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Sanofi backt kleinere Brötchen, PayPal erlebt den nächsten Schock, BioNTech zurück am Boden und bei Covestro setzt sich die enttäuschende Entwicklung fort

Gute Neuigkeiten sind selten geworden

NTG24 - Sanofi backt kleinere Brötchen, PayPal erlebt den nächsten Schock, BioNTech zurück am Boden und bei Covestro setzt sich die enttäuschende Entwicklung fort

 

Rote Vorzeichen gehören derzeit leider zum Alltag an den Börsen dazu. Die Anleger sind aufgrund diverser Krisen tief verunsichert und Aktien gelten auch längst nicht mehr als so alternativlos wie noch in vergangenen Jahren. Das ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um schlechte Neuigkeiten zu präsentieren. Genau das ist aber bei einigen Titeln geschehen und die Abstrafungen dafür fielen zum Teil brachial aus.

Beim Pharmakonzern Sanofi (FR0000120578) etwa ging es am Freitag um herbe 18,8 Prozent in Richtung Süden. Das lag jedoch eher nicht an der Ankündigung, das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln auszugliedern. Darüber wurde schon länger spekuliert und von den Börsianern wird der Schritt eher begrüßt. Weniger gut wurden allerdings die weiteren Aussichten aufgenommen, welche Sanofi spürbar nach unten korrigieren musste. Für das laufende Jahr wurde die Prognose bei der Vorlage der Zahlen zwar bestätigt. Darüber hinaus sieht es aber düster aus.

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Aufgegeben hat Sanofi das bisherige Ziel, die BOI-Marge (Business Operating Income) bis 2025 auf 32 Prozent zu befördern. Stattdessen ist nun nur noch die Rede davon, sich auf eine „langfristige Rentabilität“ zu konzentrieren, was alles und nichts bedeuten kann. Probleme erkennt der Konzern bei nötigen Investitionen und ungünstigen Preisentwicklungen bei Arzneimitteln. Wachstumschancen werden da an den Märkten momentan kaum noch erkannt.

 

PayPal schafft den Ausbruch einfach nicht

 

Schon seit Längerem als Comeback-Kandidat gehandelt wird die Aktie von PayPal (US70450Y1038), welche in der Praxis aber immer nur neue Tiefststände auf die Beine stellt. So auch in der ausgelaufenen Woche, welche das Papier zeitweise bis auf 47,89 Euro beförderte. Mit 48,10 Euro stand die PayPal-Aktie zum Wochenende nicht viel besser da und der Abwärtstrend im Chart könnte momentan kaum noch offensichtlicher sein.

Schlechte Neuigkeiten gab es von PayPal selbst zwar nicht zu hören. Die französische Konkurrenz in Form von Worldline schockte am Mittwoch aber mit vernichtenden Zahlen die Märkte und „Der Aktionär“ vermutet nun, dass eben diese Enttäuschung eine Strahlwirkung bis jenseits des Atlantiks entwickelt haben könnte. Allzu abwegig erscheint der Gedanken nicht. Schließlich braucht es in diesen unsicheren Tagen nicht viel, um die Anlegerinnen und Anleger zu verschrecken.

 

BioNTech: Keine Euphorie

 

BioNTech (US09075V1026) konnte vor gar nicht langer Zeit noch mit guten Neuigkeiten punkten. Der Wirkstoffentwickler sorgte mit guten Studienergebnissen rund um Krebsmedikamente für Schlagzeilen. An der Börse wurde das aber lediglich kurzzeitig honoriert. Schnell wurde den Aktionären klar, dass auch mit guten Studienergebnissen nicht über Nacht neue Umsätze erzielt werden. Zudem ist es auch noch längst keine Garantie für eine erfolgreiche Zulassung, welche noch ein paar Jahre auf sich warten lassen könnte.

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Potenzial ist der BioNTech-Aktie überhaupt nicht abzusprechen. Doch es bleibt aus Anlegersicht eben bei einer Wette, und darauf wollen sich momentan nur die Wenigsten einlassen. Die Aktie bewegte sich in dieser Woche abwärts und landete zum Wochenende bei 88,74 Euro. Eine kurze Phase der Erholung löst sich damit weitgehend wieder in Luft auf.

 

Covestro gibt sich vorsichtig

 

An der Börse schlägt sich Covestro (DE0006062144) noch recht wacker, auch wenn die Kurse vor dem Wochenende um saftige 3,4 Prozent bis auf runde 47 Euro nachgaben. Gerade im Branchenvergleich schlägt der Konzern sich aber erstaunlich gut. Die konjunkturelle Schwäche macht sich jedoch immer mehr bemerkbar und bei der jüngst vorgelegten Zwischenbilanz wurden die Prognosen für das laufende Jahr auf das untere Ende der bisherigen Spanne von 1,1 bis 1,35 Milliarden Euro gesenkt. Dabei handelte es sich ohnehin schon um eine reduzierte Prognose. Zu Jahresbeginn wurden noch 1,1 bis 1,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Zudem stoppte Covestro sein Aktienrückkaufprogramm bis auf Weiteres und spricht von einer schwachen Marktentwicklung. Gute Aussichten sind das beileibe nicht und dass die Anteilseigner da in die Defensive gehen, ist nur nachvollziehbar. Charttechnisch ist die Covestro-Aktie angeschlagen, blickt aber noch auf einen einigermaßen stabilen Support zwischen 46 und 47 Euro. Darauf verlassen, dass dieser weiterhin halten wird, sollte sich aber tunlichst niemand.

 

Die Sorgen werden nicht kleiner

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEs ist momentan nicht abzusehen, dass die schlechte Stimmung an den Märkten sich nachhaltig bessert. Die weiterhin ungewisse Lage im Nahen Osten macht sich schwer bemerkbar, noch dazu blicken die Marktakteure nervös in Richtung der Anleiherenditen und auch die Ölpreise bergen einiges an Zerstörungspotenzial. All das kommt zu früheren Krisen wie dem Ukraine-Krieg, die noch lange nicht durchgestanden sind. Anleger stellen sich weiterhin auf schwierige Zeiten ein. Zwar ist es sehr wahrscheinlich, dass die Lage sich auch wieder bessern wird. Wann genau das der Fall sein könnte, steht aber in den Sternen.

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29.10.2023 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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