Rückenwind für Rheinmetall und Renk, BP profitiert von Anzeichen für höhere Ölpreise und die Lufthansa streicht etliche Flüge
Der Angriff von Israel und USA gegen Iran wird an den Märkten nicht unbemerkt bleiben
In Abstimmung mit Israel schafft US-Präsident Donald Trump wieder einmal Fakten. Wie schon bei der (mutmaßlich völkerrechtswidrigen) Entführung von Nicolas Maduro im Januar fiel auch der neuerliche Angriff auf den Iran auf einen Samstag, sodass die Börsen darauf nicht direkt reagieren konnten. Ob das Zufall sein mag, sei dahingestellt. Ein Blick auf den außerbörslichen Handel lässt derweil Indizien für die neue Woche erkennen.
Erkennbar ist dort, dass die Anleger mehr Interesse an Rüstungsaktien finden. Die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) wertete am Samstag im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz spontan um 2,8 Prozent auf 1.712 Euro auf. Wie weit die Reise von dort noch gehen kann, dürfte nun von den weiteren Entwicklungen abhängen. Trump ließ wissen, den Iran noch die ganze Woche bombardieren zu wollen, obschon wohl bedeutendes Führungspersonal inklusive Staatsoberhaupt Ali Khamanei bereits getötet wurden.
Experten sehen die Möglichkeit dafür, dass es zu einem längeren Konflikt kommen könnte. Denn entmachtet wurde das Regime im Iran noch nicht und angekündigt wurden heftige Gegenschläge. Ob und in welcher Form genau das angegriffene Land dazu in der Lage sein mag, darüber lässt sich nur mutmaßen. Doch je länger der Konflikt anhält, desto mehr Rückenwind dürfte es für Rheinmetall und Co. geben.
Renk marschiert nach vorn
Es ist an der Börse üblich, dass Konflikte Rüstungsaktien befeuern, auch wenn sich dadurch gar nicht zwingend neue Auftragseingänge ergeben müssen. Eingestellt wird sich dennoch auf eine höhere Nachfrage. So auch bei der Aktie von Renk (DE000RENK730), die gestern außerbörslich um etwas mehr als sieben Prozent zulegen konnte. Hier dürfte auch der Blick auf die in wenigen anstehenden Zahlen einen Faktor darstellen.
Es wäre zumindest denkbar, dass der Ausblick nach den jüngsten Eskalationen mehr Chancen als gedacht erkennen lässt. Zumindest mag dies momentan der Gedankengang des einen oder anderen Marktakteurs sein. Nüchtern betrachtet dürfte Renk den neuerlichen Konflikt aber zunächst ausklammern. Denn bis die Panzergetriebe, Motoren, Kupplungen und dergleichen mehr dort eine wesentliche Rolle spielen, müsste noch einiges mehr passieren.
BP: Durchbruch voraus?
Natürlich bringt der Angriff auf den Iran noch etliche weitere Konsequenzen mit sich. So etwa die Sperrung der Straße von Hormus, durch die schätzungsweise ein Viertel der weltweiten Öltransporte geleitet werden. Der Iran kündigte eine vollständige Sperrung an, auch wenn sich daran laut Medienberichten wohl nicht jeder zu halten scheint. Der Ölpreis könnte dennoch einen veritablen Sprung machen, und darauf stellen sich schon mal die Anteilseigner von BP (GB0007980591) und Konsorten ein.
Die BP-Aktie zählte im außerbörslichen Handel am Samstag bei Lang & Schwarz zu den Spitzenreitern beim Volumen. Eingebracht hat es ein Plus von 3,2 Prozent. Darin dürfte die Hoffnung bzw. Befürchtung mitschwingen, dass durch die Sperrung der Ölpreis schlagartig zulegen und damit seinen schier endlosen Seitwärtstrend beenden mag. Doch bleiben auch diesbezüglich offene Fragen, nicht zuletzt, weil steigende Ölpreise mit Blick auf die Midterms nicht im Sinne von Donald Trump wären.
Chaos bei der Lufthansa
Bei der Lufthansa (DE0008232125) bewirkt der Kriegsausbruch im Iran etliche gestrichene Flüge. Die Airline kündigte an, bis einschließlich kommenden Samstag die Flughäfen in Tel Aviv, Beirut, Erbil, Amman und Teheran nicht anzusteuern. Im gleichen Zeitraum sollen außerdem die Lufträume von Israel, Libanon, Jordanien, Irak und Iran vollständig gemießen werden. Wie viele Flüge dadurch ausfallen, das teilte das Unternehmen nicht konkret mit. Es dürften aber nicht wenige sein.
Dadurch gehen der Lufthansa Einnahmen flöten und manche Langstreckenverbindung könnte durch Umleitungen noch teurer werden, als es aufgrund des für den Konzern gesperrten russischen Luftraums ohnehin schon der Fall ist. Zusätzlich könnten auch Erstattungsansprüche von betroffenen Passagieren die Bilanz belasten. Zieht sich das Ganze für eine Woche, dürfte es für die Lufthansa verschmerzbar bleiben. Sollte der Konflikt aber länger anhalten, könnte es recht unangenehm werden.
Eskalation
Letztlich lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht klar abschätzen, wie die Dinge sich im Iran weiterentwickeln mögen. Daher bleibt auch offen, welche Effekte das Ganze auf die Börse haben mag. Zunehmen dürfte aber in jedem Fall wieder die Unsicherheit. Denn Kriege kennen stets viele Verlierer und nur selten Gewinner. Im mittleren Osten fürchten nicht wenige Beobachter bereits, dass aus dem Angriff ein Flächenbrand entstehen könnte. Dass kürzlich auch noch Pakistan gegenüber Afghanistan den „offenen Krieg“ erklärte, was am Wochenende fast etwas untergeht, macht die Sache nicht weniger brenzlig.
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01.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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