als .pdf Datei herunterladen

BÖRSE TO GO - Euro, AstraZeneca und Rheinmetall

Schafft der Euro den Break?

 

Der Terminmarkt zeigt sich heute früh sehr zurückhaltend. Eine Viertelstunde vor Eröffnung der europäischen Vorbörse liegen die meisten wichtigen Futures im Plus. Der DAX-Future wird leicht höher bei knapp unter 13.300 Punkten gesehen. Analog dazu der Dow-Future und der S&P 500 Future, die bei 29.850 Punkten und 3.631 Punkten gesehen werden. Einzig und allein der Nasdaq-Future kann etwas stärker zulegen um 0,31 % auf 12.189 Punkte.

Vor dem Hintergrund des amerikanischen Erntedankfests verlief der Handel am Donnerstag wie erwartet ruhig in Frankfurt. DAX und SDAX traten auf der Stelle und schlossen bei 13.286,57 und 13.698,88 Punkten. Deutlich absetzen konnte sich der TecDAX, der um 1,17 % auf 3.085,48 Punkte kletterte. Die Aktien von S&T (+4,48 %), Aixtron (+4,32 %) und Varta (+4,17 %) führten die Liste der Gewinner an. 

Leichte Gewinnmitnahmen dagegen in Wien. Der ATX sank um -0,24 % auf 2.578,90 Punkte. Die Immobilienaktien waren erneut gefragt, aber die Aktien aus der Energiewirtschaft gaben deutlich ab. Insbesondere Schoeller-Bleckmann gab -5,98 % auf 28,30 Euro ab und OMV verlor -2,24 % auf 29,72 Euro. Der schwache Bericht zum 3. Quartal und der Ausblick führten bei SBO im Wesentlichen zu dem gestrigen Abverkauf. 

Zürich trat weiterhin auf der Stelle. Der SMI bewegte sich gerade einmal um 0,09 % auf 10.497,79 Punkte und schaffte es erneut nicht, sich nachhaltig über der Marke von 10.500 Punkten zu etablieren. SIKA (+1,02 %) wurde zurückgekauft und die Zurich (-1,40 %) sah die stärksten Abgaben. 

Asien erlebte heute einen ruhigen Handel. Wir sehen einige Abgaben in Australien, wo der ASX 200 Index zeitweise mehr als -0,53 % im Minus notiert bei rund 6.600 Punkten. Der Nikkei 225 Index kann bei 26.644,71 Punkten mit einem Plus von 0,40 % schließen. Der chinesische Aktienmarkt ist erneut bullish. Alle Benchmarks bis auf den SZSE Component Index, liegen deutlich im Plus. Die Liste der Gewinner wird vom China A50 Index angeführt, der zeitweise mehr als 0,52 % auf 16.680 Punkte steigen kann. 

 

Euro kurz dem Break

 

Der Euro testet den US-Dollar. Der Siegeszug des US-Dollar begann zwei Monate bevor Lehman Brothers in Konkurs ging. In der Woche vom 14. Juli 2008 erreichte der Euro einen Stand von 1,5848 US-Dollar. Der höchste jemals gemessene Kurs für die europäische Einheitswährung. Seitdem geht es abwärts mit der Bewertung des Euro. Dieser Abwertungstrend des Euro wurde in der Vergangenheit mehrmals getestet, aber nie nachhaltig überwunden. In den kommenden Wochen steht uns am Devisenmarkt der nächste Test bei knapp über 1,20 US-Dollar bevor. Sollte der Euro den Break schaffen, wäre das eine kleine Sensation für den Devisenmarkt, der umfangreiche Umschichtungen nach sich ziehen würde. 

 

Euro in US-Dollar

 

Doch die Überwindung der Marke von 1,20 US-Dollar reicht allein nicht. Um einen nachhaltigen neuen Aufwertungstrend zu etablieren, müsste der Euro auch über das letzte Topp vom 16. Februar 2018 steigen, als der Euro Intraday bis auf 1,2557 US-Dollar aufwertet. Erst ein Break dieses Topps würde den neuen Aufwertungstrend des Euro gegenüber dem US-Dollar rückwirkend bestätigen.

 

AstraZeneca sucht Sonderzulassung in Großbritannien

 

AstraZeneca versucht nun eine schnelle Lösung daheim zu finden. Nachdem erhebliche Fehler in der Studie von AstraZenecas Corona-Impfstoff zutage kamen, ist eine temporäre Notfall-Zulassung in der Europäischen Union und den USA eher fraglich. Das Unternehmen kündigte sogar jüngst an, dass man eine neue globale Studie startet, um ein sauberes und fehlerfreies Ergebnis präsentieren zu können. Das hielt das Unternehmen jedoch nicht davon ab, direkt auf die britische Regierung zuzugehen und dort um eine temporäre Zulassung zu bitten, die die zu erwartende Ablehnung in der EU umgeht. Gesundheitsminister Matt Hancock scheint der Anfrage auch gewogen zu sein und erließ eine Ausnahmeregelung, die es AstraZeneca erlauben soll, den Impfstoff in Großbritannien auszuliefern. Die Aktien des Pharmakonzerns schlossen am Donnerstag im deutschen Handel -2,27 % niedriger bei 87,32 Euro.

 

Folgende wichtige Aktien werden heute Ex-Dividende gehandelt: Allstate, CSX, Dow, DuPont, Estee Lauder, LyondellBasell und Northrop Grumman

 

Rheinmetall bekommt Großauftrag aus Deutschland

 

Die Deutsche Bundeswehr hat sich mit einem Spezialauftrag an Rheinmetall gewendet. Der Rüstungskonzern und Zulieferer der Automobilindustrie soll für das deutsche Militär einen sogenannten Laserquellen-Demonstrator erstellen. Der Konzern forscht bereits seit mindestens 2015 an einer solchen komplexen Laserwaffe, die zudem in der Marine zum Einsatz kommen soll. Laserwaffen können sehr effektiv sein, weisen aber einen sehr hohen Energiebedarf auf und müssen sehr zielgenau ausgerichtet sein und während der Feuerphase bleiben. Der erste Auftrag dieser Art von der Bundeswehr hat ein Volumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich für Rheinmetall. Die Aktien von Rheinmetall sanken am Donnerstag um -2,15 % auf 76,52 Euro. 

 

Tagestermine

 

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAufgrund des Brückentages in den USA erwarten wir heute keine amerikanischen Wirtschaftsdaten. Dafür bekommen wir umso mehr Wirtschaftsdaten aus Europa insbesondere zum Thema Preisentwicklung. 

Deutschland eröffnet heute um 08:00 Uhr den Reigen mit der Veröffentlichung des Importpreisindex für den Monat Oktober. Im Jahresvergleich wird ein Rückgang der Importpreise um -4,1 % erwartet, was eine Steigerung im Vergleich zu September darstellen würde, als die Importpreise um -4,3 % sanken. 

Frankreich wird um 08:45 Uhr den vorläufigen EU-harmonisierten Verbraucherpreisindex für den Monat November bekannt geben. Im Jahresvergleich soll die Inflationsrate unverändert zum Oktober leicht um 0,1 % gestiegen sein. Die Konsumausgaben sollen im Oktober um 2,9 % im Vergleich zum September gestiegen sein. 

Ebenfalls um 08:45 Uhr erwarten wir das Bruttoinlandsprodukt der Franzosen für das 3. Quartal. Es handelt sich hierbei um die 2. Lesung der Zahlen und es wird unverändert ein Anstieg um 18,2 % erwartet. 

Um 11:00 Uhr erwarten uns dann noch einige Stimmungsindikatoren für die Euro-Zone aus dem Monat November. Unter anderem wird das Geschäftsklima, das Verbrauchervertrauen, die Inflationserwartung und die Stimmung im Dienstleistungssektor sowie in der Industrie veröffentlicht.

 

27.11.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)