
Die Reibereien zwischen Unilever und dem Eiscremehersteller Ben & Jerry’s scheinen in die nächste Runde zu gehen
Entledigt sich Unilever unangenehmer Zeitgenossen?
Seit Jahren schon nehmen die Spannungen zwischen Unilever und Ben & Jerry’s zu. Der Eiscreme-Gigant wirft seinem Mutterkonzern vor, politische Äußerungen und Aktivitäten abwürgen zu wollen. Nun wird behauptet, dass genau deshalb auch der vor Kurzem zurückgetretene Ben-&-Jerry’s-Chef Dave Stever entlassen worden wäre.
Stever ist bereits seit 1988 bei Ben & Jerry’s tätig, doch laut Unilever (GB00B10RZP78) geschah sein Rückzug zum 31. März ganz und gar freiwillig. Dass er dazu aufgrund seiner Unterstützung der sozialen Mission und der Markenintegrität von Ben & Jerry‘s gedrängt wurde, davon will der Lebensmittelkonzern nichts wissen. Dennoch steht der Vorwurf im Raum, dass die (angebliche?) Entlassung ohne Rücksprache mit dem Vorstand geschehen sei.
Das Ganze ist Teil einer größeren Auseinandersetzung, bei der Unilever vorgeworfen wird, die politischen Aktivitäten von Ben & Jerry’s beschneiden zu wollen. Schon immer setzte man sich dort für Themen wie soziale Gerechtigkeit ein und tat dies etwa in den sozialen Medien kund. 2021 kam es zum Eklat, als der Verkauf von Produkten im besetzten Westjordanland eingestellt wurde. Unilever reagierte, indem das dortige Geschäft verkauft wurde.
Trotz den Reibereien treibt Unilever seine Pläne zur Ausgliederung des Eiscremegeschäfts voran. Ab dem 1. Juli soll die Sparte, zu der neben Ben & Jerry’s auch Langnese und Magnum zählen, eigenständig auftreten. Die Gründer von Ben & Jerry’s sollen sich gerüchteweise darum bemüht haben, ihr Unternehmen wieder selbst zu übernehmen. Unilever stellte aber klar, dass die Tochter nicht zum Verkauf stehe.
Unilever streitet weiter
Unilever scheint sich eher zurückhalten zu wollen, wenn es um das Thema Politik geht. Dieser Ansatz ist bei Ben & Jerry’s aber sehr unbeliebt und so dürften weitere Spannungen programmiert sein. Das scheint im ersten Moment für das Geschäft nur beiläufig interessant zu sein. Doch die Eiscreme-Tochter verfügt durchaus über eine beträchtliche Reichweite und ist damit in der Lage, wenigstens das Image von Unilever zu beschädigen. Momentan leider die Aktie aber freilich mehr unter Zollsorgen und einer anhaltenden Konsumschwäche.
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28.04.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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