
Aroundtown mit zufriedenstellenden Zahlen
Bei Aroundtown stossen Spekulationen und Wirklichkeit aufeinander
Die Spekulationen auf Aroundtown sind im Vorfeld der Zahlen ins Kraut geschossen. Doch Aroundtown lieferte nicht. Man legte einen zufriedenstellenden Abschluss für das 1. Halbjahr vor. Nicht mehr und nicht weniger. Für den heissgelaufenen Kurs reicht das jedoch nicht.
Echtes Wachstum erreicht Aroundtown (LU1673108939) immer noch nicht. Das Vermietungsergebnis erreichte 591 Mio. Euro und stagnierte damit auf dem Vorjahresniveau. Allerdings muss man hier mit einberechnen, dass das Immobilienportfolio durch Verkäufe von Objekten reduziert wurde. „Bereinigt“ man den Vergleich um diese Abgänge, ergab sich ein Wachstum von 3 %, was derzeit völlig im Rahmen dessen liegt, was auch die Konkurrenten vorlegen können.
Nach Steuern drehte das Ergebnis von einem tiefen Verlust zu einem ordentlichen Gewinn von 578 Mio. Euro. In der Vorjahresperiode hatte Aroundtown noch einen Verlust nach Steuern von -329,6 Mio. Euro melden müssen. Der resultierte im Kern aus dem Bewertungsergebnis des Immobilienportfolios, das eine Wertberichtigung in Höhe von 593,2 Mio. Euro offenlegte. Alles nur Papierverluste, die aber dennoch die Bilanz tangierten und damit auch den Verschuldungsgrad. Diesen Trend hat man inzwischen erfolgreich drehen können, was auch der Lage bei den Konkurrenten entspricht. So erreichte man in den ersten sechs Monaten 2025 einen Bewertungsgewinn von 383,2 Mio. Euro. Wir reden also über ein Delta von 976,2 Mio. Euro.
Aroundtown mit zufriedenstellenden Zahlen
Sie behalten bitte im Hinterkopf, dass der hohe Gewinnsprung sich im kommenden Jahr nicht wiederholen wird. Sicherlich wird sich in 12 Monaten das Vermietungsergebnis leicht verbessert haben, aber das Bewertungsergebnis wird 2026 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so stark steigen, wie es dieses Jahr der Fall ist. Denn dieser Sprung basiert vor allem darauf, dass 2024 so schwach war. Entscheidend sind langfristig in der Immobilienbranche vor allem die FFO I (Funds from Operations), die jedoch in diesem Jahr in den ersten sechs Monaten leicht um -2 % auf 150 Mio. Euro gesunken sind. Für das 2. Halbjahr prognostiziert die Geschäftsführung eine FFO I Spanne von 130 Mio. Euro bis 160 Mio. Euro, also 145 Mio. Euro im Durchschnitt.
Man muss sich auch vor Augen halten, dass wir vor 12 Monaten noch mit einem Anstieg des Loan-to-Value-Ratio von 43 % auf 45 % zu tun hatten. Das Unternehmen hatte diesen Warnschuss sehr ernst genommen und bis Ende 2024 das LTV auf 42 % abgesenkt. Bis Ende Juni 2025 nun weiter auf 40 %, was ein unproblematisches Niveau ist. Insbesondere dann, wenn die Marktzinsen sinken und der Immobilienmarkt sich beginnt wieder zu beleben.
Eine Dividendenzahlung spart man sich dennoch. Sehr zur Enttäuschung der Aktionäre. Für das Geschäftsjahr 2024 gab es keine Auskehrungen und wir müssen im Zweifel auch damit rechnen, dass die Aktionäre auch 2025 übergegangen werden. Was vor allem daran liegt, dass die Erholung vor allem auf dem Papier passiert, die Cashflows sich aber sehr verhalten entwickeln. Eine Auskehrung bzw. ein negativer Cashflow macht daher wenig Sinn, da diese Liquidität am Ende über neue Kredite wieder hereingeholt werden müsste, solange das Vermietungsgeschäft nicht ein deutliches Ertragswachstum zeigt.
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28.08.2025 - Mikey Fritz
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