als .pdf Datei herunterladen

BÖRSE TO GO - HeidelbergCement, Software AG und Toyota

Warten auf die Anschlusskäufe

 

Die Futures zeigen sich heute früh uneinheitlich. Nach einem starken Wochenauftakt ist im asiatischen Handel etwas Ernüchterung eingetreten und der Markt wartet auf Anschlusskäufe. Der DAX-Future notiert vor der Eröffnung des vorbörslichen Handels in Europa nahezu unverändert bei 12.840 Punkten. Ebenso wie der S&P 500 Future, der unverändert bei 3.392 Punkten handelt. Einzig und allein der Nasdaq-Future verzeichnet leichte Abschläge um -0,24 % auf 11.440 Punkte. 

Der Aktienmarkt bewies am Montag, dass er noch Kraft hat. Alle deutschen Benchmarks kletterten am Montag und konnten einen Teil der Verluste der vergangenen Woche wieder aufholen. Der DAX verbesserte sich um 1,10 % auf 12.828,31 Punkte, wobei Bayer (+4,51 %) und BASF (+2,66 %) die Liste der Gewinner anführten. Der MDAX stieg am stärksten und konnte 1,68 % auf 27.706,29 Punkte zulegen. 

Wien zog am Montag mit. Der ATX kletterte um 1,92 % auf 2.141,10 Punkte. Die Aktien des Spezialfaserherstellers Lenzing (+6,91 %) und der Telekom Austria (+5,43 %) waren die größten Gewinner des Tages. Zürich bleibt sich weiter treu. Der SMI versuchte auch am Montag Abstand zur 10.000 Punkte-Marke zu gewinnen, doch die Käufer fehlten. Mit einem Plus von 0,49 % blieb der SMI im europäischen Vergleich deutlich zurück. Der Index schloss bei 10.303,06 Punkten und erneut waren es die Finanztitel, die die Liste der Gewinner anführten. 

Die Wall Street zeigte sich von ihrer positiven Seite. Dank der Rückkehr von Präsident Trump ins Weiße Haus und starken Wirtschaftsdaten legte die Wall Street am Montag eine kleine Rallye hin, die sich bis zum Handelsschluss hinzog. Am stärksten stieg erneut der Russell 2000 Index, der die Entwicklung der kleinen amerikanischen Unternehmen widerspiegelt. Der Index kletterte um 2,70 % auf 1.580,87 Punkte. Auch der Nasdaq Composite erholte sich stark und stieg um 2,32 % auf 11.332,49 Punkte.  

 

US-Staatsanleihen 10 Jahre

 

Der Markt für amerikanische Staatsanleihen wird dagegen zusehends skeptischer. Das lange Ende der Zinsstrukturkurve beginnt sich seit einigen Tagen nach oben zu bewegen und sowohl die 10-jährigen als auch die 30-jährigen Renditen arbeiten an einem Ausbruch aus dem Seitwärtstrend, der seit März besteht. Rein rechnerisch müssten die Renditen heute deutlich höher liegen, aber die massiven Interventionen der Federal Reserve, die es in diesem Umfang noch nie gegeben hat, haben bisher einen Renditeanstieg verhindert. Im Umfeld der anstehenden Präsidentschaftswahl in Amerika beginnt der Anleihemarkt nun zu testen, wie weit er kommt und wie stark der Einfluss der Federal Reserve noch ist. Ein starker Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen hätte direkte und indirekte Folgen für den Devisen- und Aktienmarkt. 

 

HeidelbergCement unterliegt

 

HeidelbergCement unterliegt vor Gericht. Der Zementhersteller hatte versucht, Cemex Croatia für 250 Mio. Euro zu übernehmen, aber die EU-Wettbewerbshüter verboten 2017 die Übernahme, da man befürchtete, dass die Übernahme den Wettbewerb um Zement in Kroatien deutlich einschränken würde, was zu Preiserhöhungen hätte führen könnte. HeidelbergCement hat bis heute gegen das Verbot vor Gericht angekämpft, doch das Gericht der Europäischen Union entschied nun im Sinne der EU-Wettbewerbshüter. Die Aktien von HeidelbergCement werden vorbörslich (L&S) bei 52,96 Euro (-0,09 %) gehandelt. 

 

Malware bei der Software AG

 

Das will niemand lesen. In der Nacht auf den 06. Oktober meldete die Software AG, dass drei Tage zuvor ein Malware-Angriff auf die internen Systeme des Unternehmens stattgefunden hat. Man habe alle Systeme heruntergefahren und das gilt offensichtlich selbst für den Webserver der Gesellschaft, der heute früh nicht zu erreichen war. Die Gesellschaft kann bisher nicht ausschließen, dass auch Kundendaten von dem Angriff betroffen sind. Man arbeite daran, alle Systeme und Daten wiederherzustellen. 

Die Frage bleibt offen, warum die Software AG diesen schweren Vorfall mit drei Tagen Verspätung meldet. Ist die Malware am 03. Oktober eingedrungen und erst am 06. Oktober entdeckt worden oder hat man sich drei Tage Zeit gelassen, um die Aktionäre zu informieren? Die Aktien der Software AG werden heute vorbörslich (L&S) bei 40,40 Euro (-1,26 %) gehandelt.

 

Toyota kündigt Wasserstoff-LKW an

 

Der größte Automobilkonzern der Welt kündigte einen Wasserstoff-Prototypen für das 1. Halbjahr 2021 an. Toyota nannte kein genaues Datum, womit auch das Ende des 2. Quartals für die Präsentation möglich ist. Konkreter wurde man hingegen bei anderen Eckdaten. Der LKW soll für den nordamerikanischen Markt von der Tochter Hino Motors gebaut werden. Es soll sich um einen LKW der Klasse 8 handeln. Toyota führt bereits seit 2017 im Hafen von Los Angeles ein Versuchsprojekt mit Wasserstoff-LKWs durch. 

Toyota liegt damit gut im Rennen. Viele Autohersteller haben bereits Ankündigungen gemacht, aber bisher hat keiner geliefert. Der jüngste Fehlschlag ist Nikola, die sich zuletzt mit General Motors zusammengeschlossen hatten. Nach dem Rauswurf des Gründers steht die Zukunft von Nikola jedoch in den Sternen. Daimler und Volvo hatten ebenfalls eine Kooperation angekündigt, um Wasserstoff-LKWs zu entwickeln. Auch Hyundai hat Pläne vorgestellt, mehr aber auch nicht. Tesla setzt dagegen auf die Entwicklung eines rein batteriegetriebenen LKWs, der ohne Wasserstoff auskommt. 

 

EZB und FED im Mittelpunkt

 

Die ersten wichtigen Daten kommen heute früh aus Deutschland. Um 08:00 Uhr wird der Auftragseingang der Industrie für den Monat August veröffentlicht. Die Prognosen gehen von einem Wachstum von 2,6 % nach 2,8 % im Juli aus. 

Um 09:30 folgt dann der Einkaufsmanagerindex für das Baugewerbe im Monat September. Eine Prognose liegt nicht vor. Im Vormonat lag der Frühindikator bei 48 Punkten, was eine Kontraktion signalisierte. 

Mit großer Aufmerksamkeit wird die Börse dann ab 10:35 Uhr die Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde verfolgen. Die EZB-Präsidentin hat für den Nachmittag um 15:00 Uhr eine weitere Rede angekündigt. 

Am Nachmittag folgt dann ab 16:40 Uhr eine Rede des FED-Präsidenten Jay Powell. 

 

06.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)