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BÖRSE TO GO - Continental, Sixt und Tesla

Verluste im asiatischen Handel

 

Am Terminmarkt herrscht heute früh ausgeprägter Pessimismus. Während des asiatischen Handels bewegen sich alle wichtigen Futures im Minus, nachdem bereits der reguläre Handel in New York mit leichten Verlusten beendet wurde. Der DAX-Future wird vor Eröffnung der europäischen Vorbörse mehr als -0,35 % tiefer gesehen bei weniger als 12.490 Punkten. Der S&P 500 Future notiert -0,4 % niedriger bei weniger als 3.420 Punkten und der Nasdaq-Future liegt ebenfalls -0,4 % tiefer bei weniger als 11.650 Punkten. 

Es war bereits gestern ein schwacher Tag in Frankfurt. Die Verlierer dominierten den Tag. Unter den deutschen Benchmarks gab der MDAX mit -1,9 % auf 27.165,35 Punkten am stärksten nach. Dicht gefolgt vom TecDAX (-1,51 %) und dem DAX (-1,41 %), der bei 12.557,64 Punkten schloss. Unter den Einzeltitel verloren Delivery Hero (-3,98 %) und MTU Aero Engines (-3,10 %) am stärksten.

Wien schnitt besser ab, konnte aber den Verlusten auch nicht gänzlich entkommen. Der ATX beendete den Handel -0,87 % tiefer bei 2.175,04 Punkten, wobei die S Immo (-2,79 %) und die OMV (-2,73 %) am meisten verloren. 

Der SMI brach am Mittwoch unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Der schweizer Leitindex schloss -1,54 % tiefer bei 9.989,75 Punkten. Roche (-2,57 %) und SGS (-2,16 %) führten den Markt tiefer. 

Die Wall Street half auch nicht aus. Der VIX beruhigte sich wieder etwas auf 28 Punkte, aber alle wichtigen US-Benchmarks verloren am Mittwoch, wenngleich sich die Verluste in Grenzen hielten. Der S&P 500 Index sank um -0,22 % auf 3.435,56 Punkte und der Nasdaq Composite Index gab -0,28 % auf 11.484,69 Punkte ab. 

Asien ist heute früh durch die Bank weg rot. Alle asiatischen Benchmarks von Bedeutung notieren während der regulären Sitzungen tiefer im Vergleich zu Mittwoch. Die Verluste in China sind dabei führend. Hier sticht insbesondere der SZSE Component Index heraus, der zeitweise um mehr als -0,9 % auf weniger als 13.342 Punkte nachgibt. Auch der südkoreanische Kospi verliert deutlich mehr als -0,9 % und rutschte im Handel unter die Marke von 2.350 Punkten. 

 

Continental verschärft Sparkurs

 

Die Lage bei Continental ist so ernst wie seit 10 Jahren nicht mehr. Der Doppelschlag aus dem weltweiten Umsatzeinbruch durch die Corona-Krise zum einen und den Folgen des Strukturwandels in der „alten“ Automobilwelt zum anderen bereitet dem Zulieferer große Probleme. Nach Börsenschluss am Mittwoch berichtete Conti über die vorläufigen Zahlen, die etwas besser als befürchtet ausfielen. Der Umsatz sank um 800 Mio. Euro auf 10,3 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) wies einen Verlust von -1,3 Mrd. Euro aus.

Es waren die Sondereffekte, die das 3. Quartal schwer belastet haben. Es waren gleich zwei Riesen-Abschreiber, die für ein weiteres tiefes Loch in der diesjährigen Gewinn- und Verlustrechnung sorgen werden. Zum einen berichtigte Conti den Wert der Sparte Vehicle Networking and Information um 649 Mio. Euro nach unten. Nicht liquiditätswirksam, aber ein Verlust, der das Eigenkapital mindert. Der Hammer liegt in der Begründung: Conti geht davon aus, dass sich die weltweite Produktion von PKWs und leichten Nutzfahrzeugen in den kommenden fünf Jahren bis Ende 2025 (!) „nicht wesentlich erhöhen wird“. Das ist ein Schlag für die Börse. 

Weitere 687 Mio. Euro wurden für Restrukturierungsmaßnahmen und andere Wertberichtigungen aufgewandt. Darin enthalten ist unter anderem die deutliche Erhöhung des weltweiten Stellenabbaus von 20.000 auf 30.000 Mitarbeiter. Allein in Deutschland sollen sich die Stellenstreichungen von 7.000 auf 13.000 Mitarbeiter fast verdoppeln und zusätzlich soll das profitable Reifenwerk in Aachen soll geschlossen werden. Die Aktien von Conti werden vorbörslich (L&S) bei 100,56 Euro gesehen.

 

Wichtige Quartalsberichte am Donnerstag: AT&T, Atos, Aviva, Check Point Software, Citrix Systems, Coca-Cola, Danaher, Dow, Expedia, Freeport-McMoran, Hermes International, Ingersoll Rand, Intel, Kimberly-Clark, Michelin, Northrop Grumman, Nucor, Robert Half, Southwest Airlines und VeriSign

 

Sixt bleibt ohne Prognose

 

Sixt leidet weiterhin unter der Corona-Krise. Der sehr starke Rückgang der Reisetätigkeit in den Sommermonaten hat dem Autovermieter kräftig das Geschäft verhagelt. Im Juni hatte der Vorstand noch auf eine schnelle Erholung gehofft. Hoffnungen, die sich schnell zerschlugen und dann auch noch während des 3. Quartals zu einer Umsatz- und Gewinnwarnung führten. Die gestern nach Börsenschluss in Frankfurt veröffentlichten Zahlen sind entsprechend schwach. Der Umsatz brach im 3. Quartal um 41 % im Jahresvergleich auf 460 Mio. Euro ein. Sixt schaffte es dennoch, einen Quartalsgewinn vor Steuern von 66 Mio. Euro zu erreichen, nachdem man die Kostenbremse hart anzog.

Nach dem Sommerloch folgt nun die zweite Corona-Welle. Die im 4. Quartal stark steigenden Infektionszahlen in Europa und den USA sowie die Einführung von Lockdowns in den ersten europäischen Ländern trüben die Aussichten für den Jahresabschluss. Viele Anleger hatten darauf spekuliert, dass sich die Lage im Reiseverkehr sukzessive verbessert. Davon kann jetzt nicht mehr ausgegangen werden. Der Vorstand lehnte es daher auch ab, eine Prognose für das Gesamtjahr abzugeben, obwohl nur noch zwei Monate übrig sind. Die Sixt-Vorzüge werden vorbörslich (L&S) bei 40,125 Euro gehandelt. 

 

Folgende wichtige Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: BAE Systems, Colgate-Palmolive, Pentair und Procter & Gamble

 

Tesla lieferte ab

 

Die Quartalszahlen von Tesla waren ausgesprochen zufriedenstellend. Der Autohersteller wuchs in allen wichtigen Kennzahlen und konnte auch erneut einen Gewinn abliefern, wobei sich die Abhängigkeit von staatlichen Subventionen weiter verringert hat. Der Gesamtumsatz stieg um 39 % auf 8,77 Mrd. US-Dollar. Darin sind neben den Umsätzen aus dem Autogeschäft (7,6 Mrd. US-Dollar / +42 %) auch die Umsätze mit dem Batterie- und Solargeschäft enthalten. Das Batteriegeschäft hat übrigens deutlich an Momentum gewonnen, während die Photovoltaik-Sparte weiterhin nur langsam Fahrt aufnimmt, aber zumindest erste Erfolge zeigt. Insgesamt kam Tesla auf eine beeindruckende operative Marge vom 9,2 %, die über dem liegt, was wir von deutschen Automobilherstellern gewohnt sind. Nach Steuern blieb so ein Netto-Gewinn von 331 Mio. US-Dollar stehen.

 

Tesla Inc.

 

Die Aktien von Tesla stiegen nachbörslich deutlich. Den regulären Handel hatte die Aktie bei 422,64 US-Dollar (+0,17 %) beendet und stieg dann im nachbörslichen Handel um 3,25 % auf 436,37 US-Dollar. Die Wall Street zog ihre Begeisterung unter anderem auch daraus, dass die Projekt-Pipeline bei Tesla gut gefüllt ist. Die Ausweitung der Produktionskapazitäten geht in Riesenschritten voran und das sowohl in den USA, in China und Deutschland gleichzeitig. Das ist es, was den Aktienkurs treibt.

 

Tagestermine

 

Gleich um 08:00 Uhr kommen die ersten wichtigen Wirtschaftsdaten aus Europa herein. Für Deutschland wird der GfK-Index veröffentlicht, der die Konsumlust der Deutschen misst. Erwartet wird für den Monat November ein Rückgang von zuvor -1,6 auf -2,8 Punkte. Ein negativer Wert bedeutet, dass die Konsumlaune sinkt. 

Aus den USA erhalten wir um 14:30 Uhr die jüngsten wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sollen in der vergangenen Woche auf 860.000 Anträge von zuvor 898.000 Anträgen gefallen sein. Die Folgeanträge werden bei 9,5 nach zuvor 10,02 Mio. Anträgen gesehen.

Nach Börseneröffnung in New York folgen dann noch die neuesten Daten zum Immobilienmarkt in den USA. Im Monat September sollen 6,3 Mio. bestehende Häuser den Besitzer gewechselt haben. Das würde einem Sprung um 5 % entsprechen. 

 

22.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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