende Übernahmephantasie gegenüber Covestro und seiner Aktie erwarten, zumal die Aktie einen sehr hohen öffentlichen Streubesitz von 92 % aufweist und auch durchaus beim ehemaligen Mutterkonzern Bayer ein strategisches Veräußerungsinteresse seines verbliebenen 8 %igen Aktienanteils bestehen könnte.

Darüber hinaus verweisen wir auch noch einmal auf unsere zurückliegende Aktienanalyse zu Covestro vom 09.07., wo wir damals die weniger dramatisch als zunächst befürchtet ausgefallenen Zahlen des 2. Quartals kommentierten und daraufhin zu dem Anlageurteil kamen, dass auch aufgrund erstmaligen Bruchs des bereits seit Anfang 2018 bestehenden, langfristigen Korrekturtrends der Aktie nun doch auf der ehemals sehr moderaten KGV-Basis für risikobereite Anleger ein idealer Zeitpunkt für einen Neueinstieg in die Aktie gekommen sein könnte.

Anleger, die unserer Empfehlung damals zu einem Einstiegskurs von rd. 35 EUR gefolgt sind, können sich heute also bereits über einen stattlichen Kursgewinn von rd. + 37 % freuen.

Jedoch hat sich die günstige Bewertungssituation der Aktie trotz ihrer zurückliegenden Kursrallye auch weiterhin nicht beträchtlich verschlechtert (KGV (2022e) aktuell 17, per 09.07. noch 15), da die Analysten ihre weiteren Gewinnschätzungen nach dem besser als befürchtet ausgefallenen 2. Quartal vermehrt anhoben und mittlerweile im Konsens für das Gesamtjahr 2020 nun sogar eine leichte Nettogewinnerzielung auf Konzernebene erwarten. Noch am 09.07. bestand hingegen die Konsensprognose, dass im Gesamtjahr ein moderater Nettoverlust kaum vermeidbar sein dürfte.

Infolge eines antizipierten massiven konjunkturbedingten Geschäftsturnarounds erwarten die Analysten im Konsens bis 2022 nun mehr als eine Verzehnfachung des Konzernnettogewinns von Covestro gegenüber 2020, so dass die Aktie unseres Erachtens vor diesem Hintergrund wie aber auch natürlich der jetzt zusätzlich angefachten Übernahmephantasie weiterhin als überschaubar bewertet anzusehen ist.

Wir empfehlen den Titel daher risikobereiten Anlegern noch immer zum Kauf, verweisen hierbei jedoch auf einen chart- und bewertungstechnisch nächsten deutlichen Aktienwiderstand bei rd. 56 EUR, der bis zu seiner Erreichung jedoch zunächst immer noch ein Kurspotenzial von ca. + 17 % eröffnen würde. Bei Erreichung dieses Widerstands würde, unveränderte Gewinnschätzungen vorausgesetzt, die Aktie dann bereits ein KGV (2022e) von knapp 20 aufweisen, womit sie in unseren Augen auch bereits als fair bewertet und eher nur noch haltenswert einzustufen wäre.

 

18.09.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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