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VW auf Bodensuche, Daimler abwartend, Bayer weiter kritisch, Varta vor der Entscheidung

Halbjahres-Berichtssaison wird auch die deutschen Aktienkarten neu mischen

NTG24 - VW auf Bodensuche, Daimler abwartend, Bayer weiter kritisch, Varta vor der Entscheidung

 

In der gestern geschlossenen US-Wall Street und dem hierauf auch nur marginalen Anstieg des DAX 30-Indexes um + 0,1 % legten auch nahezu alle führenden deutschen Standardaktien eine Verschnaufpause ein, so dass sich deren charttechnische Richtungsfindung und Positionsbestimmung im Vorfeld der kommenden Quartalsberichtssaison heute praktisch durchweg unverändert fortsetzte und an ihrer charttechnischen Ausgangslage nicht das Geringste änderte.

So stagnierte die Aktie des führenden deutschen Fahrzeugbauers VW (DE0007664039) völlig, während sich die Aktie von DAIMLER (DE000710000) geringfügig um - 0,5 % abschwächte.

Die wichtigste strategische Meldung von VW bestand gestern darin, dass sich der Konzern unter Leitung seines CEO’s Herbert Diess künftig als erstes von seinem Mehrheitsanteil (weiterhin Restanteil über die Porsche AG) an der französischen Nobelmarke Bugatti trennen und damit nun die zielgerichtete Verkleinerung seiner zuletzt 12 Automarken umfassenden Palette des Konzerns initiieren wird. Erwerber dieses Bugatti-Mehrheitsanteils wird die 1988 gegründete kroatische Rimac-Gruppe sein, ein Spezialist in der Produktion und dem Vertrieb von High End-Luxus- und Sport-Elektrofahrzeugen.

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Werbebanner ClaudemusNach zurückliegender klarer Unterschreitung von 220 Euro und damit Verletzung des im Januar 2021 eingeleiteten, relevantesten Aktienaufwärtstrends befindet sich die Aktie von VW nun auf einer Bodenbildungssuche, die unseres Erachtens mit höchster Wahrscheinlichkeit auf dem auch psychologisch stark ausgeprägten horizontalen Unterstützungsniveau von ca. 200 Euro (= damit hoch attraktives KGV (2023e) von nur 6) ihr Ende finden dürfte.

Bis zu Erreichung dieses Punktes raten wir zwar von einem Einstieg in die Aktie auch weiterhin ab, im Bereich von ca. 200 Euro ergeben sich dann jedoch aus unserer Sicht ideale Gelegenheiten zumindest für kurzfristige starke Trading-Gewinne.

 

Chart: VW Vorzugs-Aktien

 

 

Die Aktie von DAIMLER wurde hingegen gestern von der aus unserer Sicht trotz jeglicher fehlender positiver Aktienreaktion hierauf dennoch strategisch exzellenten und sehr schlüssigen Meldung beherrscht, dass die größten 3 europäischen LKW-Hersteller Daimler Truck, Traton (= Tochter des VW-Konzerns) und Volvo künftig in gemeinsamer Kooperation ein eigenes Ladenetz für Elektro-LKWs und -Busse aufbauen wollen.

Hiermit schließt sich dahingehend ein weiterer Kreis in idealer strategischer Weise, dass die Daimler Truck AG und Volvo bereits im April 2020 ein paritätisches Joint Venture für künftige Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme elektrobetriebener Schwer- und Nutzfahrzeuge angekündigt hatten, was nun seit Anfang Mai unter dem Namen „Cellcentric“ operativ an den Start gegangen ist und ab 2025 die serienmäßige Auslieferung dieser Brennstoffzellen beginnen will.

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Werbebanner ISIN-WatchlistAuch wenn die Aktie von Daimler rein charttechnisch kurzfristig ebenfalls durchaus auf das “magische“ Unterstützungsniveau von rd. 70 Euro korrigieren könnte, so würden wir spätestens auf diesem Niveau (= KGV 2023e in diesem Fall dann ebenfalls nur rd. 6) dann der Aktie in jedem Fall auch längerfristig einen Kauf-Vorzug gegenüber VW einräumen (ca. um 1 % höhere Dividendenrendite von über 5 %, langfristig zunehmend ausgenutzter Nachholbedarf im Segment der Elektrofahrzeuge, künftig erwartete relativ höhere Absatzdynamik in Asien/China als von VW, strategisch weit bessere Weltmarktpositionierung im LKW-Bereich, der zudem (Daimler Trucks) auch noch vor dem sicher Konzern-Marktwert-erhöhenden Spin Off und der separaten Börseneinführung steht).

 

Chart: DAIMLER

 

 

Nach der zurückliegenden Enttäuschung der Aktie von BAYER (DE000BAY0017) um die erneute anstehende Eröffnung eines weiteren Privatklage-Glyphosat-Prozesses in den USA, was gestern am Markt lediglich eine behauptete Aktienkursentwicklung innerhalb des weiterhin vollauf intakten Aktienkorrekturtrends nach sich zog, haben wir unserer erst am 02.07. geäußerten, sehr kritischen Aktieneinschätzung nicht das Geringste hinzuzufügen und stufen die Aktie derzeit charttechnisch weiterhin in keinem Fall als kaufens-, sondern sogar eher als potenziell noch immer verkaufenswert ein.

 

Chart: BAYER

 

 

Auch wenn der gestrige 1 %ige Kursanstieg in der Aktie von VARTA (DE000A0TGJ55) von keinerlei neuen Unternehmensmeldungen begleitet wurde, so rückt der Ausbruch der Aktie aus ihrer im Februar initiierten Dreieckskonsolidierung doch nun immer näher.

Auch wenn charttechnisch kurzfristig ein erneuter Rücksetzer in den Unterstützungsbereich von ca. 115 – 120 Euro möglich ist, so dürfte die am 13.08. erfolgende Quartalszahlenvorlage von Europas führendem Batteriehersteller doch endgültig Aufschluss darüber geben, in welche Richtung sich die die weitere Kursentwicklung fortsetzen wird.

Kurzfristige Kursunterschreitungen von 120 Euro (aktueller Kurs: 134 Euro) sollten risikobereite Anleger auf einem dann nur noch bestehenden KGV-Niveau (2023e) von rd. 23 daher in unseren Augen durchaus dazu nutzen, sich in Erwartung eines positiven Ausgangs der Halbjahres-Präsentation wieder mit ersten Aktienkäufen in Stellung für einen möglichen Ausbruch aus der aktuellen Konsolidierungsphase zu begeben.

 

Chart: VARTA

 

 

06.07.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 






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