Die Drogeriekette dm startet beim Versand von rezeptfreien Medikamenten durch und setzt Redcare Pharmacy damit unter Druck
Die Aktie von Redcare Pharmacy könnte dennoch reif für eine Erholung sein
Am Dienstag ist Realität geworden, worüber zuvor über Monate hinweg nur spekuliert wurde. Die Drogeriekette dm startete mit dem Verkauf von rezeptfreien Medikamenten auf ihrer Online-Plattform. Versendet werden die entsprechenden Paket aus Tschechien, wo auch die notwendige Präsentapotheke zu finden ist.
Mit dem Startschuss dringt dm in einen wachsenden Markt vor, sehr zur Unfreude der Anteilseigner von Redcare Pharmacy (NL0012044747). Denn dort vollzog sich im laufenden Jahr eine massive Korrektur, was den Aktienkurs um über 50 Prozent in Richtung Süden beförderte. Das hat viel mit dem Vorstoß von dm zu tun.
Das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist bisher langsamer gewachsen als ursprünglich erhofft. Das E-Rezept wird von Patientinnen und Patienten eher schleppend angenommen. Jeder Angriff auf die Geschäfte mit rezeptfreien Medikamenten wird daher umso mehr als Bedrohung wahrgenommen. Auf den tatsächlichen Start von dm reagierte die Redcare Pharmacy-Aktie gestern allerdings nicht weiter. Die damit verbundenen Herausforderungen scheinen bereits eingepreist zu sein.
Redcare Pharmacy: Genug für alle?
Die Sorgen der Anteilseigner sind grundsätzlich nachvollziehbar. Mit dm steigt in Deutschland ein ernstzunehmender Gegenspieler ein, dessen Ruf und Bekanntheit vermutlich größer ausfällt als beim einst auch als Shop Apotheke Europe bekannten Unternehmen. Gleichwohl erscheint die regelrechte Panik, welche sich zeitweise breitmachte, dezent übertrieben. Der Markt ist groß genug, um mehrere Player zu tragen. Solche Überlegungen kamen bisher etwas zu kurz.
Aktuell befindet sich das Geschäft mit dem Versand von Medikamenten noch immer im Wachstum. Zudem bleibt Redcare Pharmacy bei rezeptpflichtigen Medikamenten klar im Vorteil. Angesichts einer soliden fundamentalen Entwicklung wäre die Aktie aus rein technischer Sicht reif für eine Erholung. Dafür wird jedoch auch das Marktsentiment mitspielen müssen, wovon bisher noch nichts zu sehen ist.
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18.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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