
Edelmetall Marktbericht vom 09.07.2025: Gold, Silber, Platin, Palladium unter Druck: Edelmetalle verlieren wegen Dollarstärke und steigender US-Zinsen
Gold, Silber, Platin und Palladium verlieren diese Woche bisher an Wert
Die Edelmetalle haben in dieser Woche überwiegend schwächer tendiert. Stand Mittwochmorgen notiert Gold bei 3296 US-Dollar mit einem Minus von 1,2 %, Silber bei 36,62 US-Dollar (-0,73 %), Platin gibt 3,4 % ab, und auch Palladium verliert 2,8 %. Trotz langfristiger Stärke geraten die Preise angesichts makroökonomischer Belastungsfaktoren ins Wanken. Die kurzfristige Unsicherheit ist spürbar – doch nicht alle Metalle zeigen Schwäche gleichermaßen.
Der Goldpreis rutschte zuletzt auf den tiefsten Stand seit über einer Woche. Verantwortlich dafür ist vor allem ein festerer US-Dollar in Kombination mit steigenden US-Anleiherenditen. Hinzu kommt politische Unruhe: Die Ankündigung Donald Trumps, künftig Importzölle auf Rohstoffe wie Kupfer zu erheben, hat die Märkte nervös gemacht. Analysten sehen dadurch einen Bruch im Aufwärtstrend, der seit Februar Bestand hatte. Gold (TVC:GOLD) zeigt sich sensibel für geopolitische wie geldpolitische Entwicklungen – und derzeit wirken beide eher belastend.
Trotz dieser Gegenwinde konnte sich der Goldpreis bislang über einer zentralen Unterstützungsmarke halten. Dennoch warnt Bloomberg-Analyst Mike McGlone vor wachsenden Abwärtsrisiken, vor allem, da die Aktienmärkte weltweit zulegen. Kurzfristig sei Gold überkauft, langfristig bleibe es zwar attraktiv, doch der Aufwärtstrend drohe ins Stocken zu geraten. Insbesondere wenn Anleihen weiterhin mit steigenden Renditen locken, könnten Kapitalflüsse von Gold abgezogen werden.
Silber in technischer Schlüsselphase
Silber (TVC:SILVER) zeigt sich vergleichsweise robust, auch wenn der Preis aktuell unter leichten Korrekturen leidet. Der langfristige Aufwärtstrend, der Anfang 2024 begann, bleibt intakt. Besonders nach Rücksetzern rund um geopolitische Ereignisse wie den Liberation Day konnten sich die Kurse stabilisieren. Analysten sehen das Edelmetall in einer gesunden Konsolidierung – eine Ausgangsbasis für weitere Anstiege, sofern die Unterstützungszonen halten.
Interessant ist vor allem die technische Verfassung Silbers. Das Edelmetall bewegt sich in einem neuen, steileren Aufwärtskanal und notiert nahe historischer Widerstandszonen. Sollte es Käufern gelingen, das aktuelle Niveau zu verteidigen, könnten neue Impulse das Momentum verstärken. Das Interesse institutioneller Investoren sowie industrielle Nachfrage bieten zusätzlich Rückenwind.
Platin mit Momentum und Angebotsdefizit
Platin (TVC:PLATINUM) gehört 2025 bislang zu den klaren Gewinnern am Rohstoffmarkt. Eine technische Trendwende katapultierte den Preis über eine langjährige Abwärtstrendlinie. Die Bewegung wurde durch Short-Eindeckungen und Momentum-Käufe verstärkt. Fundamentale Daten geben zusätzlich Unterstützung: Das World Platinum Investment Council erwartet ein weiteres Jahresdefizit, da das Angebot die starke Nachfrage – insbesondere aus der Automobilindustrie und aus China – nicht decken kann.
Palladium schwächelt – strukturelle Nachfrageprobleme belasten
Der Preis für Palladium (TVC:PALLADIUM) steht hingegen unter Druck. Fortschritte in US-Handelsfragen mindern die Nachfrage nach sicheren Häfen. Zudem belastet der anhaltende Trend zur Elektromobilität, der den Einsatz klassischer Katalysatoren zurückdrängt. Auch wenn Engpässe bei recyceltem Material und eine gewisse industrielle Nachfrage stabilisierend wirken, bleibt das Sentiment schwach. Der Markt sucht nach einer neuen Balance – bislang ohne überzeugende Signale für eine nachhaltige Erholung.
Technische Analyse Gold: Seitwärtsbewegung mit klaren Marken
Der Goldpreis zeigt sich im aktuellen Monat mit einem leichten Minus von 0,19 % stabil, aber richtungslos. Als zentrale Unterstützungsmarke fungiert die Zone um 2880 US-Dollar – ein Bereich, der in der Vergangenheit mehrfach gehalten hat und auch technisch eine solide Basis bildet. Auf der Oberseite gilt der Bereich um 3500 US-Dollar als mittelfristiger Widerstand und potenzieller Anziehungspunkt. Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft steigend, und Gold notiert derzeit darüber – ein positives Signal. Dennoch bleibt die Tendenz übergeordnet seitwärts, was eine Phase der Unentschlossenheit signalisiert.
Technische Analyse Silber: Bullen bleiben am Steuer
Silber konnte im laufenden Monat bislang um 1,5 % zulegen und setzt damit seinen positiven Trend fort. Auf der Oberseite stellt die Zone um 37,30 US-Dollar einen mittelfristigen Widerstand dar, die aktuell ins Visier der Marktteilnehmer rückt. Nach unten ist die Marke von 28,29 US-Dollar als tragfähige Unterstützung zu sehen. Der Kurs notiert oberhalb des steigenden 200-Tage-Durchschnitts, was den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigt. Technisch bleibt Silber in bullischem Fahrwasser, die Käufer dominieren weiterhin das Geschehen.
Technische Analyse Platin: Starke Struktur mit positiver Tendenz
Platin verzeichnet aktuell ein leichtes Monatsminus von 0,47 %, bleibt jedoch technisch klar im Aufwärtstrend. Der Preis bewegt sich oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts, der ebenfalls eine steigende Tendenz aufweist – ein klares Zeichen für langfristige Stärke. Die Zone bei 891 US-Dollar fungiert als tragfähige Unterstützung, während 1436 US-Dollar als mittelfristiger Widerstand gilt. Die Kursstruktur bleibt robust, und das Gesamtbild lässt auf weiter bullische Perspektiven schließen.
Technische Analyse Palladium: Stabil trotz Druck
Mit einem Monatsverlust von nur 0,13 % zeigt sich Palladium vergleichsweise stabil – trotz fundamentaler Belastungen. Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft nach oben, und der aktuelle Kurs hält sich darüber, was die technische Gesamtlage stützt. Die mittelfristige Unterstützung liegt bei 882 US-Dollar, während der Bereich um 1177 US-Dollar als Widerstand fungiert. Auch wenn der Aufwärtsdruck derzeit begrenzt ist, bleibt die technische Struktur insgesamt bullisch – ein Indiz dafür, dass der Markt eine Bodenbildung sucht.
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09.07.2025 - Andreas Opitz
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