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BÖRSE TO GO - Lufthansa, Nikola und Tesla

Intraday-Reversal an der Wall Street

 

Die Futures signalisieren einen vorsichtigen Börsenstart in Europa. Der starke Sell-off in Europa hat sich nicht in den USA fortgesetzt und auch die asiatischen Aktienmärkte wollen sich nicht anschließen, wenngleich die Stimmung auch nicht bullish ist. Alle warten ab, wohin die nächste Bewegung geht. Der DAX-Future notiert im späten asiatischen Handel unverändert zum Schlusskurs bei rund 12.612 Punkten. Der S&P 500 Future notiert leicht (-0,07 %) tiefer bei 3.272 Punkten. 

Sell-off am deutschen Aktienmarkt. Die Sorge vor einem Ende der Tech-Hausse führte am Montag zu einem starken Ausverkauf, der den gesamten Markt tiefer führte. Den DAX erwischte es am stärksten mit einem Minus von -4,37 % auf 12.542,44 Punkte. Der deutsche Leitindex fiel die gesamte Sitzung über und schloss nahe des Tagestiefs. Nicht eine Aktie im DAX konnte den Tag im Plus beenden. Die Deutsche Bank verlor auf einen Schlag -8,76 % und MTU Aero Engines sank um -7,97 %. Die Deutsche Börse war mit einem Tagesverlust von -1,29 % die Aktie mit den geringsten Verlusten im DAX. 

 

DAX

 

Neben dem DAX verlor auch der SDAX sehr stark. Der Index für kleine börsennotierte Unternehmen sank um -4,04 % auf 11.960,20 Punkte. Drillisch verlor nach einer Gewinnwarnung auf einen Schlag -27,78 % und ist damit seit Jahresanfang gerechnet ins Minus gerutscht. Auch Tele Columbus traf es hart. Die Aktien rutschten um -12,69 % ab. Der TecDAX sank am Montag um -3,93 % auf 2.995,45 Punkte und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 3.000 Punkten. Auch hier machten sich die enormen Kursverluste bei Drillisch und United Internet (-23,73 %) aufgrund der oben erwähnten Gewinnwarnung bemerkbar. 

Die Wall Street legte interessanterweise ein starkes Intraday-Reversal hin. Besonders deutlich war das insbesondere beim Nasdaq Composite Index zu beobachten. Die Technologie-Benchmark fiel im Tagesverlauf bis auf 10.519,49 Punkte, nur um dann wieder zu drehen und ein starkes Finish hinzulegen. Die Käufe konzentrierten sich wie so oft auf die letzte Handelsstunde. Am Ende sank die Benchmark nur um -0,13 % auf 10.778,80 Punkte. Der S&P 500 Index sank um -1,16 % auf 3.281,06 Punkte und erholte sich ebenfalls im Tagesverlauf von seinen Tiefstständen. 

Asien nimmt heute früh die Vorlage der Bullen allerdings nicht auf. Die Entwicklung ist sehr uneinheitlich, wobei die Tendenz zu Abgaben überwiegt. Selbst innerhalb des chinesischen Aktienmarktes gibt es keinen einheitlichen Trend. Der SZSE Component Index kann zwischenzeitlich mehr als 0,3 % auf mehr als 13.197 Punkte zulegen, aber alle anderen chinesischen Benchmarks notieren im Minus. Insbesondere der China A50 gibt im Verlauf der Sitzung mehr als -1,1 % ab. Die Börse Tokio bleibt heute noch aufgrund eines Feiertages geschlossen. 

 

Lufthansa baut ab

 

Die Rückführung der Lufthansa-Flotte wird noch größer ausfallen als ursprünglich angenommen. Der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr hatte bereits gewarnt, dass es nicht damit getan sein wird, rund 100 Flugzeuge stillzulegen, da die Nachfrage im Sommer weit weniger stark zurückkam als erhofft. Zudem durchläuft Europa eine zweite Corona-Welle und die Reisewarnungen nehmen zu, was die Reiseaktivitäten im Herbst und eventuell auch im Winter weiter dämpfen wird. Spohr beschloss daher am Montag, dass insgesamt 150 Maschinen stillgelegt werden. Das entspricht einem Fünftel der gesamten Flotte. Unter anderem wird auch das Prestigeobjekt A380 ausgemustert. In Zeiten geringer Kapazitätsauslastungen braucht die Lufthansa eine Maschine dieser Größe nicht mehr. Auch der Aktienkurs der Lufthansa schrumpfte gestern um -9,46 % auf 7,78 Euro. 

 

Tesla gewinnt, Nikola verliert

 

Der Kollaps bei Nikola ist als großer Gewinn für Tesla zu bewerten. Obwohl der Nikola Gründer Trevor Milton nie etwas Konkretes vorlegen konnte, sondern immer nur in vagen Konzepten stecken blieb, hatten seine Visionen eine hohe Anziehungskraft. Im Bereich der leichten Transporter und Lkws, wo auch Tesla in Zukunft konkurrieren will, war Nikola durchaus eine potenzielle Bedrohung. Der Rücktritt und vor allem die Umstände des Rücktritts von Milton legen jedoch nahe, dass die Betrugsbeschuldigungen von Hindenburg Research zumindest teilweise zutreffen. 

Nikola kann Milton gar nicht schnell loswerden. Die Rücktrittsvereinbarung beinhaltet, dass Milton in allen sozialen Medien seinen Status als CEO von Nikola löscht. Milton verzichtet zudem auf Aktienoptionen im Wert von bis zu 166 Mio. US-Dollar und auf einen „goldenen“ Fallschirm im Wert von 20 Mio. US-Dollar für seinen „unfreiwilligen“ Rücktritt. Die Aktien von Nikola fielen am Montag bis auf 24,05 US-Dollar und schlossen -19,33 % tiefer bei 27,58 US-Dollar.

 

Tesla Inc.

 

Tesla bereitet sich derweil auf den heutigen „Battery Day“ vor. Das Event war bereits für das Frühjahr angekündigt worden und dann mehrfach verschoben worden. Auch vor einer Woche sollte das Event stattfinden, wurde dann aber auf heute Abend verschoben. Elon Musk hat die Erwartungen sehr hoch gesteckt. Zu hoch offensichtlich, denn er räumt in den sozialen Medien ein, dass keine neuen Produkte präsentiert werden, die sofort verfügbar sind. Die Tesla Aktien stiegen gestern gegen den Markttrend um 1,64 % auf 449,39 US-Dollar.

 

Wichtige Quartalsberichte am Dienstag: Nike und AutoZone

 

US-Immobilienmarkt im Fokus

 

Am Nachmittag erhalten wir aus den USA ein Update zur Entwicklung des Immobilienmarktes. Um 16:00 Uhr werden die Verkäufe von bestehenden Häusern im August veröffentlicht. Nach 5,86 Millionen im Juli werden für August 6,00 Millionen Abschlüsse erwartet. Damit hat der Markt nachgeholt, was er von März bis Mai verpasst hat. 

Für 16:30 Uhr ist dann erneut eine Rede des FED-Vorsitzenden Jay Powell zur aktuellen Konjunkturentwicklung vor dem Kongress angekündigt.

 

22.09.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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