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Lufthansa schwächelt weiter, auch TUI kommt nicht zur Ruhe, TeamViewer enttäuscht erneut und selbst Moderna kommt unter die Räder

Keine Ausnahmen mehr

NTG24 - Lufthansa schwächelt weiter, auch TUI kommt nicht zur Ruhe, TeamViewer enttäuscht erneut und selbst Moderna kommt unter die Räder

 

Der Dienstag sorgte an den Börsen erneut für viele Enttäuschungen. Durch die Bank ging es mit Aktien aus nahezu allen Sektoren in Richtung Süden, Ausnahmen davon fanden sich nur wenige. Auslöser für die schlechte Stimmung war mal wieder, wie sollte es anders sein, die Corona-Pandemie.

Fest im Griff hat die Märkte derzeit die Omikron-Variante und es war kein geringerer als der Chef von Moderna (US60770K1079), welcher gestern wieder neue Ängste schürte. Stéphane Bancel machte wenig Hoffnung darauf, dass aktuell verfügbare Impfstoffe besonders gut auf Omikron ansprechen werden, wenngleich ihm absolut bewusst ist, dass verlässliche Daten dazu bisher noch fehlen.

Das Ganze ließ die Aktionäre regelrecht erschaudern, viele retteten sich fluchtartig in sichere Häfen wie beispielsweise Gold. Das Resultat waren ein weiteres Mal fallende Kurse. Dieses Mal sind auch die Impfstoffhersteller davon nicht ausgenommen. Auf die letzten Höhenflüge folgten Korrekturen, bei Moderna ging es am Dienstag um ganze 5,3 Prozent in die Tiefe. Immerhin konnte mit einem Schlusskurs von 301,70 Euro die nicht unwichtige 300-Euro-Linie noch knapp verteidigt werden.

 

Die Lufthansa ist am Boden zerstört

 

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Werbebanner ClaudemusBesonders schwer getroffen von den Ängsten an den Märkten ist nach wie vor der Touristik- und Reisesektor, was sich bei der Lufthansa (DE0008232125) überdeutlich bemerkbar macht. Um gut 2,5 Prozent ging es hier am Dienstag abwärts, womit die Aktie der Airline sich weiterhin tief im Kurskeller bewegt. Der Schlusskurs von 5,36 Euro befindet sich in direkter Nähe zu erst kürzlich aufgestellten Negativrekorden, der Abwärtstrend bleibt unverändert aktiv.

Nicht wenige Beobachter machen sich Sorgen um mögliche neue Reisebeschränkungen, vielleicht sogar den einen oder anderen Lockdown. Besonders, wenn Omikron gegen Impfstoffe gut gewappnet sein sollte, wäre das kein unrealistisches Szenario. Die Lufthansa selbst will davon wenig hören und blickt weiterhin optimistisch in die Zukunft. Diese Zuversicht können aktuell aber nur die wenigsten teilen.

 

Das gewohnte Bild bei TUI

 

Nicht viel anders sieht es bei TUI (DE000TUAG000) aus, wo das große Comeback im Jahr 2022 mittlerweile selbst mit viel Wohlwollen kaum noch absehbar ist. Experten rechnen bereits damit, dass die Touristikbranche durch Omikron mindestens um ein Jahr zurückgeworfen wird, was natürlich für alles andere als gute Laune an der Börse sorgt.

Dass die TUI-Aktie gestern „nur“ um etwas mehr als zwei Prozent nachgab, ist unter den derzeitigen Voraussetzungen schon fast als erfreulich zu bezeichnen. Immerhin kam es noch nicht zum ganz großen Crash. Der könnte dem Papier aber noch bevorstehen, sollte es im Laufe der kommenden Tage weitere schlechte Nachrichten rund um die Pandemie und Omikron im Besonderen zu hören geben. Die Lage bleibt mehr als angespannt.

 

Erneute Enttäuschung bei TeamViewer

 

Dass im Zuge der weitläufigen Korrekturen auch TeamViewer (DE000A2YN900) nicht begeistern konnte, sollte niemanden überraschen. Hier schmerzen die jüngsten Verluste aber gleich doppelt, da sie die Aktie des Software-Herstellers ein weiteres Mal unter die 12-Euro-Marke trieben, wenn auch knapp. Bei Handelsschluss standen exakt 11,99 Euro auf der Anzeigetafel.

Das ist noch kein neuer Negativrekord, allerdings von einem solchen auch nicht weit entfernt. Etwas enttäuscht dürfte manch einer darüber gewesen sein, dass es nach dem Bund-Länder-Treffen keine neuen Beschlüsse rund um weitere Corona-Maßnahmen zu sehen gab. Die könnten nun am Donnerstag folgen und positive Auswirkungen für TeamViewer sind dabei nicht auszuschließen. Neuerliche Kontaktbeschränkungen könnten die Nachfrage nach den Produkten der Göppinger wieder etwas antreiben. Da sehr wahrscheinlich allerdings Geimpfte weiterhin große Freiheiten genießen werden, ist mit einer Wiederholung der 2020er Rallye nicht zu rechnen.

 

Im Westen nichts Neues

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistOmikron überschattet weiterhin so ziemlich alles andere an den Börsen, und das führt in erster Linie zu einer sinkenden Risikobereitschaft bei den Börsianern. Die wussten lange Zeit dank des extrem niedrigen Zinsniveaus überhaupt nicht, wohin mit ihrem Geld und legten das dann auch schon mal bereitwillig in eher riskante Aktien an. Zumindest für den Moment scheint dieses Mindset erst einmal aus der Mode gekommen zu sein.

Die große Frage lautet nun, ob sich dadurch auch langfristige Änderungen an den Märkten ergeben, womöglich vielleicht sogar ein Ende des Bullenmarktes. Unbedingt zu rechnen ist damit noch nicht, immerhin wurde auch der Crash im Frühjahr 2020 recht schnell wieder verkraftet. Das allein garantiert aber selbstredend nicht, dass die Anleger auch dieses Mal schnell wieder in Kauflaune verfallen werden.

 

01.12.2021 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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