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BÖRSE TO GO - mit Vonovia, Biofrontera und Gold

Technische Ausgangslage verbessert sich

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Vonovia, Biofrontera und Gold

 

Guten Morgen,

die technische Ausgangslage der Börsen sieht besser aus, als es die Stimmung vermuten lässt. An dieser Stelle hatten wir gestern Abend bereits auf den DAX hingewiesen (siehe Beitrag „DAX in umgekehrter Schulter-Kopf-Schulter“). Trotz aller erdrückender Stimmungsdaten um die deutsche Verfassung der Konjunktur zeigen sich die Märkte keineswegs in einer „Crash“-Verfassung. Im Gegenteil: Die Suche nach neuen Trends erfolgt auf recht hohem Niveau, insbesondere im Rückblick auf die vergangenen Jahre. Wer weiß heute schon noch, dass der DAX nach der Finanzkrise 2007 bei 3.700 Punkte stand.

Diese Bodenbildungen zeigen sich auch in den Einzelwerten: BEYOND MEAT oder WALT DISNEY stabilisieren sich wie erwartet nach dem Hype ebenso wie „gefallene Engel“ wie GOODYEAR. Weitere Werte zeigen eine solide relative Stärke und lösen sich vollständig von der Stimmungslage (NINTENDO, RWE, LIVE NATION, MOWI oder HELLOFRESH, siehe auch Beitrag auf dieser Seite). Selbst BOEING konnte sich zuletzt gut behaupten.

In anderen Worten: Es gibt sie in ausreichender Menge, die Chancen im Stimmungstief.

Die besonderen Herausforderungen in der Bundesrepublik werden mit jeder neuen Veröffentlichung des ifo-Index verdeutlicht. Die Autobranche wird zur Achillesferse und immer eindeutiger zu einem Kraftakt der besonderen Art. Denn 100 Jahre Automobilindustriegeschichte sind nicht in Kürze um 180 Grad zu drehen. Die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, die notwendig sind, um auch die kommenden 100 Jahre zu sichern, erfordern sehr viel Kraft und Vertrauen und vor allem Führungskompetenz. Mit Ferdinand Piech ist leider einer der letzten Visionäre der Branche just verstorben. Aber: Auch Deutschland besteht nicht nur aus Autos.

 

VONOVIA und Co. heute auf der Haben-Seite

 

Die deutschen Immobilienkonzerne bleiben ein heißes Pflaster. Zum Wochenbeginn waren die meisten Notierungen dieser Aktien auf der Negativ-Seite zu finden, heute geht es in die Gegenrichtung. So notiert DEUTSCHE WOHNEN zur Zeit gut 2 % im Plus, gefolgt von VONOVIA mit 1,6 %. LEG IMMOBILIEN, GRAND CITY PROPERTIES, ALSTRIA und AROUNDTOWN ordnen sich dahinter ein. Das Thema kennen Sie:

In Berlin hat die Bausenatorin Katrin Lompscher, die von der SED-Nachfolgerin Die Linke stammt, ihr Konzept eines Mietendeckels vorgestellt. Dieser geht davon aus, dass Kaltmieten in Berlin auf höchstens 7,97 Euro pro Quadratmeter begrenzt werden. Zwar sollen ab 2014 entstandene Wohnungen davon ausgenommen bleiben, aber für alle anderen könnte dies im Zweifel sogar massive Mietsenkungen bedeuten. Dass in diesem Umfeld natürlich Sorgen entstehen, dass die in Berlin tätigen Immobilienkonzerne ihre Gewinnprognosen nicht mehr halten können, ist verständlich. Zumal bekanntlich ja auch durchaus das Risiko besteht, dass nach der nächsten Bundestagswahl ebenfalls eine rot-rot-grüne Bundesregierung das Zepter übernimmt und entsprechendes auch auf Bundesebene einführt. Allerdings:

Die Immobilienkonzerne selbst versuchen, die Wogen zu glätten. So hatte VONOVIA mitgeteilt, dass bei einer Umsetzung solch eines Mietdeckels in Berlin rund 20-25 Millionen Euro Belastungen zu erwarten wären. Das entspräche auf Konzernebene allerdings nur rund 1 % des Umsatzes. Deutlich gefährdeter scheint die DEUTSCHE WOHNEN zu sein, die mit rund 110.000 Wohnungen derzeit der größte private Vermieter in Berlin ist. Doch auch hier scheinen sich zumindest kurzfristig die Anleger zu sagen, dass solch ein geradezu schon kommunistisch angehauchte Plan wohl kaum in die Tat umzusetzen ist, sollte nicht insbesondere die SPD als Koalitionspartner zu allen anderen Schwierigkeiten einen weiteren politischen Selbstmord planen.

 

BIOFRONTERA: Schrecksekunde?

 

Ein Liebling der Börsianer, zumindest der spekulativ aufgestellten, hat heute Halbjahreszahlen gebracht. Der Hersteller von biopharmazeutischen Produkten BIOFRONTERA konnte im ersten Halbjahr seinen Gesamtumsatz um 55 % auf 13,9 Millionen Euro verbessern. Der Umsatz in Deutschland stieg dabei um 82 % auf rund 2,2 Millionen Euro. Im wichtigsten Einzelmarkt USA erreichte BIOFRONTERA ein Plus von 59 % auf 10,2 Millionen Euro.

Der Ausblick für das restliche Jahr ist relativ durchwachsen. Aktuell rechnet BIOFRONTERA mit einem Jahresumsatz von 32-35 Millionen Euro. Die bisherige Prognose lag zwischen 35-40 Millionen Euro. Allerdings sind hierbei Umsätze, die aus der Neuerwerbung eines Unternehmens stammen, noch nicht enthalten. Für den Betriebsverlust wird eine Spanne zwischen 7-9 Millionen Euro erwartet. Für das vierte Quartal rechnet BIOFRONTERA damit, die operative Gewinnschwelle zu erreichen. Ob sich unter diesen Prämissen ein neuer Kauf lohnen könnte, werden wir gesondert klären.

 

Kursverlauf Biofrontera

 

Gold und Silber glänzen weiter

 

Und noch ein Blick auf den Edelmetallmarkt. Sowohl Gold als auch Silber bleiben in ihren jeweiligen Aufwärtstrend. Die jüngsten Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell auf dem Notenbänker-Treffen in Jackson Hole mit Blick auf wahrscheinliche weitere Zinssenkungen dürften den Edelmetallen weiterhelfen. Hinzu kommt, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China weiterhin der größte Antreiber der Edelmetall-Hausse ist. Zwar gab es hier zuletzt Anzeichen einer Entspannung und dem Willen, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Doch bekanntlich kann dies mit nur einem Tweet von US-Präsident Donald Trump wieder ad absurdum geführt werden.

Hinweis dazu: In der neuen Ausgabe des Zürcher Trends werden wir jetzt eine weitere Minen-Empfehlung abgeben. Diese wird dann auch hier auf der Webseite nachzulesen sein. Sollten Sie noch nicht Abonnent sein, können Sie dann gerne auch ein kostenloses Test-Abo anfordern.

 

27.08.2019 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 

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