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ABB mit starkem Geschäft, Roche leidet und Evergrande taucht ab - BÖRSE TO GO

ABB mit starkem Auftragseingang und neuer Prognose - Aktie im Aufwind

NTG24 - ABB mit starkem Geschäft, Roche leidet und Evergrande taucht ab - BÖRSE TO GO

 

ABB verzeichnet einen starken Auftragseingang. Die Umsatzprognose für 2021 wird angehoben. Roche kämpft mit schwachem Wachstum und Wechselkursverlusten. Der Gewinn sinkt im Jahresvergleich. Evergrande bekommt eine Abfuhr in Hongkong. Mindestens vier Großbanken verweigern die Zusammenarbeit.

Alles grün im asiatischen Handel. Nach mehreren schwachen und durchwachsenen Handelstagen kehren heute früh die Bullen wieder in die Märkte zurück und heben die Preisniveaus. Am stärksten entwickelt sich der Hang Seng Index, der zeitweise mehr als 1,80 % im Plus notiert, gefolgt vom KOSPI, der während des Handels mehr als 1 % zulegen kann. Die europäischen und amerikanischen Futures sind dagegen vor Eröffnung der europäischen Vorbörse noch unentschlossen und notieren nahe den Schlusskursen. 

Erleichterungsrallye in Frankfurt. Nachdem die zittrigen Hände aus dem Markt waren, kamen die Bullen und kauften zurück. Der mit Abstand größte Gewinner war dabei der SDAX, der um 2,67 % auf 16.076,53 Punkte sprang. Die restlichen deutschen Benchmarks folgten mit weitem Abstand. So verbesserte sich der MDAX um 1,63 % auf 34.503,48 Punkte, der DAX stieg um 1,36 % auf 15.422,50 Punkte und der TecDAX hinkte weit hinterher mit einem Plus von 0,69 % auf 3.594,82 Punkte. 

Die Erholung an der Wall Street setzte sich auch am Mittwoch fort. Alle amerikanischen Benchmarks konnten höher schließen. Die stärksten Gewinne erzielte der Nasdaq Composite Index, der um 0,92 % auf 14.632,00 Punkte stieg, dicht gefolgt vom Dow Jones Industrial Average Index, der sich um 0,83 % auf 34.798,00 Punkte verbesserte, und vom S&P 500 Index, der 0,82 % höher bei 4.358,69 Punkten notiert. 

 

Hohe Nachfrage nach ABB

 

Der schwedisch-schweizerische Technologiekonzern ABB (CH0012221716) legte heute früh einen starken Auftragseingang vor. Man erreichte im 2. Quartal einen Auftragseingang von 7,99 Mrd. US-Dollar und hob damit das Niveau für das 1. Halbjahr auf 15,75 Mrd. US-Dollar. Im US-Dollar gerechnet, stieg der Auftragseingang im 1. Halbjahr um 18 % und die Dynamik nahm im 2. Quartal deutlich auf 32 % Wachstum zu. Die Umsätze hinkten Corona-bedingt noch etwas hinterher, belegen aber den Aufschwung bei ABB. Im 2. Quartal konnte man einen Umsatz von 7,45 Mrd. US-Dollar (+21 %) erzielen, was in den ersten sechs Monaten zu einem Umsatz von 14,35 Mrd. US-Dollar (+16 %) führte. 

 

ABB LTD.

 

Die Dynamik war so stark, dass inzwischen auch das Ergebnis nach Steuern wieder mit nach oben gezogen wird. So weist ABB im 2. Quartal ein Konzernergebnis von 752 Mio. US-Dollar (+136 %) aus. Im 1. Halbjahr erhöhte sich der Gewinn nach Steuern damit auf 1,25 Mrd. US-Dollar (+80 %). Die Erwartung an das Umsatzwachstum im Gesamtjahr hob ABB von bisher 5 % auf knapp 10 % an.

 

Roche leidet unter Währungseinflüssen

 

Der schweizer Pharmakonzern Roche (CH0012032048) kommt nur langsam in Schwung. Der Konzern leidet seit Längerem unter seinem eigenen Erfolg. Man ist so groß geworden, dass man zunehmend Schwierigkeiten hat, ein weiteres Blockbuster-Produkt zu entwickeln, das den Gesamtumsatz noch nennenswert bewegt. Zusätzlich litt Roche im 1. Halbjahr unter negativen Wechselkurseinflüssen, die sich deutlich bemerkbar machten. So stieg der Umsatz währungsbereinigt um 8 %, aber im Franken gerechnet blieb nur noch ein Plus von 5 % auf 30,71 Mrd. Franken übrig. Die Einführung neuer erfolgreicher Medikamente sorgte im 2. Quartal dafür, dass der insgesamt negative Trend in diesem Geschäftsbereich auf -7 % begrenzt wurde. Die kleinere Diagnostiksparte performte dagegen weiterhin stark und konnte ein Wachstum von 49 % auf 9,0 Mrd. Franken ausweisen. Aufgrund der Schwäche im Hauptgeschäft sank der Gewinn nach Steuern für die Aktionäre um -3 % auf 8,22 Mrd. Franken. 

 

Druck auf Evergrande steigt weiter

 

Der asiatische Handel wurde heute früh erneut durch die Ereignisse bei der China Evergrande Group (KYG2119W1069) bewegt. Die am stärksten verschuldete chinesische Immobiliengesellschaft bekam am Mittwoch eine deutliche Abfuhr in Hongkong. Mindestens vier Großbanken stellten die Zusammenarbeit mit Evergrande vorerst ein. Prospektive Kunden von Evergrande, die eine Hypothek für eines der neuen Apartments suchten, wurden abgewiesen. Die Banken befürchten, dass die Gesellschaft ein Insolvenzrisiko geworden ist. Eine ausstehende Anleihe von Evergrande fiel bis auf 47 % und erholten sich dann im Verlauf des heutigen Handels leicht, nachdem die Gesellschaft einen Disput mit einer chinesischen Bank auf dem Festland beilegen konnte. 

 

Tagestermine

 

Die Sitzung der Europäischen Zentralbank wird den Tagesverlauf bestimmen. Die Zinsentscheidung erwarten die Märkte um 13:45 Uhr. Eine Veränderung des Leitzinses für den Euro wird nicht erwartet. Entscheidender wird die Pressekonferenz sein, die ab 14:30 Uhr unter Führung der EZB-Präsidentin Lagarde beginnen wird. Die Marktteilnehmer wollen sehen, wie stark die Unterstützung der Notenbank für den Kapitalmarkt noch ist und wie die EZB ihr neues Inflationsziel umsetzen wird.

Um 16:00 Uhr erwarten wir dann noch aus den USA die aktuellen Verkaufszahlen bestehender Häuser für den Monat Juni. Die Zahl der Transaktionen soll von 5,8 Millionen um Mai auf 5,9 Millionen im Juni gestiegen sein. 

 

22.07.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 

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