als .pdf Datei herunterladen

BÖRSE TO GO - Fuchs Petrolub, Rheinmetall und TSMC

Super-Donnerstag voraus

 

Mit Spannung und einer gewissen Nervosität schaut der Markt auf den Super-Donnerstag. Durch die Verschiebung des Quartalsberichts von Amazon und Facebook berichten nun am 30. Juli gleich vier Super-Schwergewichte über den Verlauf des letzten Quartals. Neben Amazon und Facebook werden auch Alphabet und Apple berichten. 

Die Futures notieren heute während des asiatischen Handels alle um die Schlussstände herum. Einzig und allein der Nasdaq-Future kann sich mit einem Plus von mehr als 0,2 % absetzen. 

Die Wall Street gab erneut Vorschusslorbeeren. Der Nasdaq Composite Index konnte im gestrigen Handel bis auf 10.536,27 Punkte (+1,67 %) steigen, der S&P 500 Index legte um 0,74 % auf 3.239,41 Punkte zulegen. 

Der deutsche Aktienmarkt schloss uneinheitlich. Der DAX ging nahezu unverändert bei 12.838,66 Punkte aus dem Handel. Der TecDAX konnte deutlich um 0,59 % auf 3.066,80 Punkte steigen. Der SDAX verlor dagegen -0,54 % auf 12.069,51 Punkte. In Zürich kletterte der SMI um 0,57 % auf 10.272,34 Punkte. Wien musste dagegen -0,44 % auf 2.247,47 abgeben. 

 

DAX

 

Auch Asien zeigt sich heute früh uneinheitlich. Japan und Australien schwanken um die Vortagesschlusskurse herum, während der Hang Seng Index um mehr als 0,5 % auf über 24.730 Punkte steigen kann. Die chinesischen Benchmarks notieren während der Sitzung alle im Plus. Angeführt wird die Riege vom China A50 Index und dem SZSE Component Index, die beide mehr als 1 % zulegen können. 

Der Euro etablierte sich in der Nacht deutlich über 1,17 Dollar. Gold kann die neuen Höchstkurse verteidigen und notiert über 1.936 Dollar / Unze. 

 

Rheinmetall: Verteidigungssparte rettet das Ergebnis

 

Die vorab veröffentlichten Zahlen von Rheinmetall sind besser als befürchtet. Der unter Druck geratene Unternehmensbereich Automotive erlitt im 2. Quartal einen Umsatzrückgang von 726 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf nun nur noch 338 Mio. Euro. Das operative Ergebnis fiel von +52 Mio. Euro auf -52 Mio. Euro. Damit ist es jedoch nicht getan, denn Rheinmetall kündigte gleich für das laufende Quartal eine Restrukturierung der Sparte an und einen außerordentlichen Aufwand in Höhe von 40 Mio. Euro. 

Abgefedert wurde das schwache Abschneiden durch den Unternehmensbereich Defence. Rheinmetall konnte im Bereich Verteidigung den Umsatz von 746 Mio. Euro auf 901 Mio. Euro steigern und ein operatives Ergebnis von 93 Mio. Euro erzielen. Unter dem Strich liegt der Quartalsumsatz bei 1,24 Mrd. Euro (-16 %) und das operative Gesamtergebnis bei 36 Mio. Euro (-67 %). Überlagert wird das Ergebnis allerdings von außerordentlichen Wertberichtigungen in Höhe von 300 Mio. Euro. Frankfurt nahm die Nachricht am späten Montagnachmittag mit Erleichterung auf und der Kurs schloss 3,95 % im Plus bei 83,78 Euro.

 

Fuchs Petrolub streicht Jahresprognose

 

Fuchs Petrolub kündigte am Montag nach Börsenschluss an, dass man die Jahresprognose gestrichen hat. Angesichts der bestehenden Unsicherheiten und der Möglichkeit einer zweiten Corona-Welle könne man den Verlauf im 2. Halbjahr nicht mehr verlässlich einschätzen. Auch befürchtet das Unternehmen, dass die Nachfrage aufgrund der Rezession weiter fallen wird. Ein Fakt, den man in der bisherigen Prognose nicht berücksichtigt hatte. 

Das Halbjahr fiel schwach aus. Der Umsatz sank um -14 % und das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) schrumpfte um -29 % im Vergleich zur Vorjahresperiode. Konkretere Zahlen nannte Fuchs Petrolub nicht, sondern verwies auf den am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden Halbjahresbericht. 

 

TSMC: Anstieg um 72 Mrd. Dollar

 

Die Aktien von TSMC kennen kein Halten mehr. Seit Intel auf der Analystenkonferenz avisiert hatte, dass man das eigene Kerngeschäft, die Produktion von Chips, an Dritte auslagern will, explodiert die Nachfrage nach Aktien von Zulieferern. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) ist in diesem Bereich einer der größten Zulieferer der Welt. 

 

TSMC

 

Die Aktien kletterten im gestrigen Handel um bis zu 9,9 % und ließen dabei die Marktkapitalisierung kurzzeitig auf bis zu 410 Mrd. Dollar klettern. Die täglichen Kursveränderungen sind an der Börse in Taiwan auf 10 % pro Tag begrenzt. Einem unbestätigten Bericht zufolge hat Intel bei TSMC für 2021 Chips mit der brandneuen 6nm Technologie bestellt. 

 

Spanische Arbeitsmarktdaten

 

Am Morgen werden um 09:00 Uhr die Arbeitsmarktdaten aus Spanien hervorstechen. Ausgehend von einer Arbeitslosenquote von 27,16 % im 1. Quartal 2013 hatte sich das Land kontinuierlich über die vergangenen Jahre auf eine Arbeitslosenquote von bis zu 13,78 % im 4. Quartal 2019 vorgearbeitet. Im 1. Quartal folgte dann der erste nennenswerte Anstieg auf 14,41 %. Für das heute zur Veröffentlichung anstehende 2. Quartal wird mit einem großen Sprung auf 16,70 % gerechnet. 

Um 16:00 Uhr veröffentlicht das amerikanische Conference Board den Index des Verbrauchervertrauens für den Monat Juli. Nach einem Niveau von über 130 Punkten zu Beginn des Jahres ist der Index in den vergangenen Monaten bis auf 86,6 Punkte abgerutscht. Im Juni folgte dann die Wende auf 98,1 Punkte. Für den Monat Juli wird heute ein Rücksetzer auf 94,5 Punkte erwartet. 

 

28.07.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur