Micron pulverisiert die Erwartungen der Analysten mit schwindelerregenden Quartalszahlen und einem noch besseren Ausblick
Die Aktie von Micron reagiert dennoch mit Verlusten
Wie es scheint, werden die Auswirkungen der Speicherkrise von den Märkten noch immer dezent unterschätzt. Während zahlreiche Unternehmen unter teurem Speicher leiden, bedeutet das Ganze für Micron traumhafte Geschäfte. Darauf stellten die Analysten sich im Vorfeld auch schon ein. Doch ihre Erwartungen waren noch immer weit entfernt von der Realität und für die Zukunft rechnet der Chiphersteller mit weiteren Wachstumsimpulsen.
Aufwärts ging es bei Micron (US5951121038) in sämtlichen Sparten. Natürlich legte das Geschäft mit Speicherchips für Rechenzentren stark zu und an dieser Stelle verdient der Konzern auch das meiste Geld. Ein Blick in die Zahlen verrät aber auch, dass das größte Wachstum in einem anderen Segment erzielt wurde. Im Smartphone- und Client-Geschäft steigerte Micron den Umsatz im Jahresvergleich von 2,2 auf schwindelerregende 7,7 Milliarden US-Dollar.
Insgesamt steigerte Micron die Umsätze von 8,05 auf nun 23,86 Milliarden Dollar. Dabei verbesserte sich gleichzeitig die Ebit-Marge auf fast schon unverschämte 79 Prozent. Darin spiegeln sich die enormen Preissprünge für Speicherchips wider. Dadurch wurde dem Konzern ein Nettogewinn von 13,8 Milliarden Dollar allein im zurückliegenden Quartal beschert. Ein Jahr zuvor musste man sich mit 1,5 Milliarden Dollar zufriedengeben. Das war seinerzeit schon beeindruckend, wirkt mittlerweile aber schon fast bescheiden.
Micron führt die Analysten vor
Es soll wohl munter in diesem Stil weitergehen. Die Prognose für das aktuelle Quartal könnte bei Micron kaum besser ausfallen. Die Umsätze sollen weiter klettern und bei 33,5 Milliarden Dollar landen. Das wäre nicht nur ein weiterer Rekord. Es würde die Prognosen der Analysten auch sehr alt aussehen lassen. Vor der Zahlenvorlage belief die Konsensschätzung für dieses Quartal sich auf lediglich 23,5 Milliarden Dollar. Jene konnte nun bereits mit den Umsätzen aus dem letzten Quartal übertroffen werden.
Den Geldregen will Micron unter anderem nutzen, um seine Kapazitäten zu erweitern. Allerdings müssen Anleger nicht befürchten, dass dadurch Speicherpreise in absehbarer Zeit wieder sinken werden. Die Nachfrage übersteigt das Angebot weiterhin, ein Streik bei Samsung könnte die Lage weiter verschärfen und bis neue Anlagen in die Produktion übergehen, können leicht noch einige Jahre ins Land ziehen. Mindestens für dieses und das kommende Jahr bleiben die Aussichten mehr als rosig, so nicht doch noch die oft heraufbeschworene KI-Blase platzen mag.
Trotz der bombastisch guten Zahlen rutschte die Micron-Aktie gestern um 3,8 Prozent auf 444,27 Dollar zurück. Ein Zeichen von Schwäche ist das aber kaum. Zuvor wurde der Kurs in neue Höhen getrieben, sodass wir es wahrscheinlich mit einem klassischen „Sell the News“-Manöver zu tun haben. In einem Marktumfeld, das aufgrund steigender Ölpreise schwer angeschlagen war, erschienen Gewinnmitnahmen vielleicht besonders attraktiv. Über die genauen Beweggründe der Aktionäre lässt sich aber freilich nur spekulieren.
Es geht munter weiter
Zwar ist schon damit zu rechnen, dass das Wachstumstempo bei Micron früher oder später wieder nachlassen wird. Am Horizont zeichnet sich dies bisher aber noch kaum ab und es darf weiterhin mit dem Aufstellen neuer Rekorde bei Umsätzen und Gewinnen gerechnet werden. Solange Speicherchips weiterhin zu Höchstpreisen aus den Regalen fliegen, könnte Micron sogar die eigene Prognose noch übertreffen. Versprechen lassen sich weitere Sensationen bei kommenden Ergebnissen allerdings nicht.
Aus dem Consumer-Bereich gab es zuletzt bereits Anzeichen dafür, dass die Preisspirale sich vielleicht etwas langsamer drehen könnte. Doch solange die Preise für Arbeitsspeicher und Co. nicht merklich sinken, dürfte Micron damit gut leben können. Denn die vorgelegten Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Mit seiner aktuellen Marge muss sich der Chiphersteller nicht einmal vor Nvidia verstecken und lässt Apple vor Neid erblassen. Für Anleger stellt sich in erster Linie die Frage, wie viel davon bereits eingepreist sein mag.
Micron Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Micron Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron Technology-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Micron Technology - hier weiterlesen...
20.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)








30.07.2026
27.07.2026
24.07.2026
20.07.2026