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Alibaba rutscht in den Kurskeller, Nio mit heftigen Verlusten, JinkoSolar folgt diesem Beispiel und selbst BYD kann sich dem Abwärtsdruck nicht erwehren

China-Aktien im freien Fall

NTG24 - Alibaba rutscht in den Kurskeller, Nio mit heftigen Verlusten, JinkoSolar folgt diesem Beispiel und selbst BYD kann sich dem Abwärtsdruck nicht erwehren

 

Nachdem die US-Behörden am Donnerstag neue Regeln für den Umgang mit ausländischen Aktien auf den Weg brachten, war am Freitag die Hölle los. Konkret geht es um bestimmte Vorgaben für das Reporting und viele Beobachter gehen davon aus, dass die Führung in Peking sich diesen vehement verweigern wird.

Im Ergebnis könnte zahllosen chinesischen Titeln ein Delisting bevorstehen. Dass Didi den Abschied von New York beschloss, wird bereits als ein erster Vorzeichen gewertet. Die Reaktionen darauf fielen heftig aus und bescherten unter anderem Alibaba (US01609W1027) einen Kursverlust von 8,85 Prozent am vergangenen Freitag.

Die Abschläge sind in keiner Weise auf die leichte Schulter zu nehmen. Den Bären ist es damit gelungen, ein neues Zwischentief zu erreichen und die Kurse erstmals seit Langem unter die 100-Euro-Marke zu befördern. Aufgrund der psychologischen Bedeutung dieser Linie wäre es keine Überraschung, sollte es in den nächsten Tagen noch weiter in die Tiefe gehen.

 

Nio bleibt chancenlos

 

Auch die Aktie von Nio (US62914V1061) erlebte herbe Verluste und stürzte vor dem Wochenende um besorgniserregende 11,2 Prozent ab. Der Titel ist das beste Beispiel dafür, dass nicht einmal gute Nachrichten und ein ansehnliches Wachstum derzeit chinesische Titel schützen könnte. Denn erst kürzlich meldete das Unternehmen Rekordzahlen bei den Auslieferungen für den November.

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Werbebanner ClaudemusSollten die Bären in der neuen Woche nicht lockerlassen, könnte Nio weiteres Ungemach von Seiten der Charttechnik drohen. Mit einem Schlusskurs von 32,15 USD hat es der Titel nicht mehr allzu weit bis zur 30-USD-Linie, welche jetzt mehr oder weniger als letzte Bastion der Bullen angesehen werden kann. Unterhalb dieser Marke droht der freie Fall – wenn die Anteilsscheine von Nio sich nicht schon längst in eben diesem befinden.

 

Überall das gleiche Bild

 

Man könnte beliebige chinesische Aktien herauspicken und auf enorme Kursverluste am Freitag hinweisen. Kaum ein Unternehmen konnte sich dem Exodus der ausländischen Investoren entziehen. Auch für JinkoSolar (US47759T1007) ging es rapide in Richtung Kurskeller mit Verlusten von etwas mehr als zehn Prozent.

Das ließ die Kurse bis auf 43,55 USD purzeln und damit sämtliche Erholungen seit dem Oktober einfach verpuffen. Auch hier spricht die Charttechnik nun eher gegen den Titel. Auf eine rasche Erholung lässt sich zwar immer hoffen, zumindest bisher fehlen dafür aber konkrete Anzeichen. Der außerbörsliche Handel am Wochenende brachte bis Sonntagfrüh nur minimal Zugewinne mit sich, die von einer Trendwende kaum weiter entfernt sein könnten. Auch bei JinkoSolar ist also weiterhin Vorsicht angesagt.

 

Glück im Unglück

 

Mit einem Minus von „nur“ 4,5 Prozent war die Aktie von BYD (CNE100000296) am Freitag schon fast eine Ausnahmeerscheinung. Zwar ist auch diese Abwertung mehr als deutlich, aber eben doch glimpflicher als bei den meisten anderen Unternehmen mit Sitz in China. Aus irgendeinem Grund scheinen die Aktionäre hier ein mögliches Delisting weniger zu fürchten als anderswo. Dabei könnte gerade BYD als großes und bedeutungsvolles Unternehmen in besonderer Weise von der eigenen Regierung dazu motiviert werden, den US-Behörden keinen Einblick in die eigenen Bücher zu gewähren.

Bei allen hier genannten Titeln gilt, dass der genaue Handelsplatz erst einmal keinen Einfluss auf die Bewertung und den Ausblick nimmt. Was von den derzeitigen Spekulationen bleibt, sind aber dennoch schwer verunsicherte Anleger und das hat bisher noch jeden Aufwärtstrend zu Fall gebracht. Es dürfte etwas dauern, bis wieder etwas mehr Ruhe einkehrt. Wann das der Fall sein könnte, ist nicht abzusehen, da es jetzt vor allem auf politische Entscheidungen ankommt.

 

Immer feste drauf

 

Die neuen Regeln in den USA sind nicht das einzige Problem, mit dem chinesische Aktien derzeit zu kämpfen haben. Dazu gesellen sich die bekannten Sorgen in Form von gestörten Lieferketten, Stromausfällen, heftig wankenden Immobilienkonzern und natürlich der allgegenwärtigen Omikron-Variante des Coronavirus. Die Lage könnte kaum weniger entspannt sein und die Entwicklungen in den Vereinigten Staaten scheinen das Fass nun zum Überlaufen gebracht zu haben.

Anzeige:

Werbebanner ISIN-WatchlistSkepsis gegenüber chinesischen Aktien ist nichts völlig Neues. Ein vorsichtiges Verhalten seitens der Börsianer lässt sich bereits seit Jahresbeginn beobachten. Mittlerweile scheint die Skepsis aber ein ganz neues Level erreicht zu haben und es zeichnet sich am Horizont so überhaupt nichts ab, was wieder für mehr Zuversicht sorgen könnte. Da bleibt einem für den Moment wohl kaum mehr übrig, als einen großen Bogen um viele einstige Gewinngaranten zu machen. Natürlich könnten die niedrigen Kurse jetzt so manchen Optimisten zum Zugreifen verleiten. Ob das allein ausreicht, um die enormen Korrekturen der ausgelaufenen Woche wiedergutzumachen, darf allerdings stark bezweifelt werden.

 

05.12.2021 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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