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Edelmetall Marktbericht vom 30.11.2025: Platin und Palladium kommen in Form - Welche verborgenen Signale der Markt gerade sendet

Der industrielle Bedarf an Platin und Palladium steigt trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten weiter

NTG24 - Edelmetall Marktbericht vom 30.11.2025: Platin und Palladium kommen in Form - Welche verborgenen Signale der Markt gerade sendet

 

Der Edelmetallhandel startete mit kräftigen Kursbewegungen in die jüngste Woche. Platin beendete den Handel sogar bei 1662 US-Dollar und legte damit sehr starke 11 Prozent zu, während Palladium mit 1448 US-Dollar ein Wochenplus von 5,8 Prozent erzielte. Auch auf Monatssicht stehen beide Weißmetalle im grünen Bereich. Die jüngsten Ausschläge lenken den Blick auf eine Marktphase, in der strukturelle Trends und taktische Kräfte ungewöhnlich stark aufeinandertreffen.

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Während Gold auf neuen Höhen notiert, präsentiert sich Platin (TVC:PLATINUM) in einer Preisspanne, die aus historischer Perspektive klar als Unterbewertung gilt. In den vergangenen Jahrzehnten lag Platin häufig über Gold, gelegentlich mit deutlichem Aufpreis. Ausschlaggebend waren nicht nur die geringere Verfügbarkeit und die aufwendigere Förderung, sondern vor allem der hohe industrielle Verbrauch. Platin verschwindet in Katalysatoren, in medizinischen Instrumenten, in elektronischen Bauteilen sowie zunehmend in Technologien zur Wasserstoffproduktion.

 

 

 

Genau dieses Profil lässt zahlreiche Marktbeobachter aufhorchen. Ein erfahrener Investor aus der öffentlich aktiven Edelmetall-Community kündigte jüngst an, frische Mittel fast vollständig in Platin umzuschichten. Für ihn eröffnet der niedrige Kurs eine asymmetrische Konstellation: begrenzte Risiken nach unten, aber erhebliches Aufholpotenzial, falls sich das traditionelle Verhältnis zwischen Gold und Platin auch nur teilweise normalisiert. Die derzeitige Preisdifferenz wertet er als Bewertungsanomalie, die in ähnlicher Konstellation historisch selten vorkam.

 

Strukturelle Knappheit trifft industrielle Nachfrage

 

Der Blick auf die Angebotslage untermauert diese Einschätzung. Platin wird vor allem in Südafrika und Russland gefördert – Regionen, die zuletzt immer wieder mit geopolitischen und wirtschaftlichen Störungen zu kämpfen hatten. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage aus der Autoindustrie stabil, während neue Einsatzbereiche im Energiesektor zusätzliches Potenzial bergen. Dass der Platinpreis diese strukturellen Faktoren kaum widerspiegelt, irritiert viele Analysten und führt zu der Einschätzung, dass sich Anleger derzeit in einem Umfeld bewegen, das langfristig orientierten Käufern Chancen bieten könnte.

 

Palladium zeigt Stärke – Rückenwind aus Asien und von der Geldpolitik

 

Auch Palladium (TVC:PALLADIUM) hat sich in den letzten Tagen deutlich erholt. Die Notierungen handeln zum Wochenausklang etwas über dem Zwei-Wochen-Hoch, nachdem die Terminbörse in Guangzhou neue Palladium-Futures eingeführt hat. Marktteilnehmer sehen darin ein Zeichen wachsender chinesischer Aktivität. Parallel nährt die Aussicht auf eine weniger straffe US-Geldpolitik die Hoffnung, dass Investoren verstärkt in zyklischere Rohstoffsegmente zurückkehren.

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Gleichwohl bleibt die Lage für Palladium anfällig. Das laufende Section-232-Verfahren in den USA, das zu Importzöllen führen könnte, sowie eine eingereichte Dumping-Klage gegen ausländische Anbieter sorgen für Unsicherheit. Gleichwohl rechnen Analysten mit einem Angebotsdefizit bis 2026 – ein Fundament, das den Markt mittelfristig stabilisieren dürfte. Für taktisch handelnde Anleger eröffnet dies ein spannendes, wenn auch schwankungsintensives Umfeld.

 

Technisches Bild: Trends vorhanden, Impulse gesucht

 

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich Platin derzeit über dem 50- und dem 200-Tage-Durchschnitt. Der kurzfristige gleitende Durchschnitt verläuft oberhalb des langfristigen und bestätigt damit ein positives Grundmuster. Der ADX-Wert von 21,5 Punkten deutet allerdings auf einen moderaten Trend hin, der noch keine klare Dynamik entfaltet. Neue Impulse – etwa durch Konjunkturdaten, Fördermeldungen oder veränderte Kapitalströme – wären nötig, um eine stärkere Trendbewegung auszulösen.

Palladium zeigt ein ähnliches Bild. Auch hier notiert der Kurs oberhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte, was grundsätzlich für einen intakten Aufwärtstrend spricht. Mit einem ADX-Wert von 18,2 Punkten überwiegt jedoch eine seitwärtsgerichtete Phase, in der der Markt auf neue Signale wartet. Das technische Setup wirkt damit konstruktiv, aber noch nicht belastbar genug, um von einem nachhaltigen Ausbruch zu sprechen.

 

Ausblick

 

In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, ob Platin seine Rolle als unterschätztes Edelmetall festigt und ob Palladium aus seiner engen Handelsspanne ausbrechen kann. Viel wird davon abhängen, wie sich die konjunkturellen Indikatoren entwickeln und ob die politischen Risiken rund um Handelszölle weiter an Schärfe gewinnen. Für Anleger mit mittel- bis langfristigem Horizont bieten beide Märkte derzeit ein Spannungsfeld zwischen struktureller Verknappung und kurzfristiger Nachrichtenlage – ein Umfeld, das aufmerksam verfolgt werden sollte.

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30.11.2025 - Andreas Opitz

Unterschrift - Andreas Opitz

 

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