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TUI-Aktie: Darum hat der Crash gerade erst begonnen

Darum ist TUI massiv überbewertet

 

In den vergangenen Wochen konnte sich die TUI-Aktie (ISIN: DE000TUAG000; WKN: TUAG00) trotz einer umfangreichen Kapitalerhöhung mit einem Bezugspreis von 1,07 Euro je neuem Anteil, die zu einer massiven Erhöhung der Zahl der umlaufenden Papiere führen wird, erstaunlich gut behaupten. Hinzu kommt, dass der Bund über die Wirtschaftsstabilisierung eine stille wandelbare Einlage in Höhe von 420 Millionen Euro getätigt hat, die zum Wandlungspreis von 1,00 Euro in 420 Millionen neue Anteile gewandelt kann. Zugleich sind zuletzt die Zweifel am Kapitalmarkt gestiegen, dass die Sommersaison trotz der aktuellen Corona-Welle und mehreren Virusmutationen erfolgreich verläuft. Denn mit dem schleppenden Start der Impfkampagnen in Europa scheint die Rückkehr zur Normalität aktuell unwahrscheinlicher als noch Anfang Dezember.

Nachdem sich aber nun das Marktumfeld auch für andere spekulative Corona-Verlierer eintrübt, gerät seit Donnerstag auch zunehmend der Anteilschein von TUI unter Druck. Markierte der Titel gestern noch im Xetra-Handel ein Hoch bei 4,83 Euro auf Intraday-Basis, so sackte die Aktie zur Mittagszeit nach mehreren Verkaufswellen sogar unter die Marke von 4,00 Euro ab. Insbesondere die Geschwindigkeit des Kursrückgangs deutet darauf hin, dass nicht nur Retailanleger ihre Papiere schmissen, sondern insbesondere die institutionellen Anleger kalte Füße bekamen.

 

Werthaltigkeit der Aktie wird oft überschätzt

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeBereits in Zeiten vor Corona hat sich das Geschäftsmodell von TUI als vergleichsweise wenig profitabel erwiesen. So erzielte die Firma beispielsweise zwischen den Jahren 2010 und 2014 regelmäßig Nettoumsatzrenditen von unter 1 % und erwirtschaftete in 2019 lediglich einen Nettogewinn von 416 Millionen Euro bei einem Umsatz von 18,9 Milliarden Euro. Entsprechend dürfte das Unternehmen auch nach dem Ende der Corona-bedingten Reiseflaute erst ab dem Jahr 2022 in einem positiven Szenario ein kleines Plus erzielen. Zudem sollte der Reisemarkt auch künftig hart umkämpft sein, wobei der Preis für viele Verbraucher weiterhin die entscheidende Rolle spielen wird, was das Margenpotenzial langfristig erheblich einschränkt.

Da zudem der Konzern mit den Staatshilfen deutlich stärker verschuldet ist, wird das Management durch die künftigen Rückzahlungen erheblich in seiner finanziellen Handlungsfreiheit eingeschränkt. Entsprechend ist die Aktie trotz des jüngsten optischen Kursrückgangs keinesfalls günstig. Vielmehr liegt ein erstes Zwischenziel bei der Marke von 2,42 Euro, wo der Titel im vergangenen Frühjahr ein Mehrjahrestief herausbildete.

 

Fazit:

 

Nach der jüngsten Verwässerung und den anhaltenden Herausforderungen im Rahmen der Pandemie haben die Analysten der DZ Bank Anfang Januar das Kursziel auf 1,40 Euro abgestuft. Dieses Kursniveau ist durchaus realistisch, da TUI ein massiver Sanierungsfall ist und bleibt. Die Rettung der Commerzbank im Rahmen der Lehman-Krise zeigt zudem, dass Staatshilfen absolut keine Garantie für wieder steigende Kurse sind. Denn nach dem Einstieg das Staates gab das Papier splitbereinigt in der Spitze um fast 99 % nach und konnte sich von diesem Absturz nie wieder erholen.

 

22.01.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

  • Enno - 25.01.2021 10:58:19 Uhr

    Sehr geehrter Herr Christian Teitscheid,

    vielen Dank für Ihre Rückantwort.

    Sollte das, was Sie in der Rückantwort beschreiben der Wahrheit entsprechen,
    bitte ich vielmals um Verzeihung.

    Warum ich den Text so anders in Erinnerung habe, kann ich mir nur damit erklären,
    dass ich evtl. mehrere Artikel gleichzeitig gelesen habe und dann im falschem TAB , also auf der falschen Internetseite, meinen Kommentar geschrieben habe.

    Sollte das alles tatsächlich so geschehen sein, so bitte ich mich Entschuldigung.

    Mit freundlichem Gruß
    Enno


  • C. Teitscheid - 24.01.2021 19:25:44 Uhr

    Guten Abend, Enno,


    so sehr ich Ihre Meinung respektiere aber in diesem Fall irren Sie sich.

    Der Artikel wurde nach der Veröffentlichung nachweislich nicht geändert!

    Wenn Sie möchten, können Sie mich telefonisch erreichen (schreiben Sie mich hierzu bitte an - ct@ntg24.de). Gerne würde ich Ihnen dies über eine versteckte Funktion auf unserer Seite demonstrieren.

    Weiterhin ist im Rahmen der internen Kommunikation rechtssicher nachweisbar, welchen Text der Redakteur zur Veröffentlichung eingereicht hat. Dieser wurde dann von einer anderen Mitarbeiterin eingestellt und veröffentlicht.
    Dieser Weg ist durch unsere Compliance vorgegeben um genau solche Anschuldigungen widerlegen zu können.


    Ihnen noch einen schönen Restsonntag

    Christian Teitscheid
    Redaktionsteam NTG24


  • Enno - 24.01.2021 17:55:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Christian Teitscheid,

    mit Verlaub und allem Respekt, aber

    1) Mein Kommentar hatte ich unter einem Artikel geschrieben, der zu 100% einen anderen Wortlauf hatte als dieser (überarbeiteter) Artikel. In dem besagten und von mir kommentierten Artikel ging es sehr wohl um den Vergleich mit der Commerzbank.
    In diesem vollkommen überarbeiteten Artikel wird die Commerzbank nur noch in einem Satz erwähnt. Andere Leser und Kommentatoren können somit nicht nachvollziehen, warum ich meinen ersten Kommentar geschrieben habe.

    Das ist vollkommen unseriös von der NTG24.

    2) Scheine ich mit meinem Kommentar sehr wohl recht gehabt zu haben. Warum sonst haben Sie den Artikel fast zu 100% abgeändert ? Welchen Punkt habe ich da getroffen bei Ihnen ?

    3) Sie schreiben, Zitat: „Allerdings finde ich keinen Artikel, welcher in den vergangenen Stunden oder Tagen die Entwicklungen bei der TUI und der Commerzbank gegenüberstellte“
    Ich brauche bei Google nur folgendes einzugeben: „vergleich tui commerzbank Staatshilfe“ und finde viele Internetseiten mit sehr ähnlichem Inhalt wie der Artikel, den ich bei Ihnen kommentiert habe.
    Leider haben Sie den Artikel nun vollkommen abgeändert, und ein Vergleich ist somit auch für mich nicht mehr möglich.

    Ich bin sehr enttäuscht über NTG24. Das ist sehr, sehr bitter und unseriös.
    Ich hoffe, Sie werden mein Kommentar und Gegendarstellung publizieren.
    Auch hoffe ich, dass ein Verantwortungsvoller Redakteur sich der Sache annimmt.


  • C. Teitscheid - 22.01.2021 22:15:10 Uhr

    Guten Abend, Enno,


    auch negative Bewertungen schätzen wir durchaus als konstruktive Kritik. Allerdings finde ich keinen Artikel, welcher in den vergangenen Stunden oder Tagen die Entwicklungen bei der TUI und der Commerzbank gegenüberstellte. Den Vorwurf des „Abschreibens“ kann ich somit nicht nachvollziehen.

    Natürlich kann ich nicht für Herrn Rademacher sprechen und kenne in diesem Fall auch nicht seine einbezogenen Analysegrundlagen. Grundsätzlich teile ich aber den pessimistischen Ansatz durchaus.

    Eine Normalisierung in der Reisebranche und insbesondere beim Massentourismus kann auch ich für dieses Geschäftsjahr nicht erkennen. Weiterhin verbleibt die Frage, inwiefern sich der Markt bereinigen und verlagern wird. Viele Hotels und Charterlinien werden die Katastrophe leider nicht überleben und dies wird die Karten langfristig neu verteilen.

    Welche Konsequenzen dies für einen derart aufgestellten Konzern haben wird, mag jeder für sich selbst bewerten.

    Ihnen einen guten Start in das Wochenende und bleiben Sie Gesund!


    Christian Teitscheid
    Redaktionsteam NTG24


  • Enno - 22.01.2021 21:14:50 Uhr

    Immer dieser schlechte Vergleich mit der Commerzbank. Als ob der Autor nur im Internet nach irgendwas gesucht hätte und dann runtergeschrieben (oder nur abgeschrieben ?) hat.

    Die Commerzbank war ein Sanierungsfall. Hätte nicht überleben dürfen/können.
    Die TUI war nie ein Sanierungsfall. Es ist ins Straucheln gekommen, so wie viele Firmen in der Pandemie.

    Commerzbank war selbstverschuldet durch Miss-Management.
    TUI ist durch starke Außeneinwirkung aus dem Tritt gekommen.

    Sobald die Pandemie vorbei ist, geht es auch schon wieder los bei TUI.
    Bei der Commerzbank hingegen ist die Finanzkrise bereits seit 12 Jahre vorbei und sie hat es immer noch nicht geschafft sich aus dem Sumpf zu holen. Banken gibt es einfach zu viele. Touristik-Player in der Dimension von TUI gibt es nur sehr wenige.

    Also, ein total schlechter Vergleich.


 

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