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Shell gerät unter Druck, TUI bastelt an einer Erholung, Kritik macht sich rund um BASF breit und BioNTech hat die Konkurrenz im Nacken

Nicht jeder kann an der Börse gewinnen

NTG24 - Shell gerät unter Druck, TUI bastelt an einer Erholung, Kritik macht sich rund um BASF breit und BioNTech hat die Konkurrenz im Nacken

 

Trotz Hexensabbat konnten die Märkte sich am Freitag leicht von schweren Verlusten an den vorherigen Tagen erholen und für den DAX ließen sich Zugewinne von rund 0,67 Prozent verbuchen. Auch anderswo waren grüne Vorzeichen zu sehen, allerdings konnte längst nicht jeder von der wieder ganz leicht besseren Stimmung profitieren.

Die Aktie von Shell (GB00BP6MXD84) etwa musste Verluste hinnehmen, und das nicht zu knapp. Mit einem Minus von 5,4 Prozent mussten die erfolgsverwöhnten Anleger den größten Tagesverlust seit einer ganzen Weile hinnehmen. Das liegt nicht an Berichten über eine Partnerschaft mit dem Fußballverein Hamburger SV, auch wenn es dazu sehr viele negative Kommentare zu lesen gab.

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Werbebanner WikifolioZugesetzt hat Shell stattdessen der Ölpreis, der sich kurz vor dem Wochenende schon fast in den freien Fall begeben hat. Nachdem die Fed unmissverständlich klarmachte, mit allen Mitteln gegen die Inflation anzukämpfen und im Zuge dessen auch eine Rezession zu riskieren, machten sich große Sorgen um die Nachfrage nach Erdöl breit. Das sorgte bei WTI zu Preisabschlägen in Höhe von 6,6 Prozent und je günstiger das Öl ist, desto mehr schmelzen die Margen bei Shell dahin.

 

Endlich wieder Kursgewinne bei TUI

 

TUI (DE000TUAG000) reagierte exakt gegensätzlich auf die Entwicklungen beim Ölpreis. Jene ließen die Anleger Hoffnung schöpfen, dass die Kosten im wichtigen Sommergeschäft nicht völlig aus dem Ruder laufen werden. Entsprechend konnte der Reiseveranstalter deutlich mehr von der guten Laune der Börsianer profitieren und sich am Freitag um 5,86 Prozent in die Höhe schrauben.

Das soll an dieser Stelle neidlos anerkannt und gewürdigt werden. Dennoch stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Kursgewinne letztlich sind. Fundamentale Neuigkeiten zu dem kriselnden Konzern gab es nicht zu vernehmen. Sollte es in nächster Zeit also wieder schlechte Neuigkeiten und Verstimmungen an den Märkten oder einfach wieder steigende Ölpreise zu sehen geben, könnten die jüngsten Zugewinne sich recht schnell wieder in Luft auflösen. Mit einem Wochenschlusskurs von 1,78 Euro blieb die TUI-Aktie dabei ohnehin auf einem sehr überschaubaren Niveau hängen.

 

Dürfen die das?

 

Bei BASF (DE000BASF111) gab es derweil nicht nur große Sorgen um die gedrosselten Gaslieferungen von Russland nach Deutschland. Es machte sich auch viel Unmut über noch immer laufende Geschäfte in Russland breit. Zumindest die Tochter DEA Wintershall erzielt dort Medienberichten zufolge weiterhin hohe Umsätze, was vielen in der aktuellen Lage überhaupt nicht schmeckt.

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Moralisch darf zweifellos kritisiert werden, dass BASF bisher noch keinen Schlussstrich unter Geschäfte in Russland gezogen hat. Rein gesetzlich gibt es für den Chemiekonzern aber auch keinen Zwang für einen solchen Schritt und für die Börsianer sind hohe und am besten steigende Umsätze nüchtern betrachtet erst einmal eine gute Idee. Das reicht als Trost jedoch noch aus, um der BASF-Aktie am Freitag Rückenwind zu verleihen. Stattdessen ging es hier um 0,8 Prozent in die Tiefe.

 

 

Die Konkurrenz schläft nicht

 

BioNTech (US09075V1026) wertete mit 2,14 Prozent noch ein gutes Stück mehr ab, was wohl in erster Linie auf die Aktivitäten der Konkurrenz zurückzuführen ist. Grundsätzlich blicken die Mainzer nach wie vor auf eine großes Potenzial mit dem gerade in Entwicklung befindlichen Omikron-Impfstoff und der drohenden Sommer-Infektionswelle. Bis vor Kurzem schein BioNTech dabei wieder einmal einen satten Vorsprung vor anderen Anbietern zu haben.

Das Blatt hat sich aus Sicht vieler Anleger aber offenbar gewendet, nachdem die EMA auch ein Vakzin von Moderna in das beschleunigte Prüfverfahren aufgenommen hat. Sollte es also zu neuen Massenimpfungen kommen, was an sich schon nicht in Stein gemeißelt ist, steht zu vermuten, dass BioNTech sich den Kuchen mit mindesten einem Mitbewerber teilen muss. Das vernichtete viel von der guten Stimmung bei den Aktionären, die ohnehin schon seit einer ganzen Weile irgendwo tief im Keller vorzufinden ist.

 

Nichts Genaues weiß man nicht

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistUnter dem Strich haben sich in dieser Woche Kursgewinne und -verluste fröhlich abgewechselt, in der zweiten Wochenhälfte passierte das sogar täglich, zeitweise auch gut und gerne stündlich. Eben deshalb sind die grünen Vorzeichen vom Freitag auch mit Vorsicht zu genießen. Zwar ist es angenehm zu sehen, dass noch nicht jeder die Hoffnung auf ein Comeback aufgegeben hat und die Schnäppchenjäger sich wieder vorsichtig aus der Deckung trauen. Doch die Nervosität bleibt hoch und es ist nicht auszuschließen, dass zu Beginn der neuen Woche die Bären wieder den Tin angeben werden.

 

18.06.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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