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LVMH: Rein in die Kartoffeln...

Börse reagiert auf taktische Spielchen ungehalten

 

Die nächste Volte im Übernahme-„Krampf“ bei Tiffany. Wie bekannt wurde, hat der französische Luxusgüterkonzern LVMH ganz aktuell die kartellrechtliche Erlaubnis für die Übernahme der amerikanischen Juwelierkette Tiffany bei der EU-Kommission beantragt.

 

Was will LVMH wirklich?

 

Grundsätzlich ein normaler Schritt, der allerdings vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignissen etwas seltsam anmutet. Denn bekanntlich will LVMH Tiffany nicht mehr kaufen, zumindest nicht zu dem bislang vereinbarten Preis von rund 16 Milliarden Dollar. Begründet hatten die Franzosen ihren gewollten Rückzug damit, dass einerseits der vereinbarte Zeitplan für die Übernahme nicht mehr zu halten wäre. Andererseits hätte die Führung von Tiffany im Zuge der Corona-Pandemie ein solches Missmanagement an den Tag gelegt, dass der Unternehmenswert deutlich gelitten hätte.

So läuft alles darauf hinaus, dass eine Entscheidung, ob es eine Übernahme gibt oder nicht, vor Gericht getroffen wird. Tiffany hatte schon Klage eingereicht, während LVMH hier nach aktuellem Stand eine Gegenklage noch in Aussicht stellt.

 

Börse ist nicht amüsiert

 

Da scheint es wenig hilfreich, dass man nun auch bei der EU-Kommission die Zulassung zum Kauf beantragt hat. Bei acht von zehn eingebundenen Wettbewerbsbehörden liegt schon eine entsprechende Erlaubnis vor. Das Ganze ist wirklich äußerst dubios und ich würde darauf setzen, dass LVMH hier tatsächlich nur darauf aus war, den Preis zu drücken.

Fazit: Dieses ganze Hin und Her sorgt in der LVMH-Aktie allerdings für reichlich Missmut. In den vergangenen Tagen hatte die Aktie kräftige Abgaben verzeichnen müssen. Damit ist nun auch der kurzfristige Aufwärtstrend in Gefahr. Sollte dieser brechen, würde ich auf jeden Fall zu Gewinnmitnahmen raten.

 

 

21.09.2020 - Carsten Müller - cm@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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