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BYD: Könnte das die Trendwende bringen?

Hilft die chinesische Regierung dem Automarkt wieder auf die Beine?

 

Anleger im chinesischen Elektrofahrzeug-Spezialisten BYD mussten in den vergangenen Monaten starke Nerven beweisen. Denn das Unternehmen lieferte ziemlich widersprüchliche Meldungen ab. Auf der einen Seite konnte man für das zweite Quartal einen Gewinnsprung um 87 % melden. Auf der anderen Seite warnte BYD davor, dass aufgrund der derzeitigen Marktlage insbesondere im chinesischen Heimatmarkt ein Gewinneinbruch vorstünde. Für das entsprechende dritte Quartal wurde ein Gewinnminus zwischen 70-90 % prognostiziert.

 

Autofahren

Bildnachweis: © Telefonaktiebolaget L. M. Ericsson

 

Die Ursache liegt vor allem in der chinesischen Wirtschaftspolitik. Denn Ende Juni hatte die Regierung Subventionen für Elektroautos um rund zwei Drittel gekürzt. Entsprechend gab es im Juli einen Absatzrückgang um 4,7 %, der erste Rückgang seit mehr als zwei Jahren. Und bei BYD ging es darüber hinaus. So wurde für den August ein Absatzminus von rund 23 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gemeldet. Insbesondere im Kerngeschäft mit Elektrobussen musste das Unternehmen im bisherigen Jahresverlauf ein Minus von über 46 % hinnehmen. Allerdings:

 

Bekommt BYD Unterstützung durch Regierung?

 

Es könnte nun die Rettung nahen. Denn natürlich ist auch der Regierung nicht entgangen, wie ihre neuen Regulierungen tief in den Elektrofahrzeugmarkt einschnitten. Entsprechend wurde zuletzt immer stärker über Maßnahmen diskutiert, den Markt wieder anzukurbeln. Ein erster Ansatz könnte es sein, dass die bislang restriktiv gehandelte Quote an verfügbaren Nummernschildern aufgestockt wird. Mehrere Großstädte, darunter auch Shenzhen und Guangzhou, haben bereits entsprechendes in die Wege geleitet.

Dennoch dürften richtig große Schübe für den Automarkt noch nicht zu erwarten sein. Immerhin: Der Markt in China scheint seinen Boden gefunden zu haben. Zwar brachen im Juli die Autoumsätze nochmals um stattliche 16 % ein. Doch das soll nur an Vorzieheffekten aus Steueränderungen im Juni resultiert haben. Nimmt man Juni und Juli zusammen, legte bspw. das Volumen von erstmaligen Autoversicherungen um rund 11 % zu, ein in China wichtiger Indikator für die Verfassung des Automarktes.

 

Chance oder Risiko?

 

Fazit: Für BYD wie auch für andere Hersteller könnten das Signale werden, dass das Schlimmste im chinesischen Markt vorbei sein könnte. Wie wir ja wissen, handelt die Börse Perspektiven und eine solche Perspektive könnte natürlich die entsprechenden Aktien nach ihrem Absturz nicht nur stabilisieren, sondern auch wieder zumindest einen Teil nach oben schleusen. 

 

Kursverlauf BYD

 

Für Anleger, die noch bei BYD engagiert sind, sollte die Marke um 37 HK-Dollar als Boden wichtig bleiben. Ein Unterschreiten dieser Marke dürfte sicherlich weitere Verluste nach sich ziehen, wobei wir hier dann einen Bereich um 25/26 HK-Dollar anpeilen müssten. Sollte die Stabilisierung auf dem jetzigen Niveau gelingen, könnte sich die Aktie wieder in den Bereich von 60 HK-Dollar orientieren, immerhin eine mögliche Trading-Chance von stattlichen rund 50 %.

 

02.10.2019 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









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