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BÖRSE TO GO - Lufthansa, Münchener Rück und Siemens

Starke vorbörsliche Kursgewinne nach Quartalszahlen

 

Obwohl die Wall Street am Mittwoch deutlich im Plus geschlossen hatte, zeigte sich der Terminmarkt im frühen Handel sehr zurückhaltend. Während der asiatischen Sitzung pendeln alle wichtigen Aktienindex-Futures um die Schlusskurse herum. Die Anleger nehmen den Optimismus, den New York versprühte, nicht auf. Der DAX-Future konnte jedoch nach der Vorlage einiger Quartalszahlen deutlich ins Plus springen und notiert vorbörslich mehr als 0,2 % höher.

Bis auf den TecDAX konnten am Mittwoch alle deutschen Benchmarks deutlich im Plus schließen. Der SDAX führte die Liste der Gewinner mit einem Plus von 1,25 % an, während der DAX noch 0,47 % auf 12.660,25 Punkte zulegen konnte. Nach einer Schwächephase um die Mittagszeit herum, drehte der SDAX in den letzten 90 Handelsminuten noch einmal richtig auf. Getrieben wurde die Benchmark von den Kursgewinnen bei Sixt (+8,23 %), Vossloh (+5,24 %) und Salzgitter (+5,21 %).

Zürich schloss deutlich im Minus. Der SMI gab -0,63 % auf 10.097,97 Punkte ab. Der Handel startete stark und mit Optimismus, der dann jedoch schnell in Abgaben mündete, die sich über den ganzen Tag hinzogen. Die Aktien von Novartis (-1,48 %), Swisscom (-1,24 %) und Nestle (-1,23 %) führten den SMI ins Minus. 

Starke Performance dagegen in Wien. Der ATX schloss 1,32 % höher bei 2.222,03 Punkten. Die Benchmark konnte damit an die Kurssteigerungen vom Montag und Dienstag anschließen. Die Aktien von AT&S (+9,09 %) führten den Index an, dicht gefolgt von Schoeller-Bleckmann (+6,24 %) und Lenzing (+5,47 %).

Asien gibt heute früh ein uneinheitliches Bild ab. Der japanische und chinesische Aktienmarkt lag einheitlich im Minus, während der australische S&P / ASX 200 zeitweise mehr als 0,2 % im Plus notieren konnte. Der südkoreanische KOSPI konnte sogar während des Handels mehr als 1,10 % steigen. 

 

Lufthansa: -1,85 Mrd. Euro operativer Verlust

 

Bei der Lufthansa war heute nur die Frage zu klären, wie schlimm das 2. Quartal war. Positive Kennzahlen hat niemand erwartet. Der Umsatz fiel im 2. Quartal um -80 % auf 1,9 Mrd. Euro (1. Halbjahr: 8,4 Mrd. Euro / -52 %), das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis) lag bei -1,85 Mrd. Euro (1.Halbjahr: -3,5 Mrd. Euro) und das Konzernergebnis bei -1,5 Mrd. Euro (1. Halbjahr: -3,62 Mrd. Euro). Trotz Kapitalerhöhung sank das Eigenkapital um -38 % auf 5,7 Mrd. Euro. 

 

Lufthansa AG

 

Die Passagiere blieben im 2. Quartal fast komplett weg. Lediglich 1,72 Mio. Fluggäste (-96 %) konnte die Lufthansa zählen. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahresquartal 39,6 Mio. Fluggäste. Auch das Frachtgeschäft litt, wenngleich nicht so stark wie das Passagiergeschäft. Die Lufthansa konnte im 2. Quartal 1.447 Mio. Fracht-Tonnenkilometer verkaufen. Ein Rückgang um -47 %. Eine detaillierte Prognose für 2020 wollte der Vorstand nicht geben. Eine Normalisierung des Luftverkehrs erwartet man sich inzwischen erst für das Jahr 2024. Die Aktien der Lufthansa waren im Vorfeld des Halbjahresberichts deutlich gefallen und notieren nach Vorlage der Zahlen vorbörslich bei 8,625 Euro (+5,05 %).

 

Siemens kam gut durch Corona

 

Der Siemens-Konzern veröffentlichte heute früh die Zahlen zum 3. Quartal. Der Umsatz erreichte ein Niveau von 13,49 Mrd. Euro, was -5 % unter dem Vorjahresniveau lag. Die Auftragseingänge litten etwas stärker und sanken um -7 % auf 14,4 Mrd. Euro. Das Book-to-Bill Ratio konnte aber über 1 bei 1,07 gehalten werden. Das Ergebnis schrumpfte um -53 % auf 535 Mio. Euro, da im wesentlichen Siemens Games Renewable Energy einen hohen Verlust von mehr als -400 Mio. Euro auswies. 

Eine Prognose wollte der Vorstand nicht abgeben, nannte aber Details. So will Siemens weiterhin die Sparte Siemens Energy noch vor dem Ende des Geschäftsjahres 2020 abspalten und erwartet sich daraus einen Gewinn. Auch wird erwartet, dass das Book-to-Bill Ratio über 1 bleibt, was einen positiven Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr gibt. Die Corona-Krise wird den Umsatz auch im laufenden 4. Quartal negativ beeinflussen. Die Aktien von Siemens notieren vorbörslich (L&S) bei 115,00 Euro (+3,43 %).

 

Münchener Rück verzeichnet höhere Schäden

 

Die Münchener Rück konnte im 2. Quartal klar wachsen. Die gebuchten Bruttobeiträge stieg um 8,7 % im Jahresvergleich auf nun 12,83 Mrd. Euro. Netto ergab sich noch ein Plus von 5,6 %. Der Rückversicherer sah sich jedoch auch grösseren Schäden und damit grösseren Auszahlungen als im Vorjahresquartal gegenüber. Die Netto-Auszahlungen an Kunden erhöhte sich deutlich von 9,0 Mrd. Euro auf 10,75 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis sank daher von 1,42 Mrd. Euro auf nur noch 755 Mio. Euro. Nach Steuern wies die Münchener Rück ein Konzernergebnis von 579 Mio. Euro (-41,7 %) aus. 

 

Weitere wichtige Quartalsberichte am Donnerstag: Adecco, adidas, AXA, BayWa, Beiersdorf, Brenntag, Bristol-Myers Squibb, CEWE, Credit Agricole, Deutsche Beteiligungs AG, Dürr, euromicron, Glencore, Hawesko, Henkel, Indus, Jenoptik, Merck KGaA, Mologen, Novo Nordisk, Rheinmetall, Rhön-Klinikum, Süss MicroTec, Symrise, T-Mobile (US), Toyota Motor, TripAdvisor, UniCredit und Valiant

 

Industrie und Bau stehen vormittags im Fokus

 

Zur Börseneröffnung um 08:00 Uhr bekommen wir die Auftragseingänge der deutschen Industrie für den Monat Juni. Nach einem starken Anstieg um 10,4 % im Mai erwarten die Analysten nun einen Anstieg um 10,1 %.

Mit Spannung darf auch der deutsche Einkaufsmanagerindex für das Bauwesen erwartet werden. Der Index wird um 09:30 Uhr veröffentlicht und wird einen Ausblick darauf geben, wie sich der Bau in den kommenden Monaten entwickeln wird. Der Index lag im Juni bei 41,3 Punkten. Eine Erholung im Vergleich zum Mai (40,1 Punkte) und zum April (31,9 Punkte), aber weit entfernt von der Expansion, die der Bau noch im Februar (55,8 Punkte) erwartet hatte. 

Aus den USA bekommen wir um 14:30 Uhr aktuelle Daten zur Entwicklung des Arbeitsmarktes. Die letzten zwei Wochen waren von einem leichten Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geprägt. Für heute wird ein leichter Rückgang von 1,43 Mio. auf 1,42 Mio. Anträge erwartet. Auch bei den Folgeanträgen auf Arbeitslosenhilfe wird ein Rückgang von 17,02 Mio. auf 16,72 Mio. Anträgen prognostiziert. 

ADP hatte gestern dargelegt, dass aus ihrer Sicht im Juli wesentlich weniger Jobs geschaffen wurden, als erwartet. Die Prognose lag bei 1,5 Mio. neuen Jobs, doch ADP kam lediglich auf netto 167.000 neue Arbeitsplätze.

 

06.08.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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