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CureVac-Aktie fast im freien Fall – Droht Großinvestor Dietmar Hopp ähnlich wie bei GPC Biotech eine massive Enttäuschung?

Massive Verunsicherung

 

Bei der Erforschung des Corona-Impfstoffs CVnCoV hat CureVac bislang nicht den entscheidenden Durchbruch erzielt. Dies dürften auch die Aktionäre auf der kommenden Hauptversammlung kritisieren, da aktuell die operative Entwicklung bei Konkurrenzfirmen wie BioNTech weitaus positiver ist.

Für die Aktionäre des Tübinger-Biotechunternehmens CureVac (NL0015436031) sah die Welt Anfang Dezember 2020 überaus rosig aus. So schnellte damals der Titel aufgrund der Hoffnung, dass CureVac recht zeitnah die Zulassung für einen Corona-Impfstoff erhält, im Xetra-Handel zeitweise über die Marke von 120 Euro. Allerdings musste die Firma im aktuellen Jahresverlauf bislang mehrmals eingestehen, dass sich eine mögliche Zulassung seitens der zuständigen Arzneimittelaufsichtsbehörden verzögern wird, da bei der Erforschung des CVnCoV offensichtlich immer wieder unerwartete Komplikationen auftraten. So wurde erst Anfang der Woche am Markt konkret spekuliert, dass sich die angestrebte Marktzulassung des Vakzins verzögern könnte, woraufhin der Kurs in den folgenden Tagen in der Spitze um mehr als 20 % einbrach. Zwar kommentierte CureVac diese Meldungen bislang nicht, allerdings zeigt die Marktreaktion, dass diese Spekulationen sehr wahrscheinlich einen realen Hintergrund haben dürften.

Für die Aktionäre sind die jüngsten Meldungen sicherlich eine herbe Enttäuschung, selbst wenn jetzt alles reibungslos bei dem Unternehmen laufen sollte. So gibt es weltweit immer mehr zugelassene Vakzine, womit sich zunehmend ein Ende der Impfstoffknappheit abzeichnet. Entsprechend dürften bald die jeweiligen Regierungen von einer breiten Auswahl an verfügbaren Vakzinen profitieren, womit die Entscheider über eine zunehmend bessere Verhandlungsposition bei der Festsetzung möglicher Preise und Liefermengen verfügen. Folglich wären die kommerziellen Chancen für CVnCoV weitaus höher gewesen, wenn das Medikament bereits jetzt am Markt verfügbar wäre.

 

CureVac-Aktie mit weitaus schwächerer Performance als BioNTech-Anteilsschein

 

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Werbebanner Trading SeminarWährend sich das Papier des Mainzer Konkurrenten BioNTech (US09075V1026) seit Anfang Dezember 2020 fast verdoppeln konnte, fuhren die Anteilseigner von CureVac seitdem einen rechnerischen Verlust von teilweise mehr als 30 % ein. Entsprechend dürfte es auf der virtuellen Hauptversammlung, welche am 24. Juni 2021 stattfinden wird, auch etwas turbulenter zugehen. So werden sicherlich die allermeisten Investoren überaus daran interessiert sein, wie der Stand bei der Erforschung von CVnCoV ist. Somit ist spätestens bis zur übernächsten Woche mit konkreten Meldungen von offizieller Unternehmensseite zu rechnen.

 

 

Auch für den Bund, der sich mit 300 Millionen Euro bei der Firma vor dem Nasdaq-Börsengang beteiligt hat, wäre eine Erfolgsmeldung aus Tübingen sicherlich gut. So hätte insbesondere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sicherlich positive Nachrichten aus dem Hause CureVac gut gebrauchen können, nachdem er wegen zuletzt anderer möglicher Versäumnisse massiv vom Koalitionspartner SPD kritisiert wurde und sogar Rücktrittsforderungen laut wurden. Gefreut hätte sich sicherlich auch Großaktionär und SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, der wegen seines Engagements bei der TSG 1899 Hoffenheim bereits ebenfalls häufiger öffentlich kritisiert wurde. Zwar hat der Milliardär sicherlich bislang ordentlich von seinem Engagement bei CureVac finanziell profitiert. Dennoch hätte es für Hopp auch hier besser laufen können, zumal er vor über einem Jahrzehnt prozentual zweistellig bei der ehemaligen Firma GPC Biotech engagiert war, dessen Aktie im Jahr 2007 ins Bodenlose stürzte, nachdem das Mittel Satraplatin die Forschungsziele verfehlt hatte.

 

11.06.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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