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NTG24-Tagesbericht Gold vom 26.05.2023: Gold nach insgesamt schwächeren US-Konjunktur-, aber festeren Preisdaten leicht erholt

Gold im Widerstreit zwischen nachlassender US-Konjunktur-, aber erhöhter Preisdynamik

NTG24 - NTG24-Tagesbericht Gold vom 26.05.2023: Gold nach insgesamt schwächeren US-Konjunktur-, aber festeren Preisdaten leicht erholt

 

Am gestrigen Tag befestigte sich Gold moderat um + 0,3 % auf 1946 USD, erholte sich dabei jedoch von seinem aus unserer Sicht nach unten übertriebenen Tagestief von nur noch 1937 USD (= sogar noch unter dem Tagestief und Schlussstand vom voangegangenen Donnerstag), nachdem die gestern publizierten wesentlichsten US-Konjunkturdaten zwar allesamt schwächer, allein der Preisanstieg der Konsumausgaben im April jedoch stärker als erwartet ausfielen.

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Nach den gestern von der US-Konjunkturentwicklungsseite zwar schwächer als erwartet ausgefallenen, jedoch einen anhaltend robusten Preisauftrieb in den Konsumausgaben im April signalisierenden Wirtschaftsdaten der USA schloss Gold (TVC:GOLD) den gestrigen Handelstag zwar mit einem leichten Kursgewinn um + 0,3 % auf 1945 USD ab, unterschritt jedoch nach der US-Wirtschaftszahlenpublikation mit einem nur noch bei 1937 USD markierten Tagestief wiederum das Tagestief und fast gleichhohen Schlusskurs vom vorgestrigen Donnerstag von 1939 USD.

Mit dieser zunehmend nachgebenden gestrigen Tagestief-Bildung, die nunmehr auch nahezu dem Doppeltief bereits vom 21. + 22.03. entspricht, stößt Gold damit mittlerweile grundsätzlich immer mehr in Richtung der finalen Unterstützungszone von rd. 1925 (= Basis-Rallyebeginn seit Ende Oktober 2022) bis 1937 USD (= aktueller Bollinger-Durchschnitt im Wochenchart) vor, die künftig charttechnisch unbedingt zu behaupten ist, bevor generell jegliche strategischen Verkäufe in Gold angezeigt wären.

 

Gestern gemeldete US-Konjunkturdaten für Gold entspannend, Preisdaten dagegen weniger

 

Die gestrige Tagestiefbildung bei nur noch 1937 USD überzeichnete unseres Erachtens jedoch die gestern insgesamt eher unkritischen US-Konjunkturdaten-Vorlagen, bei denen lediglich die zurückblickenden Konsumausgaben-Preissteigerungen (sog. PCE-Deflatoren) im April höher als von den Ökonomen im Konsens prognostiziert sowie den Vormonatsdaten im März ausfielen.

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Werbebanner EMH PM TradeSo legten diese PCE-Preise im April in ihrer Jahres-Gesamtrate nun um + 4,4 % zu, was über die März-Steigerung um + 4,2 % wie aber auch erheblich über die von den Ökonomen im Konsens erwartete weitere Rückbildung auf nur noch + 3,9 % hinausging. Der entsprechende Kernraten-Preisauftrieb (ohne Einschluss von Nahrungsmittel- und Energiekosten) wich dagegen im April mit + 4,7 % weitaus geringer von den gleichermaßen + 4,6 % betragenden Niveaus im März sowie den für den April unveränderten Konsensprognosen der Ökonomen ab.

Dagegen legte der am Freitag gleichfalls publizierte US-Auftragseingang von Investitionsgütern im April zum Vormonat März „nur“ noch um 1,1 % zu (exklusive der volatilsten Komponenten Automobile und den stark durch den Ukraine-Krieg geprägten Rüstungsgütern gar Rückgang um – 0,2 %), was nach beiden Berechnungskriterien einen deutlichen Rückgang gegenüber dem März (monatlich + 3,3 % / + 0,3 %) darstellte.

Mit dieser offenkundigen Wachstumserlahmung im Bereich der Investitionsgüter-Auftragseingänge korrespondierte im US-Konsumbereich in der anschließenden Publikation um 16:00 Uhr ebenso auch der markante Rückgang des als Frühindikator auszulegenden Verbrauchervertrauens-Indexes der University of Michigan im Mai gegenüber seinem Vormonats-Wert von 63,5 auf 59,2, was sogar auch durch einen weiteren Rückgang der 1 Jahres-Inflationsschätzungen der Verbraucher von 4,6 % auf nur noch 4,2 % begleitet wurde (deutlich pessimistischere Konsensprognose der Ökonomen: 4,5 %)

 

Künftige Unterstützungsbehauptung von 1925 – 1937 USD zunächst weiterhin offen

 

Da in den Datenpublikationen am Freitag also allein nur die rückblickende PCE-Preisentwicklung im April als recht ungünstig einzustufen war, alle übrigen Daten (wobei auch rückläufige Konjunkturwachstums-Zahlen grundsätzlich fast immer als Indikatoren für einen künftigen Inflationsabbau einzustufen sind) aber gegenüber dem März erwartungsgemäß klar rückläufig ausfielen, erachten wir die am Freitag zumindest im Tagestief von 1937 USD angedeutete Korrekturfortsetzung von Gold derzeit unter den beschriebenen fundamentalen Gegebenheiten als übertrieben bzw. zumindest seine Erholung auf 1945 USD zum Wochen-Handelsschluss für völlig gerechtfertigt.

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Werbebanner ClaudemusAndererseits ist nach der aus unserer Sicht eigentlich am Freitag eher positiv (= perspektivisch weiter konjunkturabkühlend) zu wertenden Wirtschaftsdaten-Vorlage die gerade für Gold kurzfristig brennendste Frage, ob die FED auf ihrer nächsten Zinssitzung am 14.06. den Leitzinskorridor von derzeit 5,00 % - 5,25 % weiter um + 0,25 % anheben wird, aus unserer Sicht jedoch nach wie vor als sehr unentschieden und völlig offen einzustufen (siehe zu dieser Thematik auch den momentan sogar zunehmend kritischer werdenden Konsens des sog. FED Watch-Tools).

Von strategischen fundamentalen Neuengagements in Gold raten wir in seinem momentan eher zunehmenden Eindringen in die wichtigste Unterstützungszone von 1925 – 1937 USD daher vorerst auch weiterhin ab.

Allein für sehr spekulativ und rein charttechnisch disponierende Anleger könnte unseres Erachtens derzeit ein erster antizyklischer Neueinstieg in Gold möglicherweise nun langsam wieder näher rücken.

 

Chart: Gold längerfristig

 

Gold auf TradingView

 

27.05.2023 - Matthias Reiner

Unterschrift - Matthias Reiner

 

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