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BÖRSE TO GO - ALSO, Astra-Zeneca und Siemens Energy

Tesla steht im Mittelpunkt des Sell-offs - Schnäppchenjagd in New York nach dem Ausverkauf

 

Der Sell-off setzt sich heute in Asien fort. Alle wichtigen Benchmarks der Region liegen weit im Minus, wobei der Handel in Hongkong am stärksten leidet, nachdem bekannt wurde, dass die Stempelsteuer für Aktien zum ersten Mal seit 1993 von 0,1 auf 0,13 % erhöht werden soll. Einzig und allein die Börse Sidney zeigt relative Stärke dank der Rohstoff-Rallye. Auch die Futures signalisieren kurz vor Eröffnung der europäischen Vorbörse einen schwachen Start. Der DAX-Future wird -0,41 % tiefer bei 13.817 Punkten gesehen, der S&P 500 Future notiert bei 3.862 Punkten (-0,40 %) und der Nasdaq-Future liegt sogar -0,80 % tiefer bei 13.085 Punkten.

Frankfurt ergab sich ganz der hohen Nervosität der Anleger vor der Eröffnung der Wall Street. Und erholte sich auch kaum zum Schluss, nachdem in den USA die Schnäppchenjäger bereits wieder am Werk waren. Besonders hart traf es am Dienstag den TecDAX, der um -2,47 % auf 3.373,57 Punkte stürzte und im Tagestief bis auf 3.330,68 Punkte durchrutschte. Die Aktien von Eckert & Ziegler (-6,60 %) und Nordex (-7,67 %) waren die schwächsten Mitglieder im Index. Doch auch die anderen deutschen Benchmarks verzeichneten deutliche Verluste. Der MDAX sank um -1,19 % auf 31.643,84 Punkte und der SDAX fiel um -1,60 % auf 15.076,98 Punkte. 

Einzig und allein der DAX zeigte erneut eine gewisse innere Stärke. Der Blue Chip Index verzeichnete mit einem Minus von -0,61 % auf 13.864,81 Punkte die geringsten Verluste. Gekauft wurden vor allem Linde (+1,60 %) und die Allianz (+1,71 %), während Infineon Technologies (-3,14 %) und die Deutsche Post (-3,38 %) gegeben wurden. 

 

Tesla Inc.

 

Die Wall Street bekam am Dienstag einen kleinen Vorgeschmack darauf, was steigende Volatilität in diesem Umfeld bedeutet. Im Vorfeld der Rede des FED-Vorsitzenden Jerome Powell ab 16:00 Uhr vor dem Kongress verkauften die Anleger in der ersten halben Handelsstunde massiv Technologieaktien. Viele Titel erlebten die stärksten Tagesrücksetzer seit vergangenem Herbst, wobei die Aktien von Tesla im Vordergrund des Interesses standen. Nur, um dann wieder nach oben gekauft zu werden, nachdem Powell noch einmal bekräftigte, dass die FED die Geld- und Zinspolitik ultra-locker belassen wird, selbst wenn die Inflation steigt. 

Am Ende sah alles wie ein Sturm im Wasserglas aus. Der Nasdaq Composite Index konnte seine Verluste auf -0,50 % begrenzen und schloss bei 13.465,20 Punkten. Im Tagestief notierte der Index bei 13.003,98 Punkten. Der Dow Jones Industrial Average Index schloss leicht im Plus bei 31.537,35 Punkten (+0,05 %) und der S&P 500 Index stieg am Ende um 0,13 % auf 3.881,37 Punkte. Der größte Verlierer des Tages war erneut der Russell 2000 Index, der um -0,88 % auf 2.231,31 Punkte fiel. 

 

ALSO kündigte starkes Wachstum an

 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Der schweizer ALSO-Konzern will 2021 da anknüpfen, wo man 2020 beendet hat: bei starkem Wachstum. Der Umsatz konnte 2020 um 11,3 % auf 11,9 Mrd. Euro gesteigert werden, woraus sich ein EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) von 227,5 Mio. Euro ergab, was rund 16 % über dem Vorjahr lag. Der Konzerngewinn nach Steuern beläuft sich auf 130 Mio. Euro (+30 %). Der Verwaltungsrat hat eine Erhöhung der Dividenden um 15,4 % auf 3,75 Franken je Aktie angekündigt. 

In 2021 will der Konzern beim EBITDA wieder zweistellig wachsen. Die Spanne für das Gesamtjahr wird bei 240 bis 255 Mio. Euro gesehen. Allerdings will ALSO seine starke Bilanz nutzen, um Zukäufe vorzunehmen. Inklusive geplanter Akquisitionen kann sich das EBITDA mittelfristig sogar auf 280 bis 350 Mio. Euro verbessern. Die Aktien von ALSO hatten im regulären Handel in Zürich -2,41 % tiefer bei 243 Franken geschlossen. Die Zahlen wurden nachbörslich bekannt gegeben. 

 

Astra-Zeneca liefert auch in Q2 nicht

 

Die Meldungen von Astra-Zeneca bleiben enttäuschend. Der Pharmakonzern wird voraussichtlich im 2. Quartal ebenfalls nicht die vereinbarten Impfstoffmengen an die Europäische Union ausliefern. 180 Mio. Dosen des hauseigenen Impfstoffes sollten zwischen April und Juni geliefert werden, doch in Brüssel kam am Dienstag die Nachricht an, dass es weniger werden wird. Im Zweifel wird Astra-Zeneca nur die Hälfte der vereinbarten Menge liefern. Das Management deutete an, dass man versuchen wird, die Lieferlücke zu füllen, indem die Auslieferungen in anderen Ländern reduziert werden.

Auch schon im 1. Quartal erfüllt Astra-Zeneca seine Zusagen nicht. Aktuell liegt die Planung bei 40 Mio. Dosen für den Zeitraum Januar bis März, was deutlich unter den ursprünglichen Zusagen liegt. Insgesamt waren 300 Mio. Dosen für das 1. Halbjahr zugesagt worden, wovon wahrscheinlich nur 130 Mio. Dosen geliefert werden. 

 

Siemens Energy plant Wasserstoff-Großprojekt

 

In Zusammenarbeit mit Uniper will Siemens Energy ein grünes Wasserstoff-Großprojekt bei Hamburg starten. Man wolle ein „Zukunftskraftwerk“ bauen, dass die Vorteile von grünem Wasserstoff auf mehreren Ebenen ausnutzen soll. Im Kern soll nicht genutzter Strom aus Windkrafträder eingesetzt werden, um durch Elektrolyse grünen Wasserstoff ohne schädliche Emissionen herzustellen. Der gewonnene Wasserstoff soll zum einen industriellen Kunden zur Verfügung gestellt und zum anderen in einer selbst betriebenen Turbine zur Stromproduktion eingesetzt werden. Siemens Energy will ein Vorzeigeprojekt schaffen und lässt sich das Investitionsvorhaben von bis zu 500 Mio. Euro von der Bundesregierung mitfinanzieren. 

 

Tagestermine

 

Gleich zum Beginn der europäischen Vorbörse wird um 08:00 Uhr das Bruttoinlandsprodukt des 4. Quartals für Deutschland veröffentlicht. Es handelt sich dabei um die 2. Lesung. Die vorläufigen Daten hatte eine Kontraktion im Jahresvergleich von -2,9 % angezeigt. Die Prognose der Ökonomen für heute weicht davon nicht ab. Im Vergleich zum Vorquartal wird mit einem leichten Anstieg um 0,1 % gerechnet. 

Mit Argusaugen wird die Wall Street vor dem Hintergrund der aktuellen Inflationsdiskussion auf die heutigen Daten zum Immobilienmarkt schauen. Zum einen werden um 13:00 Uhr die Hypothekenanträge der vergangenen Woche veröffentlicht als auch der aktuelle 30-jährige Hypothekensatz. Um 16:00 Uhr bekommen wir dann noch die Verkäufe neuer Häuser im Januar, die im Vergleich zum Vormonat um 2,1 % gestiegen sein sollen.

 

24.02.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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