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Curevac, BioNTech, Bayer, TUI, ThyssenKrupp, Nel ASA: Marktbericht Strategiedepot Aktien Konservativ

Update zum Strategiedepot Aktien Konservativ 14.02.2021 - Teil 1

 

In der letzten Woche setzte sich die seit 24.03.2020 bestehende „Corona-Erholungs-Rallye“ der internationalen Aktienmärkte nahtlos fort, so dass der MSCI WORLD (Euro)-Index weitere + 0,9 % gewann.

Der Abstand des MSCI WORLD (Euro)-Indexes bis zum obersten Rand der Top-Verbindungen vom März 2015 wie auch Februar 2020, womit kurzfristig eine sehr ausgeprägte Widerstandslinie markiert wird, baute sich damit nur noch auf rd. + 2 % ab und dürfte kurzfristig eine klare Begrenzung weiterer Kurspotenziale bewirken.

Sollte dieser ultimative Widerstandspunkt in den nächsten Tagen tatsächlich realisiert werden, sehen wir von dort aus unter Einbeziehung der gegenwärtig äußerst ambitionierten Bewertung des MSCI World-Indexes (KGV 2021e mit 20,8 auf einem 19 Jahres-Hoch) die Einleitung einer - allerdings nur kurzzeitigen - Korrektur als sehr wahrscheinlich an. Diese dürfte voraussichtlich kaum über rd. - 7 % (= eingezeichnete “neutrale Mittellinie“ des untenstehenden Charts) hinausgehen, kann im negativsten Fall jedoch nach unserem Dafürhalten auch durchaus ein Ausmaß von bis zu ca. - 12 % erreichen (= signifikanteste untere Unterstützlinien des Charts).

Eine zunehmend selektive Vorgehensweise in einer sehr sorgfältigen fundamentalanalytischen Aktienauswahl, worin jedoch bereits seit Jahrzehnten eine nachgewiesene, wesentliche Stärke der Analysten und Redakteure von NTG24 liegt, ist also mittlerweile zwingend geboten.

Da wir derzeit jedoch nur die Gesamtmarktsituation kurzfristig zunehmend als kritisch erachten, dennoch aber selbst jetzt noch eine Fülle erst relativ kurz nach oben ausgebrochener und zugleich weiterhin attraktiv bewerteter einzelner Aktien besteht, haben wir abgesehen vom Themendepot EDELMETALLE in allen übrigen 4 Strategie-/ Themendepots den Aktieninvestitionsgrad im Zuge der grundsätzlich weiter intakten Aktienrallye in der letzten Woche, wie avisiert, nun auf rd. 93 – 94 % angehoben.

 

Chart: MSCI WORLD (Euro)-Index seit Ende 2013

 

 

In der letzten Woche stellten zu Lasten hoch konjunkturzyklischer Aktien erneut vor allem besonders aufstrebende Technologie- und sonstige Wachstumstitel die größten Outperformer dar.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeHintergrund hierfür war, dass angesichts der wachsenden Zurückhaltung fast aller Staatsregierungen, aufgrund zunehmender Verbreitungen neuer Corona-Mutationen weitere Lockdown-Aufhebungen zu verfügen, die in der letzten Woche eher enttäuschend ausgefallenen globalen makroökonomischen Wirtschaftsdaten nochmals ein stärkeres Gewicht bekamen, während völlig im Gegensatz hierzu die Unternehmensberichtsperiode zum 4. Quartal in den USA wie auch Europa weiterhin eine sehr erfreuliche Fortsetzung fand.

So wies in den USA der Redbook-Index (= Umsatzentwicklungen der führenden US-Groß- und Einzelhändler) im Januar nur ein enttäuschendes Wachstum um + 0,7 % gegenüber Vorjahr auf, nachdem dieser Zuwachs im Dezember noch bei + 4,4 % gelegen hatte. Auch der wöchentliche Anstieg der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe von 779.000 auf 793.000 (Erwartung: Rückgang auf 757.000) stellte ein unerfreuliches Bild dar, womit auch die sehr zurückhaltende Rede des FED-Chefs Powell am 10.02. einherging, der dem US-Arbeitsmarkt eine seit einigen Wochen anhaltende Erholungsstagnation sowie bei einer aktuellen Arbeitslosenquote von 6,3 % trotz der Hilfspaket-Ankündigung von 1,9 Bio. USD unter US-Präsident Biden noch einen langen Weg bis zu einer definitiven Erholung attestierte. Und schließlich wies selbst der Michigan Konsumentenvertrauens-Index in den USA im Januar einen überraschenden Rückgang von 79,0 auf 76,2 auf, während Ökonomen auch hier zuvor einen Anstieg auf 80,8 prognostiziert hatten.

Insofern lieferte erneut China in der letzten Woche die einzig ermutigende Konjunkturnachricht, indem historisch rekordhohe gesamtwirtschaftliche monatliche Kreditbereitstellungen von nicht weniger als 3,58 Bio. CNY (= rd. 550 Mrd. USD) im Januar belegten, dass der zurückliegende starke realwirtschaftliche Aufschwung in China auch weiterhin bestens monetär alimentiert wird.

Allerdings ist bereits jetzt natürlich nun auch immer mehr im Auge zu behalten, dass dieser Wirtschaftsboom, von dem man in China nun langsam sogar wieder sprechen kann, nicht erneut wie zuletzt in 2015 in eine zunehmend unkontrollierte und inflationstreibende „Blase“ übergeht, der die die chinesische Regierung und Notenbank seinerzeit nur noch massive dirigistische Abkühlungsmaßnahmen, verbunden mit einem schlagartigen Aktienmarkt-Crash, entgegensetzen konnte. Wir auch diese Entwicklung angesichts des jüngsten Depotausbaus unserer China-/Asien-Positionen daher künftig sehr genau weiterverfolgen.

Auf der anderen Seite gestalten sich die Berichtsvorlagen der Unternehmen zum 4. Quartal sowohl in den USA wie auch in Europa weiterhin sehr erfreulich.

Nach den Ergebnispublikationen von 74 % aller S&P 500-Konzerne konnten bislang 78 % von ihnen die Umsatz- und 80 % unter ihnen die Nettogewinn-Prognosen der Analysten übertreffen. Somit läuft derzeit im S&P 500-Index alles auf einen 4. Quartals-Nettogewinnanstieg um ca. + 2,9 % ggü. dem Vorjahr hinaus, während die Analysten zum 31.12.2020 im Konsens noch einen Nettogewinnrückgang um ca. - 9,3 % prognostiziert hatten.

Und in Europa, wo erst rd. 19 % der Stoxx 600-Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentiert haben, konnten bislang zwar nur 51 % von ihnen die Umsatz-, jedoch immerhin 72 % von ihnen die Nettogewinnprognosen der Analysten schlagen. Letzteres stellt für europäische Verhältnisse, die regelmäßig deutlich hinter der Berichtsbilanz in den USA zurückbleiben, schon ein sehr erfreuliches Ergebnis dar, was dazu führt, dass für die Stoxx 600-Unternehmen die Analysten im Konsens derzeit im 4. Quartal „nur“ noch einen Rückgang des Nettogewinns um ca. - 18 % ggü. dem Vorjahr erwarten (Prognose per 31.12.2020 noch - 27 % ggü. Vorjahr).

Unter auffälligsten einzelnen Aktienentwicklungen innerhalb Deutschlands war in der letzten Woche besonders herauszuheben, dass gerade Unternehmen, die sich derzeit in stärksten operativen Turnarounds befinden, wie z.B. HEIDELBERGER DRUCK (+ 20 %), THYSSENKRUPP (+ 12 %) und STEINHOFF (+ 9 %), in der Vorwoche besonders kräftige Kursgewinne verzeichneten.

Bei Heidelberger Druck honorierten die Analysten wie Investoren sehr, dass der Konzern am 10.02. zur allgemeinen völligen Überraschung auf 9 Monats-Basis sowie für das 3. Quartal 2020/21 (per 31.12.20) trotz eines Umsatzrückgangs von - 24 % (9 Monate) sowie einer deutlich geringeren Umsatzabschwächung von nur noch - 15 % im 3. Quartal angesichts erheblicher operativer Margensteigerungen dennoch ein positives Nettoergebnis auf 9 Monats-Basis von + 3 Mio. Euro (Vorjahr: Nettoverlust von - 10 Mio. Euro) sowie im 3. Quartal von + 12 Mio. Euro (Vorjahr: + 7 Mio. Euro) verbuchen konnte.

Diese beeindruckende Profitabilitätssteigerung im Umfeld der Corona-Pandemie ist ebenso positiv einzustufen, wie die darüber hinausgehende Ankündigung des Konzerns, dass im Gesamtjahr 2020/21 die operative EBITDA-Marge vor Restrukturierungsaufwendungen rd. 7 % erreichen dürfte (bisher ausgegebenes Ziel: Behauptung mindestens auf dem Vorjahresniveau, d.h. über 4,3 %).

Taggleich profitierte auch ThyssenKrupp von der am 10.02. erfolgten Vorlage vorläufiger Zahlen zum 1. Quartal 2020/21 (per 31.12.20), nach denen trotz einer Umsatzabschwächung um - 4 % gegenüber dem Vorjahr der operative EBIT-Vorjahresverlust von - 185 Mio. Euro dank klarer Profitabilitäts-Turnarounds in fast allen Sparten nun in einen operativen EBIT-Gewinn von + 78 Mio. Euro verwandelt werden konnte. Auch die daraufhin bereits jetzt für das Gesamtjahr 2020/21 vorgenommene Anhebung der Konzernprognose, nunmehr ein EBIT nahe an der Gewinnschwelle erzielen zu wollen (bisherige Ankündigung: EBIT-Verlust in dreistelliger Millionenhöhe) begrüßten die Analysten und Anleger ebenso sehr, wie auch die weitere Planung des Vorstands, in der operativ angeschlagenen Stahlsparte bis 2026 noch mehr als wie bisher anvisiert 3.000 Stellen streichen zu wollen.

Dagegen gab BAYER in der letzten Woche von ihrem kräftigen Vorwochen-Gewinn wieder einiges ab (- 5 %), und auch TUI verzeichnete einen dabei sogar noch sehr glimpflich ausgefallenen Wochenabschlag um nur - 5 %, nachdem der führende europäische Reiseveranstalter für das 1. Quartal 2020/21 (per 31.12.) bei einem erneuten massiven Umsatzkollaps um - 88 % eine weitere dramatische Erhöhung des Quartals-Nettoverlusts von - 129 Mio. gleich auf - 803 Mio. Euro bekanntgab.

Unter den auffälligsten Entwicklungen internationaler Auslandsaktien war hingegen vor allem bemerkenswert, dass im Bereich alternativer Fahrzeugantriebe wie auch -steuerungen TESLA (- 5 %) wie auch die weiter in der operativen Verlustzone agierenden Wasserstofftechnologie-Lieferanten PLUG POWER und NEL ASA (jeweils – 4 %) sowie erst Recht CLEAN POWER CAPITAL (- 13 %) ebenso weiter leicht verloren und damit ihre laufende Konsolidierung bestätigten, wie auf der anderen Seite wesentlich solider bewertete Aktien von Batterieherstellern, wie BYD (+ 6 %) oder auch VARTA (+ 3 %), gegenüber dem Vorwoche weiteren Boden gut machen konnten.

Im natürlich weiterhin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehenden Segment der Corona-Impfstoff-Produzenten kam es dagegen in der letzten Woche nur zu recht geringen Kursschwankungen, wobei der relativ zu BIONTECH (- 2 %) und MODERNA (- 1 %) deutlich höhere Kursverlust von CUREVAC (- 7 %) allein Gewinnmitnahmen nach dem in der vorangegangenen Woche verzeichneten gewaltigen Aktienkurssprung um + 34 % zuzuschreiben war, den wir bereits ausführlich kommentiert hatten.

 

17.02.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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