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BÖRSE TO GO - Commerzbank, Daimler und Lufthansa

Neue Commerzbank Strategie sorgt für Aktien-Rally - MDAX profitiert

NTG24 - BÖRSE TO GO - Commerzbank, Daimler und Lufthansa

 

Die Bullen versuchten den Handel in Asien zu stützen, gaben aber zum Ende der Sitzungen auf. Kurz vor Eröffnung der europäischen Vorbörse bewegen sich alle wichtigen asiatischen Benchmarks im Minus. Japan (-1,89 %) und Südkorea (-3,03 %) führen die Liste der Verlierer an. Auch am Terminmarkt ist die Stimmung schlecht. Alle wichtigen Futures notieren tief im Minus. Der DAX-Future wird bei 13.492 Punkten (-0,75 %) gesehen. Der S&P 500 Future handelt bei 3.745,38 Punkten (-0,90 %) und der Nasdaq-Future liegt -1,04 % im Minus bei 13.047,00 Punkten. 

Frankfurt konnte sich am Donnerstag leicht erholen. Alle Benchmarks wiesen leichte, sehr gleichmäßige Kursgewinne aus. Der MDAX hatte die Nase leicht vorne mit einem Plus von 0,38 % auf 31.461,96 Punkte. Die Kursgewinne bei der Commerzbank (+6,24 %) und der Lufthansa (+6,28 %) wurden nur noch vom Short-Squeeze bei Varta übertroffen, die um 14,17 % auf 181,30 Euro stiegen. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Der DAX konnte einen Teil der Verluste aufholen und stieg um 0,33 % auf 13.665,93 Punkte. Der Blue Chip Index schloss nahe der Tageshochs dank der Kursgewinne von Bayer (+1,72 %) und Infineon Technologies, die um 3,83 % auf 33,60 Euro stiegen. Der SDAX verbesserte sich um 0,35 % auf 15.240,19 Punkte und der TecDAX konnte 0,30 % auf 3.410,48 Punkte zulegen

Die Wall Street erholte sich und verlor dann am Ende an Momentum. Die Kurse erholten sich in New York bis zur Mittagszeit deutlich, doch in der zweiten Hälfte der Sitzung begannen die Gewinnmitnahmen zu überwiegen. Am Ende schlossen alle wichtigen Benchmarks im Plus, aber deutlich unter den Tageshöchstständen. 

Der Tagesgewinner war der Dow Jones Industrial Average. Der Index verbesserte sich um 0,99 % auf 30.602,36 Punkte, dicht gefolgt vom S&P 500 Index, der um 0,98 % auf 3.787,38 Punkte stieg. Abgeschlagen folgten der Nasdaq Composite Index mit einem Plus von 0,50 % auf 13.337,16 Punkte.

 

Commerzbank startet Profit-Offensive

 

In einem neuen Versuch, die Profitabilität langfristig zu erhöhen, richtet die Commerzbank ihre Strategie neu aus. Im Kern wird die Bank ihr bisheriges Stammgeschäft in der Außendarstellung weiter stark reduzieren. Das Filialnetz soll bis 2024 drastisch von 790 auf 450 Standorte verringert werden. Entsprechend stehen rund 10.000 Arbeitsplätze brutto zur Disposition. In Deutschland betrifft das nach Aussage des Vorstands jeden dritten Arbeitsplatz. Im Gegenzug will man verstärkt in die Digitalisierung der Bank investieren und die Margen für die angebotenen Produkte und Dienstleistungen steigern. 

 

Commerzbank AG

 

Nicht Wachstum, sondern Gewinn soll die neue Maxime sein. Doch vor dem Gewinn kommen die Restrukturierungskosten. Die Commerzbank signalisierte, dass die Digitalisierung und die Schließung eines großen Teils des Filialnetzes erheblich kosten werden. Man rechnet mit Aufwendungen in Höhe von 1,8 Mrd. Euro, die noch dieses Jahr in die Bilanz einfließen sollen. Für rund 0,9 Mrd. Euro wurden aber bereits in der Vergangenheit Rückstellungen gebildet. Weitere Details werden am 11. Februar vorgestellt. Frankfurt zeigte sich begeistert von der neuen Strategie und ließ den Commerzbank-Kurs um 6,24 % auf 5,754 Euro steigen. 

 

Daimler legte starke Zahlen zum 4. Quartal vor

 

Daimler beendete das Horrorjahr 2020 mit einer Nettoliquidität von 17,9 Mrd. Euro im Industriegeschäft. Dazu trugen nicht nur die umfassenden Finanzierungsmaßnahmen bei, sondern auch der starke operative Cashflow. Insgesamt konnte der Konzern einen freien Cashflow von 8,26 Mrd. Euro generieren, was Stuttgart eine komfortable Ausgangsposition für neues Wachstum und hohe Ausschüttungen an die Aktionäre im Jahr 2021 gibt. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem freien Cashflow von 5,3 Mrd. Euro gerechnet. 

Die Gewinnerwartungen konnten klar übertroffen werden. Für den Gesamtkonzern wies Daimler ein EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) von 6,6 Mrd. Euro aus, was 26 % über den Erwartungen der Analysten liegt. Daimler selbst war nur von 4,3 Mrd. Euro ausgegangen. Dazu trugen sowohl die Sparte Cars & Vans als auch die Mobility Sparte bei. Einzig und allein die Sparte Trucks & Buses blieb mit einem EBIT von 525 Mio. Euro unter den Erwartungen der Analysten, die auf 556 Mio. Euro getippt hatten. Daimler hatte die Zahlen nachbörslich vorgelegt. Der Schlusskurs der Daimler-Aktien auf Xetra lag bei 57,59 Euro (+0,59 %).

 

Kartellamt überprüft Lufthansa-Entscheidung

 

Das deutsche Kartellamt hat sich in die Streitigkeit zwischen Condor und der Lufthansa eingeschaltet. Die Lufthansa hatte im November des vergangenen Jahres zum 21. Juni 2021 den langjährigen Vertrag über Zubringerflüge mit Condor gekündigt. Das Angebot des Ferienfliegers verschlechtert sich dadurch erheblich, da man das Netz der Lufthansa nicht mehr pauschal benutzen kann, um Kunden zum Hub zu bringen. Condor legte daraufhin Beschwerde beim Kartellamt ein und behauptet, dass die Lufthansa die Kündigung vorgenommen hat, um sich selbst attraktiver für Urlaubsgäste zu machen und seine angebliche Monopolstellung ausnutzt. 

Das Kartellamt sah einen Anfangsverdacht gegeben und eröffnete ein Verfahren. Die Aktien der Lufthansa schlossen am Donnerstag auf Xetra bei 10,77 Euro (+5,43 %). Die Meldung kam nachbörslich heraus.

 

Tagestermine

 

Deutschland dominiert heute Vormittag den Kalender. Um 09:55 Uhr bekommen wir die neuen Arbeitsmarktdaten für den Monat Januar herein. Die Erwartung ist, dass sich die Zahl der Arbeitslosen leicht um 6.000 erhöht hat, aber die Arbeitslosenquote unverändert im Vergleich zum Dezember bei 6,1 % steht. 

Schon fünf Minuten später wird der zweite wichtige Satz von Daten veröffentlicht. Um 10:00 Uhr wird das vorläufige Bruttoinlandsprodukt Deutschlands des 4. Quartals bekannt gegeben. Im Jahresvergleich wird mit einer Verbesserung der Kontraktion von -3,9 % im 3. Quartal auf nun -3,4 % erwartet. Angesichts der positiven Nachrichten, die wir jüngst aus wichtigen Industriezweigen bekommen haben, erwartet Frankfurt, dass die Prognose geschlagen wird. 

 

29.01.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 

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