
Salzgitter sichert sich eine Zertifizierung für Stahl, der an Rüstungsunternehmen geliefert werden kann und begeistert damit die Anleger
Salzgitter hat noch größere Pläne für den Rüstungssektor
Rapide steigende Rüstungsausgaben in ganz Europa scheinen eigentlich eine Steilvorlage für deutsche Stahlkonzerne zu sein. Die spielen im Segment bislang aber kaum eine Rolle, da ihre Produkte für den Einsatz in Rüstungsgütern nicht zertifiziert wurden. Salzgitter verkündet nun einen Schritt in genau diese Richtung mit der ersten Zertifizierung einer bestimmten Stahlsorte, welche auch bei der Bundeswehr in Zukunft zum Einsatz kommen könnte.
Wie Salzgitter (DE0006202005) am Dienstag mitteilen ließ, erhielt eine Unternehmenstochter für die Stahlsorte Secure 500 eine Zulassung, welche die Norm TL 2350-000 erfülle. Jene regelt unter anderem Härte und Beschussfähigkeit von Materialien. Laut Salzgitter ist das eigene Produkt für einen Dickenbereich von sechs bis 16 Millimeter geeignet für den militärischen Bereich. Zum Einsatz kommen könnte es unter anderem in Fahrzeugen und Schutzsystemen.
Als möglicher Ableger wird auch die Bundeswehr gehandelt, welche ihren Stahl bislang nahezu ausschließlich aus dem europäischen Ausland bezieht. Beherrscht wird der Markt im Segment vor allem vom schwedischen Unternehmen SSAB. Salzgitter sorgt nun für Konkurrenz und stellt schon weitere Errungenschaften in Aussicht. So sollen sämtliche Secure-Stahlsorten für eine Zertifizierung eingereicht werden. An der Börse sorgt der Konzern damit für viele lachende Gesichter und ein waschechtes Comeback im Chart.
Salzgitter in neuem Licht
Über Nacht steigt Salzgitter von einem latent kriselnden Stahlkonzern in den Augen der Börsianer zu einer interessanten Chance im Rüstungssegment auf. Dort werden schon seit Längerem diverse Zukunftschancen eingepreist, was zu hohen Bewertungen und zuweilen zurückhaltenden Käufern sorgt. Letztere scheinen ihr Heil nun bei der Salzgitter-Aktie zu suchen, welche am Dienstag mal eben um knapp 20 Prozent bis auf 26,90 Euro in die Höhe sprang. Das ist nicht allzu weit entfernt vom Jahreshoch bei 28,18 Euro, welches im Frühjahr auf die Beine gestellt werden konnte.
Konkrete Aufträge ergeben sich aus der Zertifizierung allein freilich noch nicht und weitere Stahlsorten befinden sich noch im Zertifizierungsprozess. Durch den Bezug zum Rüstungssektor verlieren fundamentale Überlegungen aber ein Stück weit an Bedeutung. Eingepreist werden bei Salzgitter nun bunte Zukunftsfantasien, wie sie bei Rheinmetall und Konsorten schon seit Jahren gang und gäbe sind. Dem eher angeschlagenen Aktienkurs tut das richtig gut und der Optimismus ist nachvollziehbar.
Die Bundeswehr dürfte bei den Ausgaben in den kommenden Jahren wohl sämtliche anderen Streitkräfte in Europa übertrumpfen. Die neue Bundesregierung hat das Budget in der Theorie bis ins Unendliche erhöht und Bundeskanzler Friedrich Merz hat es sich zur Aufgabe gemacht, wieder eine schlag- und vor allem verteidigungskräftige Truppe auf die Beine zu stellen. So die Wahl besteht, ist davon auszugehen, dass bei neuen Aufträgen heimische Zulieferer bevorzugt werden. Das sorgt für hochinteressante Chancen bei Salzgitter.
Salzgitter nutzt die Gelegenheit
Salzgitter ist mit der Zertifizierung also ein potenzieller Coup gelungen, auch wenn die Auswirkungen sich bislang nicht klar bemessen lassen. Solange die Fantasie an den Märkten am Leben gehalten wird, steht dem weiteren Weg in Richtung Norden aber kaum etwas im Weg. Zudem könnten weitere Aufschläge in den nächsten Tagen auch charttechnische Kaufsignale zünden und den Bullen weiteres Selbstbewusstsein verleihen. Mittelfristig steigen jedoch auch die Erwartungen.
Auch nach den steilen Kursgewinnen mutiert die Salzgitter-Aktie aus Anlegersicht zu einer geradezu verlockenden Angelegenheit. Die brachialen Rallyes bei Rheinmetall, Renk und Co. sind ein klarer Wink darauf, in welche Richtung es im besten Fall noch gehen könnte. Zwar bleiben noch einige Fragezeichen bestehen, dafür ist der Einstieg aber auch noch vergleichsweise günstig möglich. Sollten in nicht allzu ferner Zukunft die ersten Aufträge folgen, könnte es das letzte Mal für eine sehr lange Zeit sein, dass die Salzgitter-Aktie noch derart günstig zu haben ist. Allerdings lässt sich dafür leider keine Garantie aussprechen.
Salzgitter AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Salzgitter AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Salzgitter AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Salzgitter AG - hier weiterlesen...
09.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)