Rheinmetall startet freundlich ins neue Jahr, Samsung schreibt Kursrekorde, Tesla enttäuscht und bereitet dem Konkurrenten BYD damit Rückenwind
Das Börsenjahr geht munter los!
Auf den ersten Blick hat sich am ersten Handelstag des neuen Jahres nur wenig getan. Der DAX gab sich mit kleinen Zugewinnen von 0,2 Prozent zufrieden. Viele Anleger dürften noch im Urlaub sein und das Wochenende genießen, welches direkt folgt. Wer bereits zur Börse zurückgekehrt ist, erlebte bei einigen Einzeltiteln aber durchaus einen dynamischen Start.
Neuen Schwung erlebte die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009), was wieder einmal nichts mit fundamentalen Entwicklungen zu tun hatte. Die Kurse werden derzeit nahezu ausschließlich von den Nachrichten rund um die Ukraine vorgegeben. Im Dezember mehrten sich Hoffnungen auf einen baldigen Frieden, was die Börsianer etwas vom Rüstungssektor wegtrieb. Genau diese Hoffnungen sind kleiner geworden, nachdem Russland der Ukraine einen angeblichen Angriff auf Putins Residenz unterstellte und dafür Vergeltung androhte. Statt auf Annäherung scheinen die Zeichen wieder auf Eskalation zu stehen.
Nach Erkenntnissen der CIA hat der fragliche Angriff nie stattgefunden, doch will Moskau nun Belege vorgelegt haben. Es lässt sich nicht überprüfen, wer in der Angelegenheit Recht haben mag. Doch es zeichnet sich wieder einmal ab, dass das Interesse im Kreml an einem nachhaltigen Frieden erstaunlich gering ausfällt. Dadurch rückt der Rüstungssektor wieder mehr in den Fokus und die Rheinmetall-Aktie kletterte am Freitag um 2,6 Prozent auf 1.601 Euro.
Samsung im Höhenrausch
Ein großes Thema an den Märkten bleibt zu Jahresbeginn die Speicherkrise, die sich immer mehr zu verschärfen scheint. Der südkoreanische Tech-Riese Samsung (KR7005930003) leidet dadurch ein wenig, wenn es um die Herstellung von Endgeräten geht. Gleichzeitig gehört man aber auch zu den großen drei Speicherherstellern und profitiert dadurch von Margen, die in einem schwindelerregenden Tempo in die Höhe schießen. Der Aktienkurs folgt diesem Beispiel letztlich brav.
An den hiesigen Märkten trieb es die Samsung-Aktie gestern zeitweise auf 1.930 Euro, was einem neuen Allzeit-Hoch entspricht. Kurz vor Handelsschluss gab das Papier im Wert noch einmal leicht auf 1.910 Euro nach. Dort ergibt sich aber noch immer ein Tagesplus von 8,5 Prozent und die Aufschläge auf Monatssicht wuchsen auf 26 Prozent an. Geholfen hat dabei auch, dass Samsung Fortschritte bei der Qualität von HBM4-Speicherchips erreicht haben will und damit vage neue Lieferverträge mit Nvidia in Aussicht stellte.
Tesla im Rückwärtsgang
Für eine der größten Enttäuschungen sorgte am Freitag der US-Autobauer Tesla (US88160R1014). Nach dem Auslaufen von Steuergutschriften für Elektroautos in den USA brachen die weltweiten Absatzzahlen im vierten Quartal um 15,6 Prozent auf nur noch 418.227 Fahrzeuge ein. Im gesamten Jahr konnten damit 1,64 Millionen Fahrzeuge verkauft werden. Das ist der zweite Rückgang in Folge und liegt noch etwas unter den bereits bescheidenen Erwartungen der Analysten.
Die Anleger ignorierten den steilen Abwärtstrend bei den Verkaufszahlen im vergangenen Jahr konsequent, während von einer bunten Robotaxi-Zukunft geträumt wurde. Am Freitag gelang es allerdings nicht, die schlechten Neuigkeiten einfach wegzuschieben. Mit dem Kurs der Tesla-Aktie ging es um 2,6 Prozent bis auf 438,07 US-Dollar abwärts. Das ist noch immer ein ausgesprochen hoher Kurs, was bei weiteren Enttäuschungen aber auch das Risiko von umso steileren Korrekturen mit sich bringt.
BYD überholt Tesla
Die Schwäche von Tesla lässt den chinesischen Konkurrenten BYD (CNE100000296) umso stärker aussehen. Zwar hatte auch der Konzern aus Shenzhen im vergangenen Jahr mit teils mauen Absatzzahlen und etwas ernüchternden Margen zu kämpfen. Dennoch konnten im Jahr 2025 voraussichtlich etwa 2,25 Millionen reine Elektroautos an die Frau oder den Mann gebracht werden. Recht bequem übernimmt man damit die Marktführerschaft im Segment, was auch dem starken internationalen Wachstum zu verdanken ist.
Nachdem der Wechsel an der Spitze nun offiziell ist, konnte die etwas angeschlagene BYD-Aktie zum Jahresstart zur Abwechslung grüne Vorzeichen genießen. Der Kurs ging um 2,4 Prozent auf 10,96 Euro aufwärts. Aus charttechnischer Sicher wird es hier interessant, denn die Linie bei elf Euro gilt aktuell als der wohl wichtigste Widerstand vor einer möglichen Erholung. Doch die Probleme auf dem Heimatmarkt werden nicht einfach über Nacht verschwinden.
Ein guter Anfang
Verlierer gibt es an der Börse immer, da war auch der erste Handelstag 2026 keine Ausnahme. Unter dem Strich ist der Start ins neue Jahr vergleichsweise ruhig, aber dennoch erfolgreich gelungen. Den Schwung aus dem sehr beeindruckenden Vorjahr scheinen die Börsianer mitnehmen zu können. Richtige neue Impulse erwarten Analysten sich aber erst in der nächsten Woche, wenn viele Anleger aus dem Urlaub zurückkehren und Normalität zurückkehrt.
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03.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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