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Henkel Vorzüge unter Druck nach schwachen Umsatzzahlen - Ausblick bleibt positiv

Henkel wird von Wechselkursverlusten geplagt - Q1 unter den Erwartungen

 

Henkel (DE0006048432) hatte im 1. Quartal genau ein Thema und das hiess Wechselkursverluste. Der Konzern erlebte ein ausgesprochen stürmisches Wachstum für seine Verhältnisse und am Ende wurde (fast) alles durch Verluste bei den Wechselkursen zunichte gemacht. Rückblickend ein Trauerspiel, was aber nichts daran ändert, dass die Nachfrage nach Henkel-Produkten sehr hoch war und ist. 

Ganze 0,8 % legte der Konzernumsatz im Euro gerechnet zu. Rechnet man dagegen mit konstanten Wechselkursen, erreichte Henkel ein Umsatzwachstum von 7,7 %, was überdurchschnittlich im historischen Vergleich ist. 

Die Klebstoffsparte (Adhesive Technologies) war erneut das Highlight der ersten drei Monate. Das eigentliche Wachstum erreichte 13 % im Jahresvergleich, wurde aber durch die Wechselkursveränderungen auf 6,7 % gedrückt. Was zum einen an dem weltweit gestiegenen Ausstoss bei den Kunden, aber zum anderen auch an einem weiterhin vorteilhaften Trend für den Einsatz von Klebstoffen lag. Das jüngste Beispiel ist die Elektroautomobilität, wo laut Henkel-Chef Knobel bis zu 300 Klebstoffanwendungen zum Tragen kommen und insgesamt 2 ½-mal mehr Klebstoff verwendet als in Autos mit einem Verbrennermotor. 

Laundry & Home Care läuft wie gehabt mit. Der organische Umsatz stieg um 4,1 %, doch in dieser Sparte schlugen die negativen Wechselkurseffekte am stärksten zu. Am Ende sank der Umsatz um -5,6 %, womit Laundry & Home Care im 1. Quartal die rote Laterne hielt. Ausgesprochen starkes Wachstum verzeichnete Henkel mit Waschmitteln vor allem in Asien, wo die Wachstumsraten im zweistelligen Bereich lagen. 

Die Sparte Beauty & Care war erneut etwas schwachbrüstig. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich leicht um -1,1 %. Bereinigt man den Umsatz um die negativen Wechselkurseffekte, erreichte Henkel hier ein kleines Plus von 2,3 % beim Umsatz. Das wichtige Friseurgeschäft entwickelte sich in den einzelnen Absatzmärkten sehr unterschiedlich. Während das Geschäft beispielsweise in Nordamerika ein starkes Comeback erlebte, sackte der Absatz in Europa unter das Vorjahresniveau. Besserung ist aber in Sicht. 

 

Ohne Innovationen kein neues Wachstum

 

Henkels grösste Probleme liegen in der schwach gefüllten Produktpipeline. Der Konzern hat in der Vergangenheit zu wenig in Forschung & Entwicklung investiert und sich auf seinen grossen Erfolgen ausgeruht. Die Folge ist, dass die reifen Märkte auf hohem Umsatzniveau stagnieren und die Wachstumsmärkte vom Volumen her zu klein sind, um den Zeiger noch deutlich zu bewegen. Neue erfolgreiche Produkte müssen her und Henkel arbeitet auch intensiv daran. 

 

Henkel AG & KGaA Vorzüge

 

Der Ausblick für 2021 ist etwas dünn. Man hob ihn zwar an, aber geht nur von einem organischen Wachstum von 4 bis 6 % aus. Je nachdem wie sich die Wechselkurse entwickeln, kann daraus dann schnell eine schwarze Null werden. Etwas besser sieht der Ausblick für den Gewinn je Vorzugsaktie aus. Hier prognostiziert der Vorstand ein Wachstum im hohen einstelligen bis mittleren Zehnprozentbereich. Aber auch wieder nur unter Annahme konstanter Wechselkurse. Die Spanne der bereinigten EBIT-Marge hob man für den Konzern leicht von 13,5 bis 14,5 % auf nun 14,0 bis 15,0 % an. Die Klebstoffsparte überkompensiert dabei einen Rückgang in der Sparte Laundry & Home Care.

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08.05.2021 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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