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Moderna, Pfizer, Amazon: Weitere Top News aus dem Gesundheits-Sektor

Moderna, Pfizer, Amazon: Bio- und Gesundheitstechnologien mit wachsender Symbiose

 

Auch gestern und heute überschlugen sich hoch spannende Nachrichten aus dem internationalen Gesundheitswesen weiterhin. Zwar wurden diese natürlich nach wie vor vor allem von Schlagzeilen rund um weitere Corona-Impfstoffzulassungen bzw. gar ersten beginnenden Impfserien der weltgrößten Entwickler und Vertreiber MODERNA (US60770K1079) und PFIZER (US7170811035) beherrscht. Aber im immer breiter und („dank“ der Corona-Pandemie) zudem immer enger miteinander verzahnt werdenden Gebiet von bio- wie auch gesundheitstechnologischen Weiterentwicklungen machte nun sogar selbst auch ein Haus wie der weltgrößte Online-Retailer, aber auch E-Commerce-Abwickler AMAZON (US0231351067) in den letzten 2 Tagen kaum weniger positive, auf den Gesundheitssektor entfallende Schlagzeilen.

Dies zeigt vor allem eins exemplarisch bestens: Die Corona-Krise brachte nicht nur bahnbrechende Neuerungen auf der biotechnologischen Produktentwicklungsseite (v.a. Impfstoffe) und im Feld medizintechnischer Analysegeräte hervor (z.B. analytische Filtrationssysteme und Gerätemodifikationen zur Auswertung von Corona-Tests), sondern wird auch unzweifelhaft dafür sorgen, dass diese Felder künftig flankiert durch zusätzliche hoch innovative und immer komplexere gesundheitsspezifische Datenverarbeitungs- und Prozessabwicklungsservices (wie nun auch selbst durch Amazon) künftig immer mehr in einem fließenden Übergang zur symbiotischen Einheit einer gesamten „Gesundheitstechnologie-Revolution“ verschmelzen werden.

Aber nun der Reihe nach zu den gestrigen und heutigen weiteren, sehr positiven bio- und gesundheitstechnologischen Schlagzeilen von Moderna, Pfizer und Amazon.

 

MODERNA

 

Hinsichtlich MODERNA kam die weitere bahnbrechende Meldung für die natürlich auch künftig stetig weitere entwickelte Forschung zur Virenbekämpfung der gesamten Corona-Familie (von der das aktuell grassierende Covid 19-Virus nur eine spezifische Variante darstellt) von der Seite, dass in die künftige Weiterentwicklung aller Covid 19- und generell Corona-Impfstoffe von Moderna in einem hierzu neu abgeschlossenen Partnerschaftsabkommen mit dem Schweizer Pharmagiganten ROCHE (CH0012032048) nun künftig auch direkt alle weltweit führenden Forschungserkenntnisse von Roche auf dem Gebiet der SARS-CoV-2 Antikörper-Forschung mit einfließen werden.

Hierdurch wird unzweifelhaft die gesamte menschliche Corona-Impfstoffentwicklung von Moderna künftig auf eine weitere neue Qualitäts- und Effizienzstufe gestellt werden, da SARS-CoV-2 eben genau der bereits identifizierte tierische Basis-Erreger (= eine Mutation des schon vor 15 Jahren pandemieverursachenden SARS-Erregers) ist, der für die Anfang 2020 erstmals in China aufgetretene Corona-Virenübertragung auf den Menschen verantwortlich war.

Würden menschliche Corona-Impfstoffe also künftig in höchstem Effizienznachweis sogar auf SARS-CoV-2- Antikörper-Basis hergestellt, so würde dies künftig sogar die entscheidende medizinische Basis dafür darstellen, bereits in der ersten Stufe von Vorneherein jede tierische Übertragbarkeit des Corona-Virus auf den Menschen komplett auszuschließen und damit jegliche anfangs so geimpfte Menschen und (bei der üblichen anschließenden Weitervererbung dieser Resistenzen über Generationen hinweg) eines Tages sogar hypothetisch die gesamte Menschheit gänzlich immun gegen jede Corona-Ansteckung werden lassen.

Auch wenn entgegen der darauf heute um 0,7 % festeren Roche-Aktie die Aktie von Moderna in völliger Ausblendung dieser sehr positiven strategischen Nachricht mit einem Minus von - 3,7 % reagiert, so belegt dieses sehr weitsichtige Abkommen doch, dass Moderna auch in den kommenden Jahren zu einem der absolut weltführenden Entwickler aller Corona-Impfstoffe gezählt werden dürfte.

Dies ergänzt überdies auch noch perfekt die bereits zuletzt geschmiedete US-schweizerische Allianz von Moderna mit LONZA (CH0013841017) auf dem Gebiet des logistischen Corona-Impfstoff-Vertriebs, so dass damit eine künftige europäische Vormachtstellung des gesamten (bereits medizinisch generell sehr traditionsreichen) Landes Schweiz auch für die künftige Corona-Impfstoffforschung und -distribution neben Deutschland (BIONTECH, CUREVAC) noch weiter etabliert werden dürfte.

Die darüber hinaus gerade auf dem Allgemeingebiet des Infektionsschutzes sehr breit aufgestellte Moderna (Aktienmarkt-Kapitalisierung 67 Mrd. USD) halten wir daher mit einem Aktien-KGV (2022e) von nur rd. 32 aktuell auch weiterhin für überschaubar bewertet, weshalb risikofreudige Anleger den heutigen Kursrückschlag unter längerfristigen Aspekten durchaus auch weiterhin zu Käufen nutzen sollten.

 

Chart: MODERNA

 

 

PFIZER

 

PFIZER und ihr führender deutscher Covid 19-Impfstoff-Entwicklungspartner BIONTECH profitierten hingegen in den letzten 2 Tagen von der Nachricht, dass nach den Auswertungen der Phase 3-Testergebnissen und weiteren Überprüfungen ihr Impfstoff BNT162b2 nach Angaben der nationalen US-amerikanischen Gesundheits-Aufsichtsbehörde FDA alle qualitativen Voraussetzungen erfülle, um nun auf den von ihr gestellten Eilantrag hin in Kürze in den USA zugelassen zu werden. Ein Start der ersten Impfungen, für die Pfizer/BioNTech der US-Regierung schon die Lieferung von zunächst 100 Mio. Dosen (mit der Option auf weitere 500 Mio. Dosen) fest zugesagt haben, könnte nach erfolgter FDA-Zulassung somit bereits sehr schnell erfolgen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAußerdem laufen nun erste Impfungen mit dem Vakzin von Pfizer/BioNTech in Großbritannien und Israel, den ersten beiden größeren Weltnationen, wo eine Zulassung schon ergangen ist, in diesen Tagen bereits an. Pfizer/BioNTech werden hierzu Großbritannien zunächst mit 40 Mio., Israel mit 8 Mio. Impfdosen beliefern. Die heute in diesem Zusammenhang nach weiteren Testauswertungen ergangene Warnung der britischen Gesundheitsaufsichtsbehörde, dass jedoch zumindest für Menschen mit schweren Allergien von einer Impfung mit diesem Präparat in der jetzigen Form abzuraten sei, halten wir dabei für den weiteren Fortgang der Impfabläufe jedoch für nicht allzu entscheidend.

Zudem schlossen Pfizer/BioNTech in den letzten Tagen auch ein erstes Lieferabkommen mit der Schweizer Regierung von zunächst 3 Mio. Impfdosen ab, das jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zulassung durch die nationale Gesundheitsaufsichtsbehörde Swissmedic steht.

Nachdem wir für risikofreudige Anleger in den letzten Tagen im Hinblick auf die positiven künftigen Impfstoffzulassungs-Perspektiven bereits einen weiteren Kauf der mit einem KGV (2022e) von rd. 8,5 aktuell sehr moderat bewerteten BIONTECH-Aktie für vertretbar hielten, verstärken wir diese Kaufempfehlung für die Aktie ihres weltführenden Entwicklungs- und Vertriebspartners PFIZER nun klar, und dies selbst auch für konservative Anleger.

Zum einen ist dieser Pharma-Gigant medizintherapeutisch natürlich erheblich breiter aufgestellt als die aktuell sehr stark auf die Corona-Impfstoffentwicklung fokussierte BioNTech, und deckt hierbei auch z.B. die Therapiefelder Krebs-, Herz-Kreislauf-, Nerven-, Autoimmun-, Atemwegs-, Urologie-, allgemeine Infektions- und Augenerkrankungen ab. Daneben ist Pfizer aktuell jedoch auch ein gefragtester Impfstoff-Entwickler gegen die durch Corona-Immunsystem- (und vor allem Lungen-) Schädigungen zugleich klar erhöhten Risiken aktueller Pneumokokken-Infektionen, für deren bis nach der 3. klinischen Testphase marktreif entwickelten Impfstoff 20vPnC Pfizer nun ebenfalls einen Eilzulassungsantrag bei der US-amerikanischen FDA eingereicht hat. Auch für dieses Zulassungsverfahren hat die FDA Pfizer bereits eine beschleunigte Prioritäts-Prüfung zugesagt, so dass dies Zulassung ebenfalls innerhalb des kommenden Monats ergehen könnte.

Unter diesen Aspekten ist die Aktie von Pfizer mit einem aktuellen KGV (2022e) von lediglich rd. 15 natürlich als hochgradig unterbewertet einzustufen, so dass der zudem auch gerade noch erfolgte Chartausbruch über den elementaren Widerstand von 40,50 USD hinaus (aktueller Kurs: 42 USD) nun aus unserer Sicht zusammen genommen zwei klare Signale für einen künftig erfolgsversprechenden Aktienneueinstieg liefern.

 

Chart: PFIZER

 

 

AMAZON.COM

 

Und geprägt durch die zukunftsweisenden Zeichen, die die Corona-Krise seit Anfang 2020 für den gesamten weltweiten Gesundheitssektor setzt, macht selbst auch der weltgrößte Online-Einzel- und E-Commerce-Händler AMAZON.COM im Rahmen seiner technologischen Kompetenzen immer weniger auch vor diesem herausfordernden Zukunftsmetier halt, was in der strategischen Konzernentwicklung sicher seinen wesentlichsten Ausgangspunkt in der bereits im Juli 2018 erfolgten Übernahme der seinerzeit in den USA führenden Online-Versandapotheke PILLPACK für rd. 750 Mio. USD hatte. Angedockt an die Pharmavertriebs-Dienstleistungen von PillPack etablierte Amazon sofort mit Ausbruch der Corona-Krise ab Ende März in den USA außerdem auch die erste „virtuelle Klinik“ AMAZON CARE in ihrer Zentrale in Seattle (zunächst nur für die eigenen Angestellten), die mit ihren Dienstleistungen von Online-Fernberatungen, -Diagnoseurteilen und -Medikamentenversendungen jedoch künftig auch für andere externe Unternehmen und ihre Angestellten kommerziell nutzbar gemacht werden soll.

Wie gefragt und lukrativ gerade das Metier des Online-Pharmaversands speziell wegen und nach der Corona-Krise auch weiterhin bleiben wird, exerziert in Europa die atemberaubende Erfolgsstory von SHOP APOTHEKE EUROPE (NL0012044747) und seiner Aktie bestens vor, und diesem Erfolg wird zweifellos auch das ähnlich gelagerte Geschäft von Amazon mit Fokus auf die USA nicht im Geringste nachstehen.

Ihre Abrundung erhielten derartige zunehmende Online- bzw. Technologieaktivitäten von Amazon im Gesundheitsbereich nun gerade in den letzten 2 Tagen zudem durch zwei weitere hoch interessante Meldungen.

Zum einen befindet sich Amazon nach Angaben zweier unabhängiger Quellen aus gut unterrichteten Kreisen derzeit offenbar in bereits fortgeschrittenen Verhandlungen zum Kauf der indischen Präsenz- und Online-Apotheken-Kette APOLLO PHARMACY von ihrer Mutter, dem landesweit tätigen Krankenhaus-Ring Apollo Hospitals, zu einem geschätzten Kaufpreis von gerade einmal rd. 100 Mio. USD. Bereits mit diesem Kauf würde Amazon in Indien, welches gemessen an der Zahl von 1,4 Mrd. Einwohnern derzeit noch als eines der medizinisch unterversorgtesten Länder der Erde gilt, in diesem Segment bereits zu den national führenden Industrie-Konglomeraten Reliance Industries und Tata Group aufschließen, die sich ebenfalls zunehmend in dem in Indien von Jahr zu Jahr stärker florierenden Pharma-Versandhandel engagieren.

Noch weit bedeutsamer und von langfristig größerer Tragweite ist zum zweiten der mit einer großen Einführungsshow gestern gefallene Startschuss für die neu angelegte digitale Gesundheits-Plattform „AMAZON HEALTHLAKE“ innerhalb ihres konzerneigenen Cloud-Unternehmens AWS, das nach aktuellen Erhebungen per 30.09. weiterhin mit Abstand den weltführenden Cloud-Marktanteil von 32 % vor Microsoft Azure (19 %), Google Cloud (7 %) und Alibaba Cloud (6 %) einnahm.

Gegenstand und Ziel von Amazon HealthLake ist es dabei, diese Einheit langfristig zu der weltweit gefragtesten Cloud-Plattform für jeglichen noch so komplexen Austausch und die auf Knopfdruck mögliche Analysefähigkeit aller nur denkbaren Daten zwischen Krankenhäusern/Kliniken/Ärzten, Pharmakonzernen und Krankenversichern zu machen. Die lückenlose Auswertungsfähigkeit aller Daten soll dabei selbst in kürzester Zeit für Datensätze in Petabyte-Größen (1 Petabyte = 1000 Terabyte) möglich sein und sich dabei fortschrittlichsten Elementen der Künstlichen Intelligenz bedienen, deren weltweit adressierbares Anwendungs-Umsatzvolumen im Gesundheitssektor Marktforschungsinstitute bereits bis Ende 2026 auf nicht weniger als 19 Mrd. USD adressieren.

In jedem Fall illustrieren diese Nachrichten rund um die Gesundheits-Aktivitäten von Amazon bestens, dass der Konzern und die Aktie grundsätzlich und längst schon unter weit mehr - und dabei perspektivisch sehr interessanten - Facetten zu bewerten ist, als nur nach dem Maßstab einer vermeintlich kurzfristig extrem Corona-begünstigten Geschäftslage (was das 4. Quartal nach entsprechenden Lockdown-Aufhebungen auch erst noch zeigen muss, zumal Amazon nach Beendigung der zurückliegenden Sonderverkaufstage vom Black Friday bis Cyber Monday zumindest bereits über Umsätze ihrer weltweiten, externen AMAZON STORE-Mitglieder von nicht weniger als 4,8 Mrd. USD berichtet hat, dem höchsten jemals erzielten Transaktionsvolumen innerhalb dieser Sonderverkaufsperiode).

In jedem Fall sehen wir Amazon in dieser zunehmend breiten Geschäftsausrichtung, und gerade auch weiter getragen durch ihr Cloud-Unternehmen AWS, weiterhin auf einem strategisch hoch soliden und von CEO Jeff Bezos äußerst umsichtig gesteuerten Expansionskurs, innerhalb dessen die seit Juli verzeichnete charttechnische Dreiecks-Konsolidierung der Aktie mit einem aktuell noch vertretbaren KGV (2022e) von 48 wohl nur eine temporäre Zwischenstation vor einem weiteren Aktienausbruch nach oben (wohl mit Vorlage von uns erwarteter glänzender Zahlen zum 4. Quartal) sein dürfte.

Gleichwohl kann künftig jedoch auch eine Verletzung des aktuellen Chartdreiecks nach unten nicht gänzlich ausgeschlossen werden, wogegen wir allerdings vorbeugend eine Stop Loss-Setzung bei derzeit 2860 USD (= 8 % unterhalb des aktuellen Kurses) vorgenommen haben.

 

Chart: AMAZON.COM

 

 

09.12.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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