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Daimler: Wieder ausgebremst

Autokonzern kann sein bisheriges Gewinnziel nicht erreichen

 

Der Start in eine neue Ära ist beim Stuttgarter Autokonzern Daimler gründlich verpatzt. Denn nach dem Ausscheiden von Dieter Zetsche vor knapp einem Monat muss der neue Mann am Ruder schon eine Gewinnwarnung aussprechen. Der gebürtige Schwede Ola Källenius verkündete zum Wochenbeginn, dass man aufgrund höherer Kosten wegen der Abwicklung der Diesel-Affäre das bisherige Jahresziel nicht mehr erreichen kann. Statt einer Steigerung rechnet man nur noch mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf Vorjahresniveau, bei rund 11 Milliarden Euro.

 

Daimlers Baustellen

 

Allerdings ist das nur die Hälfte der Wahrheit. Denn auch, wenn die Diesel-Affäre und die notwendigen Umrüstungen nach Aussagen des Konzernchefs einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten werden, so gibt es auch andere wesentliche Baustellen, die das Ergebnis verhageln.

Das gilt insbesondere für die amerikanischen Fabriken. Hier werden mit dem SUV-Modell GLE und dem Transporter Sprinter eigentlich zwei Bestseller produziert. Doch sowohl beim GLE als auch beim Transporter kämpft der Stuttgarter Konzern derzeit mit massiven Qualitätsproblem, was entsprechende Auslieferungen und Absatzzahlen negativ beeinflusst.

 

Aktie in Nöten

 

Mit der Gewinnwarnung dürfte nun auch die zaghafte Erholung der letzten Wochen wieder passé sein. Am Montag ordnete sich die Daimler-Aktie mit rund 3,5 % Verlust am Ende der DAX-Skala ein. Interessant dürfte es hier jetzt werden, ob der Wert die Unterstützungszone im Bereich von 46,80 Euro halten kann oder ob er noch einmal auf das bisherige 12-Monats-Tief bei 45 / 44,80 Euro durchrutscht.

 

 

Was die Aktie positiv beeinflussen könnte, wäre letztlich das schon im Februar angekündigte Sparprogramm, zu dem es immer noch keine Details gibt. Würde Daimler hier entsprechend Sinnvolles präsentieren, könnte die Aktie auch wieder nach oben drehen. Für uns gehört Daimler derzeit auf jeden Fall auf die Watchlist.

 

24.06.2019 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









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