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Aufholjagd auf Tesla, NIO und Co.? Daimler-Umbruch kommt wohl schneller als gedacht

Verbrenner aus Zuffenhausen vor frühzeitigem Aus.

 

Nachdem Daimler-Vorstandsvorsitzender Ola Källenius Anfang des Monats die von Anlegern seit langen geforderte Aufspaltung der Daimler AG (ISIN: DE0007100000) in Mercedes-Benz und Daimler Trucks bekannt gegeben hatte, feilt die Führungsebene wohl schon an der nächsten großen Revolution.

Demnach soll das auf 2039 terminierte Ende der Verbrenner-Ära auf der Zeitachse um einige Jahre nach vorne geschoben und der Konzern so vor enorme Herausforderungen gestellt werden. Man erhoffe sich die intern gesteckten Ziele, welche den Absatz der Elektroautos bis 2025 auf 25 % und bis 2030 auf 50 % treiben sollen, noch deutlich nach oben anpassen zu können.

 

Die S-Klasse könnte es als Erstes treffen

 

Den Anfang könnte dabei die S-Klasse, das Flaggschiff der Mercedes Flotte machen. Momentan soll geprüft werden, ob die nächste Generation, welche wohl 2028 auf den Markt kommen soll, rein elektrisch angetrieben werden kann. Die S-Klasse macht gut 13 Prozent des Konzernergebnisses aus und birgt somit Chancen als auch große Risiken.

Dabei stehen Tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, denn der Bau von Elektroautos benötigt aufgrund einer deutlich geringeren Anzahl an Einzelteilen gegenüber den Verbrennern weniger Mitarbeiter. Dies hört sich langfristig vielleicht kostensparend an, jedoch sind kurzfristig hohe Abfindungssummen die Konsequenz.

 

Hohe Kosten

 

Darüber hinaus sind das bei Weitem nicht die einzigen Kostenquellen, die mit der Elektrowende einhergehen würden. Mitarbeiter müssten neu geschult werden und ganze Werke auf die neue Antriebstechnik umgestimmt werden.

Dazu kommt, dass die Magen der E-Autos noch längst nicht auf dem Stand der Verbrenner sind.

Dank des mittlerweile recht freien Cashflows gibt man sich jedoch optimistisch, diesen Umbruch zumindest aus finanzieller Sicht gut über die Bühne zu bringen.

 

Ist die Zeit der Verbrenner denn wirklich vorbei?

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeOb jetzt ein solch schneller Umbruch Sinn ergibt, ist für viele Experten zumindest fragwürdig. Denn das Kerngeschäft der Zuffenhausener läuft unter der global mit viel Strahlkraft ausgestatteten Marke Mercedes nach wie vor. Die Nachfrage ist immer noch hoch. Elektroautos aus dem Hause Daimler finden jedoch trotz staatlicher Prämien noch nicht den erhofften Absatz. Darüber hinaus sehen viele die Infrastruktur in den nächsten Jahren noch nicht so weit, einen regelrechten Elektroboom tragen zu können. Es fehlt vielerorts und gerade international noch an jeder Menge Ladesäulen. Verbrenner werden ergo noch viele Jahre gefragt sein.

 

Zukunft

 

Trotz der großen Hürden ist die Zeit für Daimler wohl gekommen, die Lücke zu Tesla (ISIN: US88160R1014) nun zu schließen, bevor diese zu groß wird. Darüber hinaus macht man sich branchenintern langsam Sorgen, dass staatliche Restriktionen den

Verbrenner wohl gegen Ende der Dekade regelrecht abwürgen könnten.

Ab 2025 soll wohl die Euro-7-Norm kommen, welche die Konzerne dazu zwingen könnte, die Weichen endgültig auf E-Mobilität zu stellen.

Diese ist aber auch längst noch keine beschlossene Sache.

 

Chancen

 

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass solch zukunftsweisende Geschäftsmodelle auf dem Markt gut ankommen und Anleger bereit sind, für diese auch tiefer in die Tasche zu greifen. Die besten Beispiele dafür sind wohl Unternehmen wie NIO (ISIN: US62914V1061) und Tesla, die mit einer Marktkapitalisierung von etwa 71,23 Mrd. bzw. 617,06 Mrd. Euro deutlich über dem Niveau von Daimler (71,4 Mrd. Euro) liegen.

Eine klare Strategie zahlt sich nun einmal aus und auch diese bahnt sich jetzt bei Daimler an.

 

24.02.2021 - Tim Gerstenberg - tg@ntg24.de

 









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