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BASF: Corona-Krise stark belastend

Hohe Abschreibung auf Wintershall DEA

NTG24 - BASF: Corona-Krise stark belastend

 

Gestern legte BASF (DE000BASF111) überraschend einige vorläufige Eckdaten zum Ergebnis des 2. Quartals vor, die von den bis dahin bestehenden Analystenschätzungen nennenswert abwichen und belegten, dass der Ludwigshafener Chemiekonzern durch die Corona-Krise vom April – Juni 2020 operativ mit voller Wucht getroffen wurde. 

So sank der Umsatz im 2. Quartal 2020 um - 12,4 % auf 12,68 Mrd. Euro, was allerdings über den vorherigen Analystenschätzungen von nur 11,8 Mrd. Euro lag. 

Der operative EBIT-Gewinn vor Sondereinflüssen brach gar gegenüber dem Vorjahr um – 77 % auf 226 Mio. Euro ein, was die von BASF zitierte Analysten-Konsensschätzung von nur 146 Mio. Euro jedoch ebenfalls sogar noch deutlich übertraf.  

Der massive EBIT-Absturz erwischte dabei gleich 4 der 6 Konzerndivisionen in einem gesamten Konzernumsatzanteil von über 70 %, nämlich die Bereiche Performance-Materialien & Monomere (= insbesondere Plastik- und Faser-Kunststoffe / Ende 2019 19 % des Konzernumsatzes), Oberflächen-Beschichtungen (= vor allem Farben, Lacke und chemische Katalysatoren / 22 % des Konzernumsatzes), Petrochemikalien & Verbindungschemikalien (16 % des Konzernumsatzes) sowie industrielle Lösungen (= Dispersionslösungen, Pigmente und Performance-Chemikalien / 14 % des Konzernumsatzes). 

Der Bereich der Agrochemikalien (= 13 % des Konzernumsatzes) konnte seinen operativen Gewinn des 2. Quartales wenigstens auf dem Vorjahresniveau behaupten, so dass als einziger Bereich mit einem noch verzeichneten Gewinnzuwachs im 2. Quartal der mit Abstand konsumorientierteste Bereich der Nahrungsmittel- und Gesundheitschemikalien verblieb (= 10 % des Konzernumsatzes). 

 

Abschreibung auf Beteiligung Wintershall DEA über 800 Mio. Euro 

 

Darüber hinaus sah sich BASF im abgelaufenen Quartal außerdem zu einer nicht weniger als 800 Mio. Euro schweren Sonderabschreibung auf ihre Beteiligung am Öl- und Gaskonzern Wintershall DEA veranlasst, womit sowohl einer deutlichen Absenkung der konzerninternen künftigen Öl- und Gaspreisprognosen wie auch neuen Öl-/Gas-Reserveschätzungen der Beteiligung Rechnung getragen wurde. 

Bedingt hierdurch dürfte sich nach Angaben von BASF im 2. Quartal ein Konzernnettoverlust von rd. - 878 Mio. Euro einstellen, wodurch natürlich die bis dahin gegebene Analysten-Konsensschätzung eines Nettoverlusts aus dem gewöhnlichen Geschäft von nur rd. - 200 Mio. EUR schlagartig unterschritten wird (d.h. ohne diese immense Abschreibung wäre auch im Nettogewinn der Analystenkonsens übertroffen worden, und zwar gleich um rd. 120 Mio. Euro). 

Das endgültige Ergebnis des 2. Quartals wird BASF am 29.07. publizieren. 

Als Fazit kann gesagt werden, dass das operative Gesamtgeschäft von BASF im 2. Quartal insgesamt massiv unter die Räder der Corona-Krise geraten ist, wenn auch nicht ganz so stark wie von den Analysten zunächst befürchtet. 

Die hohe Abschreibung auf Wintershall DEA war jedoch in diesem Ausmaß zuvor nicht zu erwarten, so dass damit auch die bisher noch im Analystenkonsens für 2020 taxierte Nettogewinnerzielung von rd. 1,8 Mrd. Euro unter dem Strich nach Anteilen Dritter nun letztlich Makulatur sein dürfte. 

Da unter diesem Aspekt aus unserer Sicht daher auch die aktuelle Konsens-KGV-Schätzung der Aktie für das Folgejahr 2021 von derzeit rd. 17 eher in Zweifel zu ziehen und damit die Aktie derzeit aus unserer Sicht weiter in jedem Fall als hoch bewertet einzustufen ist, raten wir von Käufen der BASF-Aktie in ihrem derzeit zudem ungebrochen intakten Chartabwärtstrend weiterhin ab, und dies auch selbst trotz der aktuellen Dividendenrendite von 6,6 % (bezogen auf die weiterhin vom Vorstand aufrecht erhaltene Dividendenankündigung von 3,30 EUR je Aktie für das zurückliegende Geschäftsjahr). 

 

Aktienchart BASF

 

Aktienchart: BASF

 

11.07.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 

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