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BÖRSE TO GO - Daimler, Fuchs Petrolub und zooplus

Leichter Optimismus in der Frühbörse

 

Die Futures signalisieren eine leicht positive Eröffnung in Europa. Der DAX-Future wird vor Eröffnung der Vorbörse in Europa mehr als 0,2 % höher bei mehr als 12.750 Punkten gesehen. Alle US-Futures liegen im Plus, wenngleich sich die Verbesserungen zu den späten Schlusskursen in Grenzen halten. Immerhin sehen wir eine deutliche Stabilisierung im Vergleich zur gestrigen Eröffnung in Europa. 

Frankfurt demonstrierte am Donnerstag noch einmal eindrücklich, wie viele schwache Hände immer noch im Markt sind. Nachdem die US-Technologiewerte am Mittwoch leicht unter Druck geraten waren, trieben gestern ab Börseneröffnung zahlreiche Verkaufswellen den DAX bis auf 12.599,82 Punkte nach unten. Da sich der von allen Seiten erwartete Sell-off an der Nasdaq nicht materialisierte, sammelten die starken Hände danach die Verlierer des Tages auf. Am Ende schloss der DAX bei 12.703,75 Punkten (-2,49 %) und war damit immer noch die Benchmark mit den größten Tagesverlusten in Frankfurt. Es gab nicht einen Gewinner im DAX. Die größten Verlierer waren Fresenius SE (-3,88 %) und BASF (-3,71 %). 

 

DAX

 

Der TecDAX gab -2,22 % auf 3.134,54 Punkte ab. Auch im deutschen Technologieindex fand sich am Donnerstagabend kein einziger Gewinner. Die größten Verlierer waren LPKF (-5,45 %) und Eckert & Ziegler (-5,45 %). 

Die Wall Street legte am Donnerstag ein klassisches Intraday-Reversal hin. Ein bullishes Signal aus Amerika. Die Kurse der wichtigsten amerikanischen Benchmarks fielen zwar zum Börsenauftakt, erholten sich dann aber im Verlauf des Handels deutlich und konnten am Ende fast alle Tagesverluste wieder aufholen. Der Russell 2000 Index stieg sogar um 1,06 % auf 1.638,88 Punkte. Der S&P 500 Index reduzierte seine Tagesverluste auf -0,15 % und schloss bei 3.483,34 Punkten. Der Nasdaq Composite Index beendete den Tag bei 11.713,87 Punkten (-0,47 %).

 

Daimler schlägt die Erwartungen

 

Die Zahlen zum 3. Quartal sind so gut, dass Daimler vorab meldet. Während der Konzern auf der einen Seite die Kostenbremse hart angezogen hat, hat sich auf der anderen Seite der Umsatz deutlich verbessert. Das führte in der Summe zu einem ausgezeichneten Quartalsabschluss. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) erreichte auf Konzern-Ebene ein Niveau von 3,07 Mrd. Euro. Bereinigt um Sondereffekte lag das EBIT bei 3,48 Mrd. Euro. Den größten Beitrag dazu leistete Mercedes Benz, die ein EBIT von 2,12 Mrd. Euro (bereinigt: 2,42 Mrd. Euro) einfuhren. 

Der Cash-Flow geht durch die Decke. Im Industriegeschäft verzeichnete Daimler im 3. Quartal einen Free Cash-Flow von 5,14 Mrd. Euro, was zeigt, wie stark das operative Geschäft ist. Bereinigt um Sondereffekte war es 5,35 Mrd. Euro. Die Netto-Liquidität am Ende des Quartals lag bei 13,1 Mrd. Euro, womit der Konzern ein sehr hohes Polster für Eventualität im 4. Quartal aufgebaut hat. Der positive Abschluss des letzten Quartals hat auch dazu beigetragen, dass der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr anheben will. Details wird man auf der Bilanzpressekonferenz am 23. Oktober bekannt geben. 

 

Fuchs Petrolub: Besser als befürchtet

 

Die Vorzüge von Fuchs Petrolub atmeten gestern tief durch. Der Spezialist für Schmierstoffe und Fette, die insbesondere in der Industrie und speziell in der Autoproduktion eingesetzt werden, legte die vorläufigen Zahlen für die ersten neun Monate vor und konnte den Befürchtungen an der Börse etwas entgegentreten. Der Umsatz liegt auf vorläufiger Basis bis Ende September bei 1,74 Mrd. Euro und damit -11 % unter dem Vorjahresniveau. Fuchs betonte, dass es eine deutliche Erholung im operativen Geschäft im 3. Quartal gegeben hat. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) blieb jedoch -17 % unter dem Vorjahresniveau bei voraussichtlich 203 Mio. Euro. 

 

Fuchs Petrolub SE

 

Die Prognose für 2020 wurde verbessert. Bisher ging der Vorstand von einem Rückgang des EBIT um -25 % auf Jahresbasis aus. Aufgrund der Erholung im 3. Quartal und der Erwartung für ein gutes 4. Quartal wurde diese Prognose auf einen Rückgang um -15 % verbessert. Die im MDAX vertretenen Vorzüge stiegen gestern gegen den allgemeinen Markttrend und schlossen 0,62 % höher bei 45,44 Euro. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Freitag: Honeywell, Bank of New York Mellon, State Street und Schlumberger

 

zooplus erhöht erneut die Prognose

 

Die Corona-Krise spielt zooplus weiterhin in die Hände. Die Online-Plattform für Tierbedarf griff auch im 3. Quartal Marktanteile von den Ladengeschäften ab und konnte den Umsatz steigern. In den ersten neun Monaten hat der Umsatz auf vorläufiger Basis „rund“ 1,3 Mrd. Euro nach 1,1 Mrd. Euro in der Vorjahresperiode erreicht. Der Zuwachs um 18 % wird auf Ebene des EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Aufholungen) deutlich übertroffen. zooplus erwartet ein EBITDA im Bereich von 40 bis 50 Mio. Euro nach 6,7 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2019.  

Die Prognose für 2020 wurde erneut angehoben. Nachdem schon im Juli die Umsatzprognose auf 1,77 Mrd. Euro erhöht wurde, sieht zooplus den Jahresumsatz nun bei 1,77 bis 1,81 Mrd. Euro. Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Umsatz von 1,52 Mrd. Euro erreicht. Beim EBITDA stieg die Prognose von 40 Mio. Euro auf nun 50 bis 65 Mio. Euro. In 2019 lag die Kennzahl bei 12 Mio. Euro. Den abschließenden und vollständigen Bericht wird das Unternehmen am 17. November vorlegen. Die Aktien von zooplus sanken gestern um -3,11 % auf 149,40 Euro. 

 

Tagestermine

 

Das wird heute spannend für die Autohersteller. Die Neuzulassungen für Deutschland (+8,4 %), Frankreich (-3,0 %), Grossbritannien (-4,4 %) und Italien (+9,5 %) für den Monat September wurden heute früh veröffentlicht und alle Daten zeigen eine massive Verbesserung des PKW-Absatzes in Europa im Vergleich zum schwachen August. 

Um 10:00 Uhr erwartet die Börse die jüngsten Inflationsdaten aus Italien. Die Prognosen gehen davon aus, dass der Verbraucherpreisindex nach lokaler Berechnung im September um -0,5 % im Jahresvergleich gesunken ist. 

Für die Euro-Zone erhalten wir um 11:00 Uhr die Inflationsrate für den Monat September. Den Analysten zufolge sollen die Preise im Jahresvergleich um -0,3 % gesunken sein. 

Vor Eröffnung in New York werden um 14:30 Uhr die amerikanischen Einzelhandelsumsätze für den Monat September veröffentlicht. Im Vergleich zum August wird ein Wachstum von 0,7 % erwartet. 

Nach Eröffnung der Wall Street bekommen wir um 16:00 Uhr die vorläufigen Sentiment-Indizes der Universität Michigan für den Monat Oktober. Der Index des Verbrauchervertrauens soll minimal von 80,4 auf 80,5 Punkte gestiegen sein. Der Index der Konsumentenerwartungen wird bei 76,5 nach 75,6 Punkten gesehen. 

 

16.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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