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Updates T-Mobile US und Eurofins Scientific

Der Analyse-Check

Im Rahmen unseres bereits seit 26.02.2019 erfolgreich gemanagten Strategiedepots AKTIEN KONSERVATIV (seit Auflage Nettoperformance per 10.05.2020 excl. Dividenden + 9,4 % vs. MSCI World Euro-Index + 3,0%) ragte in der vergangenen Woche auf der Gewinnerseite das amerikanische Tochterunternehmen der Deutschen Telekom T-MOBILE US (US8725901040; + 14,3 %) heraus. Daneben setzte auch EUROFINS SCIENTIFIC (FR0000038259) ihre mehr als 14 %ige Kursrallye der vorletzten Woche nahtlos fort und gewann im Wochenverlauf weitere + 11,5 %. 

 

Chart: T-MOBILE US gegen MSCI World-Index (jeweils in Euro) 

 

Chart: T-Mobile US gegen MSCI World Euro

 

Am 06.05. legte T-MOBILE US nachbörslich insgesamt sehr überzeugende Quartalszahlen vor, die bis auf den gegenüber Vorjahr um 1 % gesteigerten Umsatz (11,1 Mrd. USD entgegen Analystenschätzung von 11,4 Mrd. USD) sämtliche Ertragserwartungen der Analysten schlugen. Wir hatten hierzu bereits auch in Kürze innerhalb der Ausgabe der BÖRSE TO GO vom 07.05. Stellung genommen. 

Sowohl auf der Ebene des operativen Betriebsgewinns (+ 12 % auf 1,6 Mrd. USD), des Nettoergebnisses (+ 5 % auf 951 Mio. USD) sowie des Reingewinns je Aktie (+ 4 % auf 1,10 USD je Aktie) konnten die Schätzungen der Analysten deutlich übertroffen werden. 

Diese Ergebnisvorlage ist um so positiver zu werten, als es dem Konzern trotz eingeräumter Geschäftsbelastung der Corona-Pandemie gelang, im 1. Quartal 2020 einen Nettozuwachs von 777.000 Neuverträgen, davon 452.000 im besonders ertragsstabilen, klassischen Postpaid-Geschäft zu erzielen. Auch letztere Zahl stellte die Analystenschätzung von nur 426.000 neuen Postpaid- Vertragsabschlüssen deutlich in den Schatten. Durch den hohen Neukundenzuwachs, der vor allem auf mehrere stark nachgefragte Rabattaktionen für In House-Tarife in der aktuellen Corona- Home Office-Zeit zurückzuführen war, konnte auch die staatlich verfügte vorübergehende Schließung von aktuell immerhin 80 % aller T-Mobile-Läden in den USA mehr als kompensiert werden. Darüber hinaus hob T-Mobile US hervor, dass dieser starke Postpaid-Mobilfunkkunden-Zuwachs nunmehr quartalsweise bereits der 25. in Folge war, mit dem T-Mobile in seiner Neukundengewinnung die landesweite Riege aller Mobilfunkkonkurrenten anführte. 

Darüber hinaus wurde die Aktienperformance in der letzten Woche natürlich auch weiterhin positiv von der nach 2jährigem zähen Ringen endlich per 01.04. von der US-Wettbewerbsbehörde genehmigten Übernahme des integrierten Festnetz- und Mobilfunkkonkurrenten SPRINT geprägt (Übernahmepreis 23 Mrd. USD). Mit Hilfe des Konzerns, der im 1. Quartal noch einen Nettoverlust von 348.000 Kunden ausweisen musste, peilt T-Mobile für das 2. Quartal einen erneuten Zuwachs seines Abonnentenstamms um rd. 150.000 Neukunden an. 

Längerfristig will sich T-Mobile gemeinsam mit Sprint zur Nr. 1 aller voll integrierten Telekom-Anbieter am US-Markt noch vor AT & T und Verizon aufschwingen, wobei sich das neue Fusionsunternehmen (aktuell insgesamt 140 Mio. Kunden) aufgrund entsprechender jahrelanger Vorleistungen beider Teilkonzerne künftig insbesondere in der flächendeckendsten und kostengünstigsten Einrichtung von 5G-Netzwerken in einem strategischen Vorteil gegenüber den beiden genannten Erzkonkurrenten sieht. Bereits jetzt besteht das 5G-Netzwerk von T-Mobile in USA aus über 1000 regionalen Zentraleinheiten und wächst nach Aussagen des Konzernvorstands weiterhin rasant.  

Kurzfristig rechnet T-Mobile jedoch damit, dass das operative Ergebnis des 2. Quartals sowohl durch verstärkte Corona Virus-Ertragseinbußen wie auch nun auftretende anfängliche Integrationskosten von Sprint nun insgesamt mit rd. 1 Mrd. USD belastet werden dürfte. Der Konzern gibt aufgrund dieser beiden erheblichen Risikofaktoren daher auch weiterhin keinerlei Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2020 ab. 

Wir sehen das neue Gemeinschaftsunternehmen von T-Mobile und Sprint jedoch in der Tat in einer hervorragenden Ausgangsposition, den führenden Telekomanbietern AT & T und Verizon in den USA nun künftig den Kampf anzusagen. Auch die hohe Innovationskraft wie auch ausgeprägte Preissetzungsmacht von T-Mobile sprechen stark dafür. 

Selbst das optisch hohe KGV (2020e) und (2021e) von 43 bzw. 40 halten wir angesichts der sehr absehbaren künftigen dynamischen Marktanteilsgewinne von T-Mobile / Sprint sowie einer hiermit einhergehend deutlich höheren Profitabilität als AT & T und Sprint nicht für übertrieben. 

Die insgesamt als sehr defensiv und volatilitätsarm einzustufende Wachstumsaktie bleibt daher selbstverständlich auch weiterhin eine Halteposition unseres Strategiedepots AKTIEN KONSERVATIV 

 

Chart: EUROFINS SCIENTIFIC gegen MSCI World-Index (jeweils in Euro) 

 

Chart: Eurofins Scientific vs. MSCI World Euro

 

Einen weiteren Kernbestandteil unseres Strategiedepots AKTIEN KONSERVATIV stellt unverändert EUROFINS SCIENTIFIC dar.  

Noch in 2018 verzeichnete der erfolgsverwöhnte Weltmarktführer für Bio- und Atmosphärenanalysen aller Art (aktuelle Aktienmarktkapitalisierung: rd. 9 Mrd. Euro) im Rahmen seines jahrelangen Aufwärtstrends einen empfindlichen Rückschlag seiner Aktienperformance. Hintergrund war, dass der seit über einem Jahrzehnt extrem expansionsfreudige Konzern mit allein 15 Neuakquisitionen im Gesamtjahr 2018 aufgrund als “unverzichtbar” angesehener Übernahmegelegenheiten gerade in den USA sein anvisiertes 2018er Akquisitionsziel von rd. 200 Mio. Euro weit auf rd. 800 Mio. Euro überzog, und nahezu die gesamte Differenz dieses Budgets durch eine vorübergehende Schuldscheindarlehens-Aufnahme von 550 Mio. Euro fremdfinanzieren musste. 

Trotz zeitgleich natürlich auch akquisitionsbedingt weiter sprudelnder Umsätze (2018: + 27 %, 2019: + 21 %) verzeichnete der Konzern infolge seines massiven Expansionstempos und extrem hoher Integrations-, Finanzierungs- und Steueraufwendungen in 2018 und 2019 daher eine ausgeprägte Reingewinndelle (2018: nur + 3%, 2019: sogar - 13%), die die Konzernleitung jedoch zugunsten der nunmehr deutlich ausgebauten Weltmarktführerschaft in allen Bioanalysen (Kernsegmente: Lebensmittel, Pharmazie, Umwelt und Landwirtschaft) strategisch vollkommen bereit war hinzunehmen. Jedoch fand bei Investoren und Analysten diese aus ihrer Sicht überzogene, gewinn- und margenzehrende Expansionsstrategie in 2018 unübersehbar keinen Gefallen. 

Mit Beginn des 2. Halbjahres 2019, das bei Eurofins Scientific auch saisonal grundsätzlich stärker ausfällt als das 1. Halbjahr eines Jahres, fasste der Konzern in seiner operativen Profitabilität jedoch unübersehbar wieder Tritt und konnte bei einem bereits 6 %igen organischen Umsatzwachstum (noch vor allen Akquisitionen) seinen Reingewinn des 2. Halbjahres um rd. 15 % steigern. 

Nach seinem “Übernahmefeldzug” gerade in 2017 und 2018 verfügt Eurofins Scientific nun bei einer Belegschaft von 47.000 Mitarbeitern über rd. 800 Diagnose- und Analyselabore in 48 Ländern der Erde und hat dort mittlerweile im Laufe der Unternehmenshistorie (Gründung 1987) nicht weniger als 200.000 patentierte Stoff- und Umwelttestungsverfahren entwickelt. 

Im Rahmen der aktuellen COVID 19-Corona-Pandemie führt Eurofins Scientific vor allem serologische Antikörper-Bestimmungen des COVID 19-Virus durch, und ist auf dieser Basis mittlerweile in der Lage, bis Ende Mai 2020 nicht weniger als 20 Millionen Testungs-Kits monatlich (!) für die weltweite Anwendung zu entwickeln. 

Wir sind daher davon überzeugt, dass in ihrer expansiven Weltmarktführungsrolle Eurofins Scientific zumindest in 2020 und 2021 nun sehr gute Ergebniszahlen ins Haus stehen werden (erste Ergebnisvorlage für 2020 erst zum 1. Halbjahr am 26.08.), und erachten die Aktie des sehr expansions- und wachstumsstarken Konzerns mit einem KGV (2020e) von 36 und (2021e) von 27 noch immer als attraktiv bewertet.

 

12.05.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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