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Nel-Aktie wird nach Q4-Zahlen extrem abgestraft und reißt auch Plug Power sowie Ballard Power in die Tiefe

Wasserstoff-Aktien lassen Dampf ab

NTG24 - Nel-Aktie wird nach Q4-Zahlen extrem abgestraft und reißt auch Plug Power sowie Ballard Power in die Tiefe

 

Beim norwegischen Wasserstoffspezialisten Nel ASA (ISIN: NO0010081235; A0B733) liefen die Geschäfte im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2020, wie bereits zuvor erwartet, sehr gut. Demnach konnten die Skandinavier ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 % auf 229 Millionen NOK steigern. Gleichzeitig musste die Firma einen negativen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 139 Millionen NOK verbuchen, womit sich die EBIT-Marge zuletzt auf -61 % belief. Für die Firma, die derzeit über einen Cash-Bestand von 2,3 Milliarden NOK verfügt und somit hohe Anlaufkosten finanziell gut abfedern kann, ist dieser Fehlbetrag keinesfalls dramatisch. Vielmehr war im Vorfeld der Zahlen ein Verlust in ähnlicher Größenordnung durchaus zu erwarten, da sich viele Projekte erst in der Zukunft amortisieren werden.

An der Börse wurden die jüngsten Nel-ASA Zahlen, welche zumindest gemessen am Umsatz deutlich über den Markterwartungen lagen, dennoch zum Anlass genommen, sich von der Aktie zu trennen. So stürzte das Papier auf Tradegate am Morgen von 2,99 Euro in der Spitze zeitweise bis auf 2,55 Euro ab. Andere Wasserstoffaktien wie Plug Power (ISIN: US72919P2020; WKN: A1JA81) und Ballard Power (ISIN: CA0585861085; ISIN: A0RENB) wurden nach der Meldung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und zeitweise massiv abverkauft. Dies ist durchaus bemerkenswert, da sich alle Papiere mittlerweile spürbar von ihren jeweiligen Höchstkursen aus dem Jahr 2021 entfernt haben und somit aktuell technisch zunehmend angeschlagen sind.

 

Bewertungen weiterhin extrem hoch

 

Getrieben wurde die Kursentwicklung bei allen drei Aktien durch die allgemeine Euphorie für aufstrebende Firmen aus dem Wasserstoffsektor. So stiegen viele Privatanleger insbesondere in diese Anteilscheine ein, obwohl die Bewertungen durch die Bank hinweg ein äußerst abenteuerliches Niveau erreichten. Auch nach dem jüngsten Kursrückgang ist Nel ASA mit einem geschätzten 2021er-Kurs-Umsatzverhältnis von 36 optisch extrem teuer, wobei das erwartete 2021er-KUV bei Ballard Power mit 71 und bei Plug Power mit 67 noch deutlich höher liegt.

Sicherlich bestehen für alle Firmen mittelfristig hervorragende Wachstumsaussichten und die Chancen, nachhaltig positive Gewinne zu erzielen. Allerdings zeigt der heutige Abverkauf der Nel ASA-Aktie, dass die Zukunftsphantasien einiger Retailinvestoren doch vielleicht deutlich übertrieben waren. Denn mittlerweile strömen immer mehr Startups und Großkonzerne in diesen Sektor, wobei letztere oftmals über riesige finanzielle Mittel und technische Ressourcen verfügen, um den bisherigen drei Börsen-Highflyern zunehmend Konkurrenz zu machen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeMit der aktuellen Kursschwäche besteht nun die Gefahr, dass sich das immer noch extrem positive Sentiment bei allen drei Papieren noch signifikant weiter eintrübt. Denn mittlerweile besteht nicht nur aus fundamentaler Sicht ein erhebliches Abwärtspotenzial, sondern auch aus charttechnischer Sicht, sofern zentrale Unterstützungszonen nicht verteidigt werden können. So würden massive Verkaufssignale generiert, sofern die Aktie von Nel ASA die Unterstützungszone von 22 NOK unterschreitet, Ballard Power unter die Marke von 24,50 US-Dollar fällt und Plug Power den Bereich von 43 US-Dollar nicht verteidigen kann, da sich somit jeweils ein massiver kurzfristiger Abwärtstrend bei den Papieren herausgebildet hat.

 

 

Fazit:

 

Nachdem alle Papiere zu Jahresbeginn in ungeahnte Höhen schossen und viele Börsenneulinge ungeachtet der extremen Bewertung auf den fahrenden Zug aufsprangen, macht sich nun zunehmend Ernüchterung bei den drei Aktien breit. Mittlerweile besteht bei diesen Titeln jeweils die akute Gefahr, dass viele Anleger, die auf hohe kurzfristige Gewinne gesetzt haben, Verlustbegrenzung betreiben und sich von den Titeln verabschieden. Hierbei droht eine Kettenreaktion, da bei einem anhaltenden Kursverfall weitere Stopp-Loss-Marken gerissen werden können, was den Verkaufsdruck nochmals erhöhen würde.

 

18.02.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 

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  • Bi - 19.02.2021 09:59:17 Uhr


 

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