Kritik an Shell und Co., Adidas blickt nüchtern nach vorn, Brenntag reduziert die Dividende und Rheinmetall ist wieder gefragter
Trotz leichter Erholung bleibt die Stimmung an den Märkten wackelig
Am Mittwoch kamen die Bullen endlich wieder aus der Defensive und der DAX konnte einen Sprung um 1,7 Prozent auf 24.205 Punkte hinlegen. Das sah im ersten Moment gut aus, reichte aber noch lange nicht, um sämtliche Abschläge der vorherigen beiden Tage auszugleichen. Die Stimmung bleibt angespannt und die ungewisse Entwicklung im Irankrieg bleibt nach wie vor das beherrschende Thema.
Enormen Einfluss hat dies bereits auf Öl- uns Gaspreise genommen, die fast schon unkontrolliert in die Höhe geschossen sind. Dafür ist sowohl die Schließung der Straße von Hormus verantwortlich als auch Schäden an einer der wichtigsten Raffinerien in Saudi-Arabien durch iranische Drohnen. Die Anleger von Shell (GB00BP6MXD84) richteten sich zunächst auf kurssteigernde Effekte ein. Doch es könnte für die Ölkonzerne vielleicht noch ungemütlich werden.
Nach sprunghaften Preisanstiegen an der Zapfsäule kündigte in Deutschland Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche an, die Preisgestaltung durch das Bundeskartellamt überprüfen zu lassen. Zwar bleibt offen, ob jenes irgendwelche Ungereimtheiten aufdecken kann. Ein wenig besorgt scheinen die Anleger aber schon zu sein. Nach dem initialen Kurssprung vom Montag wertete die Shell-Aktie zuletzt dezent ab und landete per Handelsschluss am Mittwoch bei 35,21 Euro. Am Montagmorgen wurden zeitweise über 37 Euro je Anteilsschein gezahlt.
Adidas mit mauer Prognose
Der Sportartikelhersteller Adidas (DE000A1EWWW0) schafft es derweil auch ohne geopolitische Eskalationen, die eigenen Anleger etwas zu ernüchtern. Zwar konnten sich die kürzlich vorgelegten Zahlen mit einem um 13 Prozent gestiegenen Umsatz im vergangenen Jahr durchaus sehen lassen. Allerdings patzte Adidas bei der Prognose.
Obschon das Unternehmen sich Antrieb durch die Fußball-WM im Sommer erwartet, belasten Zölle sowie ungünstige Währungseffekte den Ausblick. Der operative Gewinn soll im Jahr 2026 bei 2,3 Milliarden Euro landen. Das ist eine ganze Ecke weniger als die knapp 2,7 Milliarden Euro, mit denen die Analysten im Vorfeld gerechnet hatten. Die Aktie reagierte mit deutlichen Verlusten und notierte gestern zu Handelsschluss mit 141,80 Euro 3,6 Prozent tiefer als tags zuvor.
Brenntag spart bei der Dividende
Dass die Chemiebranche sich weiterhin im Krisenmodus befindet, dafür lieferte Brenntag (DE000A1DAHH0) einen weiteren Beleg. Im vergangenen Jahr haben die Gewinne sich nahezu auf 250 Millionen Euro halbiert und der weitere Ausblick fällt nicht sehr viel freundlicher aus. Durch den Irankrieg und rasant steigende Ölpreise könnten die Kosten sogar wieder mehr zulegen. Optimismus kommt da leider wenig auf.
Bei Brenntag dürfte weiterhin Sparen angesagt sein, was nun auch die Aktionäre trifft. Die müssen sich auf eine kleinere Dividende einstellen. Für 2024 zahlte der Chemikalienhändler noch 2,10 Euro je Aktie. Für 2025 werden nun lediglich 1,90 Euro in Aussicht gestellt. Das bereitet den Anlegern freilich wenig Freude und der steile Abwärtstrend der Brenntag-Aktie setzt sich am Mittwoch mit Abschlägen von 4,3 Prozent fort. Der Kurs landete dadurch bei 47,05 Euro und nur noch denkbar knapp über dem 52-Wochen-Tief.
Anleger greifen bei Rheinmetall zu
Nach einer kleinen Schwächephase waren Rüstungsaktien im gestrigen Handel wieder gefragter. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten verleiht tendenziell Rückenwind. Speziell Rheinmetall (DE0007030009) kann außerdem mit einem kontinuierlichen Expansionskurs punkten. Kürzlich gab das Unternehmen die erfolgreiche Übernahme der Marinetochter der Lürssen-Gruppe an. Darauf folgt nun schon der nächste Streich. Zusammen mit dem kroatischen Unternehmen DOK-ING will Rheinmetall in Zukunft unbemannte Bodenfahrzeuge entwickeln und seine Expertise auch in diesem Bereich stärken.
An Nachfrage dürfte es kaum mangeln. Es ist weiterhin absehbar, dass die Auftragsbücher von Rheinmetall über Jahre hinweg gut gefüllt sein werden. Das scheint sich auch an der Börse wieder herumzusprechen, wo es mit dem Aktienkurs am Mittwoch um 4,3 Prozent auf 1.638,50 Euro in die Höhe ging. Der Abstand zum Allzeit-Hoch knapp über 2.000 Euro bleibt hier noch recht groß. Festhalten lässt sich aber auch, dass die Aktie trotz Schwächephase zu keinem Zeitpunkt den übergeordneten Aufwärtstrend verließ.
Nur keine Panik
Die Börsianer scheinen sichtlich bemüht darum zu sein, ob des Krieges im Nahen Osten und der noch unabsehbaren Folgen nicht in Panik zu geraten. Ein gewisses Risk-Off bekamen wir zu sehen, doch der große Crash blieb bisher aus. Die Lage bleibt allerdings schwer dynamisch und es liegt etwas im Dunkeln, was die US-Regierung unter Donald Trump noch vorhaben mag. Ein schnelles Ende des Krieges würde wohl für Erleichterung an der Börse sorgen. Die Opposition spricht allerdings schon davon, dass sich Trump in den nächsten „ewigen Krieg“ habe hineinziehen lassen. Letzteres wäre für die Börse ein weniger erfreuliches Szenario.
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05.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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