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BÖRSE TO GO - Ceconomy, Daimler und Intel

Markt bleibt schwach

 

Keine Verbesserung am Terminmarkt heute früh. Nach einer schwachen Asien-Sitzung liegen alle wichtigen Futures im Minus. Der DAX-Future wird kurz vor Eröffnung in Frankfurt -0,59 % im Minus gesehen bei 12.510 Punkten. Der S&P 500 Future liegt -0,26 % niedriger bei 3.440 Punkten und der Nasdaq-Future notiert bei 11.628 Punkten (-0,19 %).

Der Pessimismus am deutschen Aktienmarkt beginnt zu steigen. Eine zunehmende Zahl von wichtigen Titeln beginnt deutlich zu korrigieren, was sich auch auf den Handel am Donnerstag auswirkte. Frankfurt eröffnete gestern mit deutlichen Verlusten und begann sich dann mühsam wieder ins Plus vorzuarbeiten. 

Am Ende ergab sich ein sehr durchwachsenes Bild. Am stärksten von den Abschlägen war der SDAX betroffen, der -1,14 % tiefer bei 12.378,26 Punkten schloss. Auch der TecDAX beendete den Tag im Minus (-0,33 %) genau wie der DAX (-0,12 %). Der MDAX konnte dagegen den Tag mit einem kleinen Plus von 0,09 % auf 27.189,17 Punkte beenden. Die Aktien von Hypoport (-18,07 %) traf es am stärksten, nachdem die vorläufigen Zahlen zum 3. Quartal enttäuschten. Medios (-5,45 %) litt unter dem Rückzug des Gründers Manfred Schneider. 

 

Ceconomy normalisiert sich 

 

Der heutige Zwischenbericht von Ceconomy fiel sehr positiv aus. Das Unternehmen konnte im letzten Fiskalquartal 2019/20 deutlich sein Umsatzmomentum zurückerobern. Die Umsätze verbesserten sich um 5,5 % im Jahresvergleich auf 5,27 Mrd. Euro. Die größte Wachstumsregion - absolut und prozentual - war Osteuropa, wo der Umsatz um 21,9 % von 374 auf 456 Mio. Euro stieg. Auch die DACH-Region war stark und verbesserte den Kernumsatz von Ceconomy um 4,6 % auf 3,02 Mrd. Euro. Auf das Gesamtjahr betrachtet, konnte der Einbruch durch Covid-19 auf einen Umsatzrückgang um -2,9 % auf 20,83 Mrd. Euro begrenzt werden.

Die Normalisierung geschieht eindeutig über den Online-Verkauf. Der Umsatz in den Ladengeschäften lag im 4. Fiskalquartal immer noch -15 % unter dem Vorjahresniveau, aber Online steigerte Ceconomy den Umsatz um 35 %. Im Gesamtjahr wuchs der Online-Umsatz um 44 %. Zur Profitabilität gab das Unternehmen nur „bereinigte“ Daten mit wenig Aussagekraft ab. Alle Details wird das Unternehmen erst am 15. Dezember bekannt geben. Dann wird der vollständige Bericht für das Geschäftsjahr 2019/20 veröffentlicht. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Freitag: ABB, American Express, Atoss Software, Barclays, BB Biotech, Electrolux, Norsk Hydro, Renault, Royal Caribbean Cruises und Schindler 

 

Daimler wieder stabilisiert

 

Wie Frankfurt richtig spekuliert hatte, stabilisierte sich Daimler sehr schnell. Schon im 3. Quartal konnten viele Kennzahlen wieder auf oder über das Niveau vom Vorjahr gebracht werden. Merkliche Ausnahme war der Umsatz, der mit 40,3 Mrd. Euro rund 3 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau blieb. Auch die abgesetzten Einheiten blieben mit 772.700 Fahrzeugen unter dem Vorjahresniveau von 839.300 Fahrzeugen. Dank dem Sparkurs des Konzerns erreichte der Gewinn vor Steuern und Zinsen jedoch ein Niveau von 3,1 Mrd. Euro, was rund 15 % über dem Vorjahresniveau lag. Auch das Konzernergebnis glänzte mit 2,2 Mrd. Euro (+22 %). Der freie Cash-Flow im Industriegeschäft erreichte ein hohes Niveau von 5,1 Mrd. Euro nach 2,8 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Auch die Nettoliquidität von 13,1 Mrd. Euro gibt dem Konzern ein ordentliches Polster für die Zukunft. 

 

Daimler AG

 

Daimler erwartet weiterhin eine deutliche Kontraktion im Gesamtjahr. Eine Entwarnung gab es heute nicht. Der Vorstand verwies insbesondere auf die Schwäche im Nutzfahrzeuggeschäft, die ausgeprägt ist. Aber auch bei Mercedes-Benz wird in 2020 nicht mit einem Umsatzwachstum gerechnet. Obendrauf kommen die Kosten und Aufwendungen für die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen und Wertberichtigungen. Die Daimler-Aktie wird vorbörslich bei 48,44 Euro gesehen.

 

Folgende wichtige Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: Caterpillar

 

Intel enttäuschte

 

Mit einem Umsatz von 18,3 Mrd. US-Dollar (-4 %) konnte Intel die hohen Erwartungen nicht schlagen. Für Unruhe sorgte insbesondere, dass der Halbleiterhersteller im Geschäft mit Servern und Datenzentren rund -10 % Umsatz im Jahresvergleich verlor. Die Umsätze mit Chips für PCs lagen dagegen mit einem Zuwachs von 1 % minimal im Plus. Der Umsatzrückgang schlug stark auf die Profitabilität durch. Der Gewinn je Aktie schrumpfte im Jahresvergleich um -25 % auf 1,02 US-Dollar.

Auch der neue Ausblick half nicht. Die Intel-Aktien schlossen im Präsenzhandel 0,75 % höher bei 53,90 US-Dollar. Nach Bekanntgabe der Zahlen brachen die Notierungen im nachbörslichen Handel deutlich um -9,37 % auf 48,85 US-Dollar ein. Das Management hatte gestern Abend die Prognose für 2020 vom vergangenen Juli erhöht und erwartet nun einen Umsatzzuwachs von 5 % für das Gesamtjahr auf 75,3 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie wird bei 4,55 US-Dollar gesehen. 

 

Tagestermine

 

Der Freitag wird überwiegend von zahlreichen Einkaufsmanagerindizes dominiert werden. Die Indizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor gelten als Frühindikatoren für die Wirtschaft. Ein Wert von mehr als 50 Punkten signalisiert eine kommende Expansion, ein Wert von weniger als 50 Punkten eine Kontraktion.

Um 09:15 Uhr bekommen wir die ersten vorläufigen Zahlen aus Frankreich für den Monat Oktober. Der Gesamtindex wird bei 48,0 Punkten erwartet, nach 48,5 Punkten im September. Die Schwäche kommt vor allem aus dem Dienstleistungssektor, wo der Index von 47,5 auf 46,8 Punkte gefallen sein soll. 

Eine Viertelstunde später werden die analogen Indizes für Deutschland veröffentlicht. Auch hier wird mit einem Rückgang des Gesamtindex gerechnet, der von 54,7 auf 53,2 Punkte gefallen sein soll. Erneut soll es der Dienstleistungssektor sein, der schwächelt und im Oktober von 50,6 auf 49,2 Punkte gefallen sein soll. 

Der wichtigste Termin am Vormittag ist der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, der um 10:00 Uhr veröffentlicht wird. Die Analysten rechnen mit einem leichten Anstieg im Oktober von 93,4 auf 93,8 Punkte. 

Um 10:00 Uhr und 10:30 Uhr bekommen wir die Einkaufsmanagerindizes für die Euro-Zone und Großbritannien. Um 15:45 Uhr schließen sich dann auch die USA an.  

 

23.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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