Atlas treibt die Fantasie der Aktionäre an und die Aktie von Hyundai erreicht bisher ungeahnte Höhen
Andere träumen, Hyundai ist schon mit der Umsetzung beschäftigt
Kürzlich plauderte Tesla bei der Vorstellung seiner Geschäftszahlen von neuen Chancen im Bereich humanoider Roboter. Zusammen mit fulminanten Zukunftsversprechen zu selbstfahrenden Autos tröstete das die Anleger auch über schwache Umsätze und heftige Absatzeinbrüche hinweg. Doch während Tesla im Bereich der Roboter noch viel träumt, ist Hyundai schon zwei Schritte weiter. Dort sollen noch vor Jahresende humanoide Roboter in den eigenen Fabriken zum Einsatz kommen.
Die Begeisterung der Aktionäre darüber ist nicht zu übersehen. Wenige Tage nach Neujahr stellte Hyundai (KR7005380001) den von der Tochter Boston Dynamics entwickelten Roboter Atlas vor. Im Anschluss schoss die Aktie im hohen Tempo gen Norden. Ausgehend von rund 300.000 Won ging es bis auf 590.000 Won im Hoch aufwärts. Der Kurs konnte sich also innerhalb weniger Tage nahezu verdoppeln.
Atlas ist nicht ganz zwei Meter groß und bringt 50 kg auf die Waage. Der humanoide Roboter verfügt über frei drehbare Gelenke und kann neue Aufgaben dank einer KI auf Basis von Google Gemini laut Hersteller innerhalb eines Tages erlernen. Damit soll die Gerätschaft sich potenziell für eine Vielzahl von Tätigkeiten eignen, auch über den Betrieb in der Autoproduktion von Hyundai hinaus. Dort soll sich Atlas aber zunächst beweisen können.
Die Analysten sind begeistert von Hyundai
Gegen Ende des laufenden Jahres soll Atlas in einer US-Fabrik von Hyundai die Bereitstellung von Bauteilen in der richtigen Reihenfolge sicherstellen. Ab 2030 sollen Roboter dieser Bauart auch in der Montage eingesetzt werden. Ab 2028 ist mit einer Produktion von 30.000 Robotern jährlich geplant, die Hyundai auch an andere Unternehmen verkaufen könnte. Das versetzt die Analysten regelrecht ins Staunen. Wie die „FAZ“ berichtet, erwartet sich die südkoreanische Anlagegesellschaft KB Securities von Boston Dynamics bis zum Jahr 2035 Umsätze von 290 Milliarden US-Dollar. Das wäre in etwa doppelt so viel, wie Hyundai insgesamt im Jahr 2024 umsetzen konnte.
Beeindruckt sind die Märkte vor allem davon, dass Hyundai für die Produktion und den tatsächlichen Einsatz seiner Roboter bereits sehr konkrete Pläne vorweisen kann. Zwar arbeiten auch viele Konkurrenten an ähnlichen Projekten. Dort wird aber nur sehr vage in die Zukunft geblickt und feste Termine für einen produktiven Einsatz sind ausgesprochen selten. Daraus entsteht der Eindruck, dass Hyundai über handfeste Vorsprünge verfügt.
Allerdings ließ die Rallye zuletzt auch wieder ein wenig nach. Während die Zukunft rosarot erscheint, kämpft Hyundai in der Gegenwart erst einmal mit Zöllen im wohl wichtigsten Markt USA. Die Kosten dafür bezifferte der Konzern kürzlich für das vergangene Jahr auf umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. Ohne Trumps Zölle hätten die Gewinne also sehr viel höher ausfallen können.
Zittern die Mitarbeiter schon?
Der Aktienkurs ging vor dem Wochenende auf „nur“ noch 478.000 Won zurück, blieb damit aber gut 60 Prozent über den Kursständen von Anfang Januar. Euphorie ist also noch immer zu spüren und Atlas dürfte die Bullen sehr wahrscheinlich noch etwas länger inspirieren. Weniger Begeisterung versprühen die Fortschritte bei der Robotik indes unter den Angestellten. Die Metallarbeiter-Gewerkschaft in Südkorea kündigte bereits Widerstand an und ließ wissen, dass kein einziger Roboter in die Fabriken kommen werde, solange es keine Vereinbarung mit der Arbeitnehmerseite gibt.
Zumindest einige Angestellte scheinen es angesichts der schnellen Fortschritte von Hyundai mit der Existenzangst zu tun zu bekommen. Es mag etwas zynisch klingen, doch für die Robotik-Spezialisten von Boston Dynamics ist das vielleicht das größte Lob. Die Anleger erkennen darin ernsthafte Aussichten auf einen neuen Produktivitätsboost, was im Falle von Hyundai nun über bloße Träumereien weit hinausgeht. Mit dieser Wachstumsstory im Gepäck könnten der Aktie noch weitere Höhenflüge bevorstehen.
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02.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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