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Henkel kündigt 2 bis 5 % Wachstum für 2021 - Kurs fängt sich nach dem Dip

Henkel Vorstand schaut optimistisch in die Zukunft

 

Es überrascht, wie stark Henkel in 2020 gelitten hat. Typischerweise ist das Geschäft des Konsum-und Industriegütergiganten ein Fels in der Brandung und wenig anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Aber die Covid-19-Krise hat deutliche Spuren in der Gewinn- und Verlustrechnung hinterlassen, wenn man bedenkt, dass die organischen Wachstumsraten dieses reifen Geschäfts jährlich betrachtet üblicherweise im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich liegen und sehr stabil sind.

Der Umsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr um -4,3 % auf 19,25 Mrd. Euro. Was sich nicht viel anhört, doch es hatte erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis und die Margen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde durch den vergleichsweise geringen Umsatzrückgang um gleich -30 % auf 2,02 Mrd. Euro zurückgeworfen. Die Umsatzrendite sank signifikant um 3,9 Prozentpunkte von 14,4 % auf 10,5 %. Und das alles, obwohl die meisten Vertriebskanäle von Henkel das ganze Jahr geöffnet waren.

Besonders stark belastet hat Henkel der Umsatzrückgang im Geschäftsbereich Klebstoffe und Oberflächen (Adhesive Technologies). Die Produkte werden vorrangig in der Industrie eingesetzt, wo Hochleistungsklebstoffe und Oberflächentechnologien in allen Bereichen von der Automobilbranche über die Metallverarbeitung bis hin zur industriellen Wartung und Instandhaltung eingesetzt werden. Die Kunden dieses Geschäftsbereichs waren natürlich zeitweise von Lockdowns betroffen. Entsprechend ergab sich für Henkel hier erst zum Jahresende hin eine Normalisierung der Umsätze, die aber immer noch eine Lücke von mehr als -8 % im Vergleich zum Vorjahr aufwiesen. Am Ende konnte der Bereich einen Umsatz von 8,7 Mrd. Euro erwirtschaften und ein EBIT von 1,25 Mrd. Euro, was knapp -24 % unter dem Niveau von 2019 lag. 

 

Haushaltsprodukte hielten den Umsatz hoch

 

Die Haushaltsprodukte konnten als einziger Geschäftsbereich ein stabiles Umsatzniveau ausweisen. Die Erlöse verbesserten sich minimal um 0,7 % auf 6,7 Mrd. Euro, womit der Bereich der zweitgrösste im Konzern ist. Enttäuschend war, dass Henkel die Profitabilität in diesem Bereich nicht halten konnte. Ganz im Gegenteil. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs sackte das EBIT um mehr als -29 % weg auf nur 688 Mio. Euro. Negative Wechselkurseffekte hatten hier einen grossen Anteil an dem schwächeren Abschneiden. 

 

Henkel AG & Co. KGaA

 

Der Bereich Pflege ist der kleinste und am wenigsten profitabelste bei Henkel. Marken wie Schwarzkopf und Syoss sind den meisten Kunden bekannt. Wachstum bieten diese Marken aber kaum noch. Das erzielte Umsatzniveau von 3,75 Mrd. Euro in 2020 lag mehr -3 % unter dem Vorjahresniveau und war das schwächste seit mindestens 2016. Typischerweise erlöst Henkel mit diesem Bereich jährlich zwischen 3,8 und 3,9 Mrd. Euro. Besonders stark brach hier die Profitabilität im vergangenen Jahr ein. Das EBIT sank um -41 % auf nur noch 246 Mio. Euro und die Umsatzrendite fiel gleich um -4,2 Prozentpunkte auf nur noch 6,6 %. Ausschlaggebend für den Rückgang in diesem Geschäftsbereich waren insbesondere die langen Schliessungen der Friseurgeschäfte. 

 

Die Dividende bleibt stabil

 

Henkel möchte nicht, dass die Aktionäre von dem Gewinnrückgang in 2020 betroffen werden. Man hat sich entschieden, die Dividende für die Stämme und die Vorzüge auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr zu belassen. Was im Übrigen auch dem Niveau des Geschäftsjahres 2018 entspricht. Für die Stämme möchte man 1,83 Euro je Aktie und für die Vorzüge 1,85 Euro je Aktie auszahlen. Auf aktuellem Kursniveau entspricht das für die Vorzüge einer Dividendenrendite von brutto 2,2 %.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDer Vorstand blickt optimistisch in die Zukunft. Man rechnet nicht damit, noch in diesem Jahr das Niveau von 2019 wieder zu erreichen, da noch hohe Unsicherheit in Bezug auf die Covid-19-Krise bestehen, aber man erwartet eine Fortsetzung der graduellen Verbesserungen des Geschäfts, insbesondere im Industriegeschäft und im Bereich Beauty Care, dank der Öffnung der Friseurgeschäfte. Insgesamt rechnet man mit einem organischen Umsatzwachstum von 2 bis 5 % im laufenden Jahr. 

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07.03.2021 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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