als .pdf Datei herunterladen

BASF schraubt Erwartungen zurück, Brenntag wird ebenfalls vorsichtiger, Covestro reiht sich ein und Siemens Healthineers leidet unter Zollsorgen

Der Rallyemodus an der Börse gerät heftig ins Wanken

NTG24 - BASF schraubt Erwartungen zurück, Brenntag wird ebenfalls vorsichtiger, Covestro reiht sich ein und Siemens Healthineers leidet unter Zollsorgen

 

Einmal mehr sorgt US-Präsident Donald Trump mit diversen Zolldrohungen für Verunsicherung an der Börse. Der EU werden ab August pauschal 30 Prozent für sämtliche Exporte in die USA in Aussicht gestellt, was am heutigen Sonntag ein Krisentreffen unter Beteiligung mehrerer EU-Staaten nach sich zieht. Zu allem Überfluss gab es vor dem Wochenende auch noch einige warnende Worte aus der hiesigen Wirtschaft.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeMit großer Sorge nach vorn blicken vor allem die Chemiekonzerne. Gleich drei davon senkten ihre Prognose für das laufende Jahr, darunter BASF (DE000BASF111). Das Ebitda für das laufende Jahr wird nur noch auf 7,3 bis 7,7 Milliarden Euro geschätzt. Zuvor wurden 8 bis 8,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Begründet wurde die Anpassung unter anderem mit Unsicherheiten aufgrund von bereits im Frühjahr angekündigter Zölle. Da die Reibereien immer weiter zu eskalieren scheinen, dürften die Bullen schwer unter Druck geraten.

 

 

 

In Deckung gingen sie am Freitag schon mal und die BASF-Aktie verlor um 1,8 Prozent bis auf 43,33 Euro an Wert. Daraus ergibt sich zwar noch kein Absturz und die Schwankungen liegen noch ungefähr im Rahmen des Seitwärtstrends der letzten Monate. Es fehlt aber nicht allzu viel, um im Chart für Verkaufssignale zu sorgen.

 

Auch Brenntag reduziert die Prognose

 

Geopolitische Unsicherheiten führen auch bei Brenntag (DE000A1DAHH0) zu vorsichtigeren Prognosen, darüber hinaus erwartet das Unternehmen negative Effekte durch ungünstige Entwicklungen bei Wechselkursen. Das Ebitda im laufenden Jahr wird nach eigener Schätzung wohl nur bei 0,95 bis 1,05 Milliarden Euro landen. Selbst im besten Fall wird damit die Konsensschätzung der Analysten knapp verfehlt, ganz zu schweigen von vorherigen eigenen Prognosen, die noch von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro sprachen.

Die Reaktion an der Börse folgte auf dem Fuße und die Brenntag-Aktie knickte am Freitag um 2,5 Prozent auf 56,60 Euro ein. Wie auch bei BASF ist ein sehr niedriges Niveau zu beobachten und im Chart offenbart sich ein zwar etwas verlangsamter, aber wohl noch immer aktiver Abwärtstrend. Alles andere wäre bei sinkenden Prognosen wohl auch eine Überraschung.

 

Covestro macht sich wenig Hoffnung

 

Etwas besser lief es für die Aktie von Covestro (DE0006062144) – allerdings nur dank der Übernahmepläne von Adnoc. Das Geschäft an sich scheint auch nicht besser als bei den Mitbewerbern zu laufen. Die Prognose für 2025 wurde ebenfalls zurückgefahren und das Ebitda soll nun noch bei 0,7 bis 1,1 Milliarden Euro statt 1 bis 1,4 Milliarden Euro liegen. Weder Management noch Analysten erkennen derzeit Chancen für eine schnelle Erholung in irgendeiner Form.

Anzeige:

Banner Immobiliengutachter Stuttgart

 

Hoffen lässt sich wohl am ehesten noch darauf, dass Trump seinem Ruf gerecht wird und angedrohte Zölle kurz vor knapp auf Eis legt oder verschiebt. Allerdings ist darauf natürlich wenig Verlass und der amtierende US-Präsident bleibt unberechenbar. Das gilt wohl insbesondere dann, wenn er selbst unter Druck steht, was sich mit Blick auf den aktuellen Epstein-Skandal wohl ohne schlechtes Gewissen behaupten lässt.

 

Wird es ungemütlich für Siemens Healthineers?

 

Das Schlusslicht im DAX bildete am Freitag Siemens Healthineers (DE000SHL1006) mit Abschlägen von 3,7 Prozent. Der Kurs gab bis auf 46,08 Euro nach. Unternehmensmeldungen gab es zwar nicht zu vernehmen, doch die Zollsorgen dürften eine entscheidende Rolle gespielt haben und die Entwicklungen vom Wochenende dürften eher nicht für Entspannung sorgen. Denn dass weiterhin Ausnahmen für den Pharmabereich gelten, davon war bei den neu angedrohten Zöllen gegen die EU keine Rede.

Es droht also Ungemach und die Kosten könnten bei Siemens Healthineers wohl schnell in den dreistelligen Millionenbereich klettern. Zu diesem Schluss kam das Unternehmen zumindest im Frühjahr selbst bei entsprechenden Einschätzungen zu damals angedrohten US-Zöllen. Rückenwind bekommen da momentan wohl nur die Bären, und das potenziell bei noch weitaus mehr Aktien als den hier erwähnten.

 

Anschnallen!

 

Anzeige:

Werbebanner DegussaEs herrscht wieder einmal Chaos im Weißen Haus und in der Geopolitik, und worin dies letzten Endes münden mag, steht in den Sternen. An der Börse ist Unsicherheit eher unbeliebt, weshalb mit Verkaufsdruck zu rechnen ist, solange die Lage sich nicht einigermaßen beruhigt. Nachdem der DAX kürzlich erst Rekorde schreiben konnte, ist die potenzielle Fallhöhe bei einer Korrektur nicht zu verachten. Anleger tun daher gut daran, sich auf eine eher schwierige Woche einzustellen.

 

BASF SE-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten BASF SE-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BASF SE-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu BASF SE - hier weiterlesen...

 

13.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)