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Millennial Lithium-Aktie zeigt massive Intraday-Schwäche auf Tradegate – Platzt jetzt die Blase?

Wann platzt die Aktie bei Millennial Lithium?

 

An der Tradegate Exchange schossen die Umsätze bei der Aktie von Millennial Lithium (ISIN: CA60040W1059; WKN: A2AMUE) in den vergangenen Tagen durch die Decke. Nachdem am Dienstag 4,7 Millionen und am Mittwoch 5,5 Millionen Papiere den Besitzer wechselten, ist das Handelsvolumen an dem bei Privatanlegern beliebte Berliner Börsenplatz am Donnerstag nochmals drastisch gestiegen. Zudem wurde der Wert, der in der Spitze am Donnerstag bei 3,845 Euro gehandelt wurde, bis zum Vorabend unter die Marke von 3 Euro abverkauft.

Bemerkenswert ist, dass mittlerweile in der Hauptstadt deutlich mehr Anteile umgehen als an der Heimatbörse TSX Venture, wo in letzter Zeit nur ein Bruchteil der Umsätze getätigt worden sind. Damit befindet sich der Titel in bester Gesellschaft zu anderen ausländischen Nebenwerten, auf die sich vor allem viele deutsche Hobbybörsianer mit oftmals kurzfristigem Anlagehorizont reihenweise stürzen und auf den schnellen Profit hoffen. Angezogen von den starken Kursgewinnen wurden wieder neue Anleger auf das Papier aufmerksam, womit letztendlich die Hausse sich selbst immer weiter ernährte. Allerdings deuten die jüngsten Kursgewinne des Bergbau-Unternehmens, welches sich noch im Anfangsstadium befindet, auf das Endstadium einer Blase hin, die jederzeit platzen zu droht.

 

Bislang verbrennt Millennial nur Geld

 

 

In den vergangenen vier Geschäftsjahren erzielte Millennial Lithium keine Umsätze. Auch im laufenden Fiskaljahr 2020/2021 (per Ende Februar) nahm das Unternehmen keinen Cent mit seiner operativen Geschäftstätigkeit ein. Vielmehr hofft das Unternehmen, das in Vancouver Kanada offiziell ansässig ist, mit seinen beiden Lithium-Abbauprojekten, die sich in einer äußerst abgelegenen Region von Argentinien befinden, künftig auf riesige Einnahmen. Allerdings müssen sich die Anleger sicherlich gedulden, bis die Firma nennenswert Erlöse generieren kann, da das Pilotprojekt Pastos Grandes nach firmeneigenen Angaben erst ab dem Jahr 2024 produzieren wird.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die über jahrelange Erfahrung in dem Geschäft verfügen und die bereits ihre Managementqualitäten unter Beweis stellen konnten, handelt es sich bei Millennial Lithium um einen Explorer, der zunächst unter Beweis stellen muss, dass ein solches Projekt in der argentinischen Steppe zu wirtschaftlichen Preisen Lithium produzieren kann. Hierbei sind nicht nur massive technische, sondern auch administrative Herausforderungen zu beachten, da die Rechtssicherheit in Argentinien, welches zuletzt viele ökonomische Krisen durchlebte, alles andere als westlichen Standards entspricht.

 

Es zählt das Prinzip Hoffnung

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIn den vergangenen beiden Jahrzehnten schossen die Aktien von Explorationsunternehmen, die ihren rechtlichen Hauptsitz in Kanada haben, immer wieder zeitweise durch die Decke. Hierbei war ebenfalls festzustellen, dass ein Großteil der Handelsumsätze von Privatanlegern an deutschen Börsenplätzen getätigt wurde. Leider zeigt ein Blick in die Historie, dass nahezu regelmäßig die Träume der Investoren platzten und die Aktien zeitgleich ins Bodenlose stürzten. Auch bei Millennial Lithium ist jetzt höchste Vorsicht angebracht. Denn sollte die Rallye einmal ins Stocken geraten, könnte das euphorische Sentiment bei dem Titel schnell kippen, wie in der Vergangenheit oft bei derartigen Explorern beobachtet werden konnte, was zumeist zu einer panikartigen Verkaufsreaktion führt. Wollen bei einem extrem spekulativen Titel aber alle Anleger gleichzeitig aussteigen und ist zugleich die Nachfrage nach der Aktie gering, so kann der Kurs keinen Halt mehr finden, bis eine technische Gegenreaktion auf weitaus tieferem Niveau stattfindet.

 

Fazit:

 

Auch wenn sich die Hausse bei der Aktie theoretisch noch deutlich weiter fortsetzen könnte, so droht jederzeit ein massiver Absturz bei dem Papier. Insbesondere die Tatsache, dass sich institutionelle Investoren, die in der Regel die Anteilscheine über die Heimatbörse erwerben, bislang stark zurückhalten, zeigt, dass die jüngsten Kurssprünge auf einem irrationalen Verhalten von euphorischen Kleinanlegern fundieren, die bei ausbleibenden Erfolg in der Regel auch sehr schnell in den Panikmodus wechseln können.

 

21.01.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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  • Alfred - 25.01.2021 00:38:09 Uhr


 

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