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BÖRSE TO GO - mit Commerzbank, Innogy und Freenet

Trotz aktueller Erholung sollten Anleger noch vorsichtig bleiben

 

Guten Morgen,
 
eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Die Bodenbildung der Märkte kann nicht von Tagesschwankungen abhängig gemacht werden, insofern sind feste Börsentage noch kein eindeutiges Zeichen für eine Erholung. Dafür schwebt noch immer zu viel Staub in der Luft und wir hatten es bereits angekündigt, dass der August wohl dafür benötigt wird.
 
Selbiges gilt auch für die überraschend positiven Exportdaten aus China. Zwar untermauern diese, dass die Auswirkungen des Handelskonflikts nicht so weit reichen wie derzeit gerne verbreitet wird, aber auch hier gilt es, den Trend abzuwarten und Monatszahlen nicht überzubewerten.
 
Die politischen Ereignisse in Italien nehmen wir nur zur Kenntnis. Es hätte uns auch überrascht, wenn Italien mal ohne Regierungskrise auskommt. Auswirkungen auf die Finanzmärkte beschränken sich denn auch auf die Kurse der Anleihen.

 

Was plant der Bund mit der COMMERZBANK?

 

In Berlin steht offensichtlich die COMMERZBANK auf der Agenda. Die Deutsche Finanzagentur lässt sich durch externe Berater hinsichtlich der strategischen Perspektiven der COMMERZBANK unterstützen. Ziel laut dem "Deutschen Vergabeportal" ist „...die ergebnisoffene Prüfung und Beurteilung der Beteiligung und die Ableitung von strategischen Empfehlungen für das Beteiligungsmanagement". Es geht um Handlungsoptionen, eine neue Strategie und die Wertermittlung der Beteiligung. 

Explizit werden Joint Ventures, Zukäufe, Kooperationen, Realisierung von Wertpotenzialen durch Verkäufe von Teilen nicht ausgeschlossen. In anderen Worten: Berlin hat keine Lust mehr und die Nachricht dürfte BNP PARIBAS, UNICREDIT sowie ING als potenzielle Kaufkandidaten interessieren. Damit kommt wieder Übernahmefantasie auf. Wer Lust hat, macht mit.

 

Kursverlauf Commerzbank


 
INNOGY: Zahlen vor der Zerschlagung

 

Ebenfalls auf der Agenda und für uns interessant: INNOGY legt die 6-Monatszahlen auf den Tisch. Die RWE-Tochter steht bekanntlich kurz vor der Übernahme durch E.ON und mit einer Freigabe durch die EU-Kommission wird im September gerechnet. 

Für das zurückliegende erste Halbjahr konnte INNOGY einen operativen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro erreichen. Dies war allerdings 16 % weniger als im Vorjahr. Wobei erneut die britische Tochter NPOWER am stärksten schwächelte. Diese wies einen operativen Verlust von 81 Millionen Euro aus und bleibt damit die wichtigste Baustelle nach der INNOGY-Übernahme. Hier hat E.ON schon angekündigt, harte Einschnitte zu planen.

 

FREENET mit wenig Begeisterung

 

Frische Zahlen gab es auch vom Mobilfunkanbieter FREENET. Dieser hat im zurückliegenden Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn auf Ebene EBITDA stagniert. Die Umsätze konnten mit rund 699 Millionen Euro nur minimal besser abschneiden als im Vorjahreszeitraum. Beim EBITDA gab es einen kleinen Rückgang auf 10,2 Millionen Euro. Deutliche Rückgänge musste FREENET beim Free Cashflow verzeichnen. Dieser ging um knapp 16 % auf 81,5 Millionen Euro zurück. Begründet wurde dies von FREENET wie bei vielen anderen Unternehmen durch die erstmalige Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16, der insbesondere die bilanzielle Verbuchung von Leasingverbindlichkeiten neu geregelt.

Trotz dieser eher schwachen Vorstellung sieht sich FREENET weiterhin im Plan für das Gesamtjahr. Im Markt bleiben allerdings immer noch die Unsicherheiten, wie es insbesondere in der Schweiz mit der Beteiligung SUNRISE weitergeht, die bekanntlich den dortigen Kabelanbieter UPC übernehmen will.

Zwar hatte FREENET zuletzt seine ganz grundsätzlichen Bedenken gegen den Deal aufgeweicht und findet inzwischen nur noch die ausgehandelten Fusionsbedingungen für nicht akzeptierbar. Bis zum November, wenn auf der alles entscheidenden Aktionärsversammlung über die Übernahme abgestimmt werden soll, scheint allerdings alles möglich. Angesichts der nach wie vor schwierigen Charttechnik würden wir hier gegenüber FREENET weiterhin Zurückhaltung üben.

 

Ein Ausblick auf die kommende Woche

 

Noch ein erster Ausblick auf  die kommende Börsenwoche. Nach E.ON wird am kommenden Mittwoch auch mit RWE der zweite große deutsche Versorger seine Quartalszahlen präsentieren. Dabei dürfte insbesondere interessant werden, wie die Wandlung vom klassischen Energieerzeuger zum Ökostrom-Konzern vorangeht. Ebenfalls auf unserer Liste stehen in der nächsten Woche EVOTEC am Mittwoch wie auch am gleichen Tag VA-Q-TEC und am Donnerstag die SWISSCOM. Im Blickpunkt bleibt auch HENKEL, die am Dienstag berichten und die im Vorfeld in den Verdacht geraten sind, dass sie ihre Jahresprognose nach unten anpassen werden. 

Auf konjunktureller Seite wären in der nächsten Woche die Highlights sicherlich der ZEW-Indikator für August, der am Dienstag veröffentlicht wird, sowie die deutschen BIP-Zahlen am Mittwoch. In Amerika geht es Dienstag mit den Juli-Verbraucherpreisen los,  weitere wichtige Zahlen dürften am Donnerstag mit Industrieproduktion und Auslastung sowie am Freitag mit dem Index des Verbrauchervertrauens, berechnet an der University of Michigan, herauskommen.

 

09.08.2019 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 

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