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Airbus: Das wird jetzt interessant

Aktie kann Probleme schnell wegstecken

 

Es war nur eine kurze Schrecksekunde. Heute präsentierte der europäische Flugzeughersteller AIRBUS seinen Neun-Monats-Zahlen und konnte dabei auf Basis des bereinigten EBIT ein kräftigen Anstieg um 51 % auf 4,1 Milliarden Euro mitteilen. Beim Umsatz legte der Konzern immerhin noch um 14,3 % auf 46,2 Milliarden Euro zu. Im gleichen Rahmen gab AIRBUS dann auch einen Ausblick auf das restliche Jahr und dabei sorgte vor allem eine Bemerkung kurzfristig für Unsicherheit im Markt.

Denn wie AIRBUS mitteilte, rechnet man für das Gesamtjahr mit einer niedrigeren Anzahl an Maschinen, die man noch ausliefern kann. Insgesamt sollen 860 Flugzeuge am Ende des Jahres übergeben worden sein. Das wären 20-30 Maschinen weniger als man bislang angepeilt hatte. Und selbst das scheint erst einmal noch ambitioniert. Denn dafür müsste AIRBUS im laufenden vierten Quartal noch 289 Flugzeuge ausliefern. Das wären fast so viel wie im Vorjahresquartal, das eine Rekordzahl von 297 Flugzeugen verbuchte.

 

Airbus Flugzeug

Bildnachweis: © Flughafen Zürich AG

 

AIRBUS bestätigt Gewinnprognose

 

Allerdings hielt die Verunsicherung im Markt nicht lange an. Denn quasi im gleichen Atemzug bestätigte AIRBUS sein Gewinnziel für dieses Jahr. So soll das bereinigte operative Ergebnis auf Basis EBIT weiterhin um rund 15 % steigen können. Dass der Flugzeugbauer dies trotz der niedrigeren Auslieferungszahlen schaffen will, erklärt man damit, dass die A320neo-Serie besonders profitabel sei.

Die große Unbekannte bei AIRBUS bleibt allerdings die Frage, welchen Einfluss der an Schärfe gewonnene Handelsstreit zwischen den USA und Europa haben wird. Bekanntlich war USA vor der WTO berechtigt worden, Strafzölle gegen AIRBUS zu verhängen. Diese betragen derzeit 10 % für in Europa gebaute Flugzeuge. AIRBUS hat erklärt, wegen der Mehrkosten seinen Kunden bei im Bau befindlichen Flugzeugen entgegenzukommen. Das könnte im kommenden Jahr womöglich zu einer Belastung werden. 

 

Zölle bald kein Thema mehr?

 

Allerdings steht ja nächstes Jahr noch eine Gegenentscheidung bei der WTO gegen BOEING aus. Hier könnte es am Ende  darauf hinauslaufen, dass die USA bei einer Drohung von Gegenzöllen gegen BOEING ihrerseits ihre Zölle wieder zurücknimmt.

Diese Hoffnung spiegelt sich letztlich auch in der Aktie von AIRBUS wider. Diese konnte zuletzt aus ihrem kurzfristigen Abwärtstrend nach oben ausbrechen und nimmt nun Kurs auf das bisherige Jahreshoch bei 132,62 Euro. Mit einem geschätzten KGV von rund 17 für das kommende Jahr ist die AIRBUS-Aktie sicherlich nicht mehr ganz so preiswert. 

 

Kursverlauf Airbus

 

Aber wenn man sich anschaut, wie in den letzten Monaten rasant die Wettbewerbssituation gegenüber dem großen Konkurrenten BOEING zu Gunsten der Europäer verändert wurde, dürften die Investoren hier wohl weiter am Ball bleiben. Unter diesen Prämissen würden wir derzeit ein Kursziel von rund 145 Euro haben und entsprechend die Aktie weiterhin zum Kauf empfehlen.

 

30.10.2019 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









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